Roman über Nöte eines Provinzbades

Skurrile Erlebnisse eines Schwimmmeisters auf dem Lande

Ulf Imwiehe, Schwimmmeister im Otterbad, hat seinen ersten Roman geschrieben. Es ist die rein fiktive Geschichte eines jungen Schwimmmeisters. - Foto: Woelki

Ottersberg - Von Tobias Woelki. Ulf Imwiehe schmunzelt. „Nein, mein Roman ist keine Autobiografie“, winkt der Schwimmmeister gleich ab, der seit dem 15. Juni dieses Jahres für zwei Jahre im Otterbad eine Elternzeitvertretung übernommen hat. Dem 45-jährigen Bremer liegt das Schreiben im Blut. Und so hat er sein erstes Buch unter dem Titel „Gut Nass“ als E-Book veröffentlicht.

Auf 337 Seiten erzählt Autor Imwiehe „die tragikomische Geschichte des Endzwanzigers Felix Freiwald, der im Forstbad als einem gemeindeeigenen Schwimmbad des Heideörtchens Schweigen arbeitet und die Privatisierung seines Bades erlebt“, sagt der Autor. Und: „Das Buch behandelt Themen wie Privatisierung, provinzpolitische Machtspiele und dörflicher Widerstand.“

Imwiehe betont: „Die Geschichte ist reine Fiktion. Das habe ich mir alles ausgedacht. Bis auf eine Szene in dem Buch. Die habe ich tatsächlich so erlebt. Welche das ist, sage ich aber nicht“, stellt Ulf Imwiehe klar und zeigt ein verschmitztes Lächeln.

Kay Schulze, den Betriebsleiter des Otterbad, kennt Imwiehe bereits seit 13 Jahren, noch aus der Zeit, als Schulze im Bad in Bremen-Tenever beschäftigt war. „Ich arbeitete in Bremen als Kommunikationsberater im Schwimmbadbereich und suchte einen Nebenjob. Durch einen Zufall habe ich von der freien Teilzeitstelle im Otterbad in Ottersberg gehört. Und weil ich Kay gut kenne, habe ich gedacht, meldest dich einfach mal. Und es hat geklappt“, berichtet Ulf Imwiehe, der vor mehr als zwei Jahrzehnten im Hallenbad Bomlitz den Beruf des Schwimmmeisters erlernte. Bereits mit Anfang 20 beförderte ihn die Kommune zum Betriebsleiter des Bomlitzer Bades.

Als Journalist bei der Taz in Berlin gearbeitet

Beruflich andere Bahnen schlug er ein, als er mit seiner Frau für mehrere Jahre nach Berlin zog: Imwiehe wurde Musik- und Sportjournalist für die Taz. Seit dieser Tätigkeit als freier Mitarbeiter einer Tageszeitung fasziniert ihn das Schreiben. Und er fand, er müsse die Erlebnisse eines Schwimmmeisters einfach mal zu einem Roman verarbeiten. Und so entstand ein Buch, das er bisher allerdings nur in digitaler Form veröffentlicht hat.

„Als junger Schwimmmeister auf dem Lande erlebst du die tollsten und die skurrilsten Sachen. Die haben mich bei meinem Buch, das zu hundert Prozent fiktiv ist, beeinflusst“, schildert der Schwimmmeister-Literat.

An seinem Erstlingswerk schrieb er ein Dreivierteljahr. „Mein Ziel war es, jeden Tag mindestens 500 Wörter zu schreiben. Mal floss das Schreiben so dahin, an anderen Tagen ging fast gar nichts“, merkt der Autor an. Und er verrät: „Das zweite Buch ist bereits in Arbeit.“

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