Mina Teichert publiziert bei Amazon im Genre „Chicklit“

Auf „Sex and the City“ zum Schmökern folgt ADS-Sachbuch

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Buchautorin Mina Teichert mit ihrem „Chicklit“-Roman „Finnischer Schnee von gestern“ auf dem Hof in Ottersberg-Eckstever.

Ottersberg - Von Lisa Duncan. Vivien fällt aus allen Wolken, als sie ihren Verlobten mit einer anderen im Bett erwischt. Damit nicht genug, baut sie auch noch einen Autounfall und wacht erst im Krankenhaus wieder auf. Um sie aus dem Seelentief zu holen, nehmen ihre drei besten Freundinnnen die Gebeutelte über Silvester mit nach Finnland. So die Ausgangssituation in dem Roman „Finnischer Schnee von gestern“, den die Ottersberger Autorin Mina Teichert im Amazon-Verlag herausgebracht hat. Zurzeit arbeitet sie bereits am nächsten Projekt: Ein autobiografisches Sachbuch mit dem Schwerpunkt ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom).

In der Region könnte die Autorin einigen bereits als Mina Kamp durch den Fantasy-Zweibänder „Cherryblossom“ bekannt sein. Ohne dieses Pseudonym hat sie außerdem in drei Antologien („Schlachtfeld Klassentreffen“, „Willkommen in der Bürohölle“ und „Herr Doktor, mein Hund hat Migräne“) je zwei Kurzgeschichten veröffentlicht. Und nun hat sie sich an das Genre „Chicklit“ – zu Deutsch in etwa „Tussiliteratur“ – gewagt. Auch wenn ihr der Vorschlag, der von ihrer Agentin kam, zunächst nicht so ganz geheuer war. „Aber dann habe ich mir von Freundinnen Unterstützung geholt und die Ideen stellten sich schnell ein“, erzählt die 38-jährige aus dem Ortsteil Eckstever.

2012 erster Fantasy-Roman

Dabei begann Mina Teicherts Weg zur Buchautorin eher steinig. Nach der Trennung vom Vater ihrer heute 14-jährigen Tochter entschied sich die gelernte Fotografin für einen Neuanfang und begann zu schreiben. Daraus entstand 2012 der erste Fantasy-Roman.

Nicht gerade begünstigend für diese Berufswahl wirkten sich zudem eine leichte Lese-Rechtschreibschwäche und die wenig später festgestellte Diagnose ADS aus. „Ich habe einen hohen Reizfilter und kann mich schlecht konzentrieren“, so Teichert. Um einen Umgang mit ihrer neurologischen Besonderheit zu finden, durchlief Teichert Therapien und nahm konzentrationssteigernde Medikamente. Mittlerweile geht es fast komplett ohne.

Teichert schreibt über eigene Geschichte mit ADS

Durch ihre Auseinandersetzung mit ADS packte Mina Teichert dieses Jahr ein Buchprojekt an, das sie, wie sie sagt, bisher am meisten herausforderte: In „Neben der Spur, aber auf dem Weg“ schrieb sie über ihre eigene Geschichte. „Als ich die Diagnose mit Ende 20 bekam, habe ich mich mit Büchern eingedeckt, aber alles war total dröge und fachlich geschrieben“, berichtet Teichert. Aus diesem Grund hat sie ihrer persönlichen Erzählung als Besonderheit eine gute Portion Selbstironie beigefügt. Ein Weg, den noch nicht viele Autoren beschritten haben. Im Verlag „Eden Books“ ist es bereits bei Amazon gelistet. Erscheinungstermin ist der 6. April.

„Auch in der Hauptprotagonistin des aktuellen Buches steckt eine ganze Ecke von mir drin“, sagt Teichert. Sie sei – typisch ADS – kreativ, aber menschenscheu. Die Geschichte sei frei erfunden, enthalte aber ebenfalls Anklänge an tatsächliche Ereignisse. Mina Teichert erlebte in ihrem Bekanntenkreis einmal eine Silvesterfeier, aus der zwei Ehen und zwei Affären entstanden seien. „Die Idee, was wohl geworden wäre, wenn diese Affären gehalten hätten, haben wir dann nur weitergesponnen.“ Und auf Finnland als Schauplatz für die Handlung des Buches war sie gekommen, weil eine Freundin Halbfinnin ist.

An ein Buch muss immer irgendwo Salz und Pfeffer

An vielen Stellen hat Mina Teichert sich zwar Charakterzüge von realen Personen abgeguckt, jedoch alles noch etwas überspitzt. Im echten Leben sei die Frequenz der dramatischen Ereignisse auch nicht so hoch, so Teichert: „Da muss immer irgendwo Salz und Pfeffer ran, damit es interessant zu lesen ist.“ Für den aktuellen Roman, den sie mit den Worten „Sex and the City zum Lesen“ umschreibt, brauchte sie gut vier Monate. Eine Gemeinsamkeit zu der US-Serie mit Sarah Jessica Parker sieht sie in den spritzigen Dialogen. Deren Protagonistinnen, Frauen Mitte 30, sprechen genauso gerne über Affären und Sexspielzeug wie die Charaktere in Teicherts „Chicklit“-Roman.

Auch wenn Mina Teichert weiß, dass sie mit dem Schreiben nicht reich wird, sieht sie es, neben Haushalt und Kindererziehung, als Profession an. In gewisser Weise wirke sich das Schreiben auch therapeutisch aus: „Das beruhigt mich, ich tauche ab, und es hilft mir loszuwerden, was für mich belastend ist.“ Und da ihr Mann, der Landwirt in der „Wümme-Milch KG“ ist, genug Geld verdient, besteht auch kein finanzieller Druck. „Ich helfe natürlich auf dem Hof mit, aber hauptberuflich wäre das nichts für mich“, stellt Teichert fest.

Bücher von Mina Teichert

Und überhaupt sei gerade ein weiteres Buch im Stil von „Finnischer Schnee...“ in Planung, obgleich Mina Teichert nicht sicher ist, ob es eine Fortsetzung oder eine völlig andere Geschichte wird. Und auch eine Rückkehr zum Fantasy-/Abenteuergenre kann sie sich vorstellen: Denn am wohlsten fühlt sich die Autorin, wenn sie ihre Vorstellungskraft frei laufen lassen kann.

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