Für Seniorenzentrum und „Shared Space“ 

FGBO kürt Tim Willy Weber offiziell zum Kandidaten

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Seine Ideen und Projekte für Ottersberg stellt der frisch gewählte FGBO-Bürgermeisterkandidat Tim Willy Weber (rechts) vor.

Ottersberg - „Wenn ich dann in sechs Jahren wiedergewählt worden sein sollte, werden wir immer noch vor Herausforderungen stehen – aber wir werden Fortschritte gemacht haben.“ Tim Willy Weber (48) denkt und plant längerfristig. Für sich als Bewerber um das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters, der am 26. April in der Gemeinde Ottersberg bis 2026 neu gewählt wird, wobei sich Weber gute Chancen einräumt. Und für die Gemeinde selbst: „Ottersberg 2030 – wie wollen wir leben und was müssen wir dafür tun?“ Dazu hat Weber Ideen, und die stellte er am Dienstagabend vor mehr als 100 Interessierten in der Güterhalle des Bahnhofsvereins vor. Den Rahmen bildete eine öffentliche Mitgliederversammlung der Freien Grünen Bürgerliste Ottersberg, kurz FGBO, die ihren Ratsfraktionsvorsitzenden Weber an dem Abend offiziell als ihren Bürgermeisterkandidaten nominierte.

Zur geheimen Wahl rief FGBO-Vorsitzender Harald Steege die Mitglieder gleich zum Auftakt nach vorne, wo sie ihr Votum für oder gegen Weber schriftlich notierten und Wahlleiter Wilfried Mittendorf in die Mütze warfen. Kurioserweise fand die Wahl vor der Vorstellung des – parteiintern konkurrenzlosen – Kandidaten statt, aber angesichts der geringen Mitgliederzahl der Wählergemeinschaft durfte Steege wohl davon ausgehen, dass alle FGBOler Weber längst gut kennen. 16 Stimmberechtigte schritten zur Wahl: 13 von ihnen votierten für Weber als Bürgermeisterkandidat der FGBO, einer/eine kreuzte „Nein“ an, und zwei enthielten sich der Stimme.

Dass Weber über seine FGBO hinaus auf weit mehr Unterstützer zählen kann, zeigte der lange und kräftige Beifall der vielen Gäste nach seiner Vorstellungsrede. Der Politologe und Geschäftsführer der Organisation „Mehr Demokratie“, der seit 2006 ehrenamtlich Kommunalpolitik macht, würde sich auch als hauptamtlicher Bürgermeister „für die Beteiligung von Menschen einsetzen“. Das bedeute aber nicht, so Weber, „dass ich andauernd alle Leute befragen will“. Vielmehr wolle er Menschen unterstützen, aktiv zu werden. Als gutes Beispiel nannte Weber den Bürgerbeteiligungsprozess zur Gestaltungssatzung in Fischerhude. „Ressourcen zu nutzen, mehr Perspektiven einzubeziehen und dadurch zu besseren Lösungen zu kommen“, sei sein Ziel, so der Bürgermeisterkandidat. Dafür gab's Szenenapplaus. „Ich bin Ottersberg-bewegt – und ich möchte diesen Ort bewegen“, sagte Weber. Dafür wolle er „die Initiativkraft der Menschen hier“ als großes Potenzial nutzen.

Zur Schaffung bezahlbarer, auch kleinerer Wohnungen will der 48-Jährige im Fall seiner Wahl die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft anschieben, die flächenschonend Wohnraum schaffen und steuern solle. Über verkehrsberuhigende Konzepte wie das in den Niederlanden erfolgreiche Modell „Shared Space“ („gemeinsam genutzter Raum“) will Weber den Verkehr langsamer und damit leiser machen; für weniger Verkehr will er „Anreize für mehr E-Bike-Mobilität schaffen“. Als ihm wichtige Einzelprojekte nannte der Kandidat die Schaffung eines Seniorenzentrums („Wir tun viel für junge, aber wenig für alte Leute“) und die Pflanzung von 13.000 Bäumen („zusammen mit euch“) für den Klimaschutz – einen pro Einwohner, so wie es die Kreis-CDU vorschlage.

„Wie willst du das alles bezahlen?“, fragte ein Zuhörer nach. „Über Grundsteuererhöhungen“, erklärte Weber frank und frei. Außerdem wolle er das „günstige Geld“ nutzen, um über Kredite den Investitionsstau abzubauen und neue Projekte zu starten.

Für seinen Wahlkampf, der „kein Spaziergang“ werde, warb Weber um Unterstützer. Gefragt seien zum Beispiel Gastgeber eines „Wohnzimmergesprächs“, um mit Wählern in privatem Ambiente in intensiven Austausch zu kommen. Dieses erfolgreiche Format, so Weber lächelnd, habe er sich von Oytens neuer Bürgermeisterin Sandra Röse abgeguckt.

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