Senioren protestieren gegen drohenden Rauswurf des Awo-Treffs aus Verwaltungsgebäude

„Wir Alten werden hier in die Ecke geschoben“

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Reiner Schnäpp, Kassenwart der Awo Ottersberg, muss bald die Schlüssel für den Awo-Treff im Rathaus abgeben.

Ottersberg - Die Arbeiterwohlfahrt Ottersberg steht vor dem Rauswurf aus dem Veranstaltungsraum im Verwaltungstrakt des E-Werks im Rathaus, wo sie seit zehn Jahren erfolgreich den wöchentlichen Awo-Seniorentreff betreibt. Bürgermeister Horst Hofmann hat gegenüber dem Awo-Vorstand Eigenbedarf der Gemeindeverwaltung für die Räumlichkeiten angemeldet. Betroffene Senioren protestierten am Donnerstagabend im Rathaussaal in der Sitzung des ratlos wirkenden Sozialausschusses des Rates wütend gegen den drohenden Rausschmiss.

„Wir Alten werden hier in die Ecke geschoben. Mit uns kann man es ja machen“, empörte sich eine Seniorin. Stefan Bachmann, Mitglied der Awo Ottersberg, erklärte: „Seit Jahren leistet der Awo-Treff wichtige Arbeit in einem stabilen System. Diese Generation braucht unser Augenmerk. Ich empfehle, in einem gemeinsamen Gespräch Alternativen zu prüfen, und appelliere an die Gemeinde, mit der Awo konstruktive Gespräche zu führen.“ Der Bürgermeister weilt im Urlaub und konnte an diesem Abend nicht befragt werden. Stellvertreter Jürgen Buthmann-von Schwartz versuchte, die Wogen zu glätten: „Uns als Gemeinde geht es nicht darum, einen Treffpunkt wegzunehmen. Aber das Elektrizitäts-Werk hat nun mehr Personal, was von der Politik gefordert wurde. Wir haben räumliche Engpässe.“ Bezüglich des Seniorentreffs „sind wir im Kontakt mit dem DRK Ottersberg und haben auch bei der Kirchengemeinde gefragt. Wir überlegen für die Übergangszeit etwas anzubieten“, so Buthmann-von Schwartz.

Der Ausschussvorsitzende und Awo-Aktive Reiner Schnäpp (SPD) reagierte ebenfalls verärgert. „Es wird viel zu wenig getan für die Älteren. Der Awo-Treff ist die letzte Einrichtung, in der qualitativ gute Arbeit geleistet wird. In 2015 haben 1600 Besucher den Awo-Treff genutzt. Schlimm ist, dass wir Hals über Kopf mit der Situation konfrontiert werden und wir keine greifbare Lösung haben. Wir müssen nun sehen, wie wir damit umgehen.“ Reiner Sterna (CDU) signalisierte Verständnis: „Wir sind an einer Lösung interessiert. Noch ist nichts beschlossen. Vielleicht geht der Wümmekieker als Treff?“. Annegret Reysen (SPD) fand: „Die Raumnutzung ist Sache der Verwaltung. Aber über ein Konzept zur Raumnutzung müssen wir in diesem Ausschuss beraten.“

Außerdem debattierte der Ausschuss über einen CDU-Antrag, der bei der Besetzung des Fachausschusses mit Jugendvertretern neue Regelungen anstrebt. „Wir haben zwei Jugendliche im Ausschuss, die aber zu den Sitzungen nicht kommen. Ich bedauere, dass sie ihr Rederecht nicht wahrnehmen. Wir als Politik müssten an die Schulen herantreten und erklären, dass die Mandate der beiden Jugendvertreter nicht auf Dauer sind“, so Sterna. Verwaltungs-Vize Buthmann-von Schwartz verwies auf das nicht mehr existierende Schülerparlament: „Laut Aussage der Schüler gibt es keine Schüler, die sich um die Aufgaben als Jugendvertreter reißen.“

woe

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