Ottersberger Kindertagesstätten nach intensiver Schulung zertifiziert

Sechsmal besondere Qualität

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Reinhold Bühne vor den Erzieherinnen im Rathaussaal des Fleckens Ottersberg.

Ottersberg - Der Kindergarten als Ort der Teilhabe und des Lernens: Am Donnerstagabend im Ratssaal übereichte Reinhold Bühne vom Rotenburger Evangelischen Institut für Fortbildung (REIF) im Diakonissenmutterhaus 60 Erzieherinnen und Erziehern ihre persönlichen Zertifikate. Sie alle hatten an einer Fortbildung zur Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten teilgenommen.

Anwesend waren Beschäftigte der drei kommunalen Kindertagesstätten (Kita) Quelkhorn, Ottersberg-Bahnhof und Posthausen, der evangelischen Kindergärten Otterstedt und Fischerhude sowie der Laurentius-Kindertagesstätte in Achim. Zur Dokumentation nach Außen erhalten diese Einrichtungen ein Schild, das sie als „Kindergarten mit besonderer Qualität“ kennzeichnet.

Im Zeitraum von zweieinhalb Jahren, vom September 2013 bis Januar dieses Jahres, hatten sie die Schulungen parallel zum laufenden Betrieb der Einrichtungen bewältigt. Der Lernumfang betrug zwölf ganztägige Fortbildungen mit umfangreichen Hausaufgaben. Jede Einrichtung erarbeitete ein Konzept, wie sie das hohe Niveau ihrer Arbeit halten und in Zukunft verbessern will.

Im Fokus stand etwa die Einrichtung einer „Lernwerkstatt“. „Dort können Kinder, solange sie wollen, an einem Gegenstand ihrer Wahl probieren und experimentieren“, erläutert Reinhold Bühne. Vom Kindergarten an die Schule lautete ein weiteres Stichwort: „Das Meistern von Übergängen ist heute wichtiger als die Schulreife“, so Bühne. Um diese Kompetenz

Übergänge meistern, Teilhabe ermöglichen

bei den Kleinen zu stärken, üben die Erzieher mit ihnen buchstäblich das Koffer packen. Auf diese Weise beschäftigen sie sich mit der Frage, was sie für den neuen Lebensabschnitt unbedingt brauchen – und worauf verzichtet werden kann. Auch mögliche Krisen, wie etwa die Trennung der Eltern könnten so künftig besser gemeistert werden.

Auch rechtlich hat sich in den vergangenen Jahren für Kinder einiges getan: So sieht die UN-Kinderrechtskonvention seit 2012 ein Beschwerde- und Partizipationsrecht vor. In manchen Kitas werde das bereits berücksichtigt, indem das Kind etwa entscheiden darf, was es isst, wer es wickelt oder was es anzieht. Teilhabe könne auch darin bestehen, gemeinsam mit den Betreuern einen Tagesplan mit gewünschten Aktivitäten zu erarbeiten, ergänzt Schulungsleiter Bühne.

„Im Jahr 2013 haben sich unter Mitwirkung der Fachberaterin Gudrun Schütte die politischen Gremien des Fleckens Ottersberg mit der Notwendigkeit der Qualitätsentwicklung in den Kindertagesstätten auseinandergesetzt“, sagte Bürgermeister Horst Hofmann.

Grundlage waren Empfehlungen der Landesregierung zur Qualitätsentwicklung. Diese sehen die Aufstellung eines Bildungsplans (des sogenannten Orientierungsplans) vor, der die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren sowie Sprachbildung und Sprachförderung beinhaltet.

Der Verwaltungsausschuss des Fleckens entschied sich für das Verfahren „Qualität für Kinder – QfuerK“ des Rotenburger Evangelischen Instituts für Fortbildung. Unter diesem Kürzel arbeiten 75 Kindertagesstätten in Niedersachsen und Bremen zusammen. Begleitend steht Erziehern und Eltern das Internetportal www.QfuerK.de zur Verfügung.

Das Besondere an der Methode: Sie richtet sich an alle Mitarbeiter und nicht nur an die Kita-Leitung, erklärt Reinhold Bühne. Wichtiger Baustein sei zudem der Austausch, etwa durch gegenseitige Hospitationen in vielen unterschiedlichen Einrichtungen. Anschließend werde im Team besprochen, welche Ansätze sinnvollerweise von anderen übernommen werden könnten.

„Die Übergabe der Zertifikate an die Beschäftigten und die Auszeichnung an die Kindertagesstätten stellt gleichzeitig eine Verpflichtung für die zukünftige Arbeit der Einrichtungen dar“, betonte Bürgermeister Horst Hofmann. Mit anderen Worten: Die Kitas müssen die etablierten Methoden und Verfahren auch weiter praktizieren. Dies alles sei zum Wohl der Kinder, die in den Einrichtungen betreut werden, fügte Hofmann hinzu.

woe/ldu

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