Workshop im selbstverwalteten Zentrum Ottersberg mit breitem Angebotsspektrum

Schweißen, Graffiti-Kunst, „DJaying“ und einiges mehr

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Wie ein Schweißgerät funktioniert und was man damit machen kann, auch das erfuhren Workshop-Teilnehmer.

Ottersberg - Wichtig ist, die Augen zu schützen, Handschuhe zu tragen und keine Berührungsängste zu haben. Wenn man die Sicherheitsbestimmungen einhält, kann nichts passieren. Ein Schweißgerät muss für Frauen kein Buch mit sieben Siegeln sein“, ermunterte ein Fachmann am Wochenende junge Frauen in der improvisierten Außenwerkstatt auf dem AZO-Gelände hinter der Tennishalle.

Aus verschiedenen Altmaterialien wurden nützliche Dinge zusammengeschweißt. Schirmständer für eine Garderobe, eine stabile Wandhalterung und andere Dinge entstanden. Sogar der eine oder andere Kunstgegenstand wurden erarbeitet, der später neben den handwerklichen Erfahrungen mit nach Hause genommen wwerden konnte. Quasi aus Schrott wurden innovative Dinge für den täglichen Gebrauch, aber auch als Deko zusammengeschweißt.

Den richtigen Umgang damit konnten Interessierte bei einem der Workshops vom AZO (Selbstverwaltetes Zentrum Ottersberg) am Fährwisch und an anderen Standorten lernen. Sechs verschiedene Workshops wurden angeboten, darunter eine Schreibwerkstatt im Wümmekieker, ein Impro-Theater und der richtige Umgang mit der Spraydose für Graffiti-Künstler und solche, die es werden wollen.

Martin Büttelmann zeigte, wie man mit einfachen Mitteln einen funktionellen Lehmofen baut und erklärte bei „learning für doing“ die Vorgehensweise, die schon unsere Vorväter beherrschten. Die Bahnhofsunterführung, freigegeben für eine künstlerische Neugestaltung war Ziel für jene, die sich beim legalen Sprayen verwirklichen wollten. Schriftzüge, Figuren, Klassiker aus der Sprayer- Szene, erlaubt war, was ins Konzept passte.

Wer bisher geglaubt hatte, dass ein DJ sich damit begnügt, elektronische Musik einzuspielen, konnte sich bei einem ganz besonderen Workshop davon überzeugen, dass „DJaying“ eine Kunst ist, für die man ein besonderes Händchen haben muss, weil diese Art von Unterhaltung viel mit Entertainment zu tun hat. Leute in Stimmung bringen, die richtigen Kommentare zur richtigen Zeit mit der richtigen Musik zu verbinden, so einfach ist das nicht, lernten die Teilnehmer bei diesem Workshop. Fingerspitzengefühl, Selbstdarstellung und den richtigen Riecher für das Publikum, darauf kommt es an. „Unser Publikum ist zwischen 16 und etwa 30 und kommt aus Ottersberg und umzu, aber es sind auch Teilnehmer aus Bremen da“, erklärten die Organisatorinnen des Workshopk-Village, Ida Krombach und Rieke Bothe.

Etwa 50 junge Leute hatte das Angebot angezogen. Viele kannten sich bereits, andere sahen sich zum ersten Mal und freuten sich, einander kennenzulernen. In zwangsloser Atmosphäre wurde von einer Kochgruppe vor Ort frisches Essen zubereitet und in fröhlicher Runde am Lagerfeuer beieinander gesessen. „Unsere Devise ist: Selbstmachen und erlernen, was man schon immer tun wollte. Dabei Leute kennenlernen, sich vernetzen. Wir bieten Raum für Selbsterfahrung unter fachlicher Anleitung und wie man sieht, kommt das bestens an“, sagte Ida Krombach. Man würde hier zwar auf dem platten Land leben, weit weg von der Stadt, aber es gelte, diese Potentiale zu nutzen. Tatendrang und Träume könnten sehr gut ausgelebt werden, Kreativität genutzt und in Bahnen gelenkt werden

„Für junge Menschen soll es an diesem Wochenende darum gehen, eigene Ideen auf dem Lande zu realisieren und Leute kennenzulernen“, ergänzte Rieke Bothe, die darauf verwies, dass in den jungen Leuten auf dem Land sehr viel Potential und Enthusiasmus stecke, der durchaus kanalisiert werden könne. AZO gibt es seit 2014 und ist ein eingetragener Verein mit rund 40 Mitgliedern, die sich an jedem ersten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr an der Fährwisch treffen und noch weitere Interessierte suchen. 

kr

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