Schwarz-weißer Blick auf Ottersberg

Kulturverein im Rektorhaus präsentiert 19. Auflage seines Bildkalenders

Friedrich Bartels (l.) und Günther Wiggers präsentieren den neuen Ottersberger Kalender.
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Friedrich Bartels (l.) und Günther Wiggers präsentieren den neuen Ottersberger Kalender.

Ottersberg – Alteingesessene können in ihm längst in Vergessenheit Geratenes wiederentdecken, Zugezogene können sich anschauen, wie ihr Wohnort und die Menschen darin in anderen Jahrhunderten ausgesehen haben. Die Rede ist von dem neuen Bildkalender „Historische Ansichten aus Ottersberg“. Günther Wiggers und Friedrich Bartels vom Kulturverein im Rektorhaus haben das Exemplar für das Jahr 2022 jetzt vorgestellt.

Bereits das 19. Mal in Folge hat sich der Verein durch die rund 6 000 Dias gearbeitet, die Günther Wiggers im Laufe der Zeit gesammelt hat. Für das Titelblatt ist die Wahl diesmal auf drei Frauen gefallen, die laut Infotext kurz nach der Jahrhundertwende am Bootsanleger ihres Hauses an der Langen Straße stehen. Die Wümme im Vordergrund, Häuser im Hintergrund. Je drei Fotos haben es auf die zwölf Monatsblätter geschafft – meist sind es schwarz-weiße Motive. Diese haben inhaltlich immer etwas miteinander zu tun. Was, das erklären kleine Texte.

Der Februar etwa gehört dem Ottersberger Vereinsleben. Auf dem Hauptbild posiert eine Männergruppe auf der Kegelbahn der Gastwirtschaft von Hermann Bischoff an der Grünen Straße. Heute, lässt sich dem Erklärtext entnehmen, befindet sich dort die Kreissparkasse. Auf kleineren Bildern sind Sportfischer bei einer Deutschen Meisterschaft im Jahr 1985 zu sehen und der Reitverein Ottersberg 1929.

Wie die Bäckerei Koch aussah (oben) oder wie Schützenfest gefeiert wurden, das und mehr verrät der Kalender.

Ein anderes Blatt des Bildkalenders zeigt drei Hochzeitsszenen, der Juni dreht sich um Vorgärten. Sind sie heute manchmal geprägt von ungastlichem, grauen Kies nebst Steingabionen und Buchsbaumskulptur im Topf, waren sie etwa im 19. Jahrhundert auch Treffpunkte. Mit teils üppig vielen Pflanzen und Sitzgelegenheiten ausgestattet konnten die Bewohner der Häuser im Grünen mit Passanten plaudern. Auf dem Juni-Hauptbild sitzen Reelf und Helene Kortlang vor einer Gartenlaube am Alten Weg. Heute sei dort der Rewe-Parkplatz, erklärt Günther Wiggers. „Bis in die 60er-Jahre war das Kaufhaus Kortlang größer als Dodenhof“, ergänzt Friedrich Bartels, der auch Leiter der Geschichtswerkstatt ist.

Ihn fasziniert bei der Auswahl besonders die soziale Seite, wie die Menschen auf den Bildern schauen, welche Kleidung sie tragen. „Natürlich wurde zu Vereinsfeiern ein Schlips umgebunden“, kommentiert Friedrich Bartels ein Bild aus dem Jahr 1953. Dann fällt ihm noch etwas Interessantes ein und er klappt die Oktober-Seite auf. „Die Menschen sagen immer: Früher war alles besser.“ Wer sich allerdings die Aufnahme des Mühlenwegs aus den Goldenen Zwanzigern anschaue, dem steche der Weg ins Auge, der lediglich aus festgetretener Erde besteht, und dass es auf einigen Grundstücken eher unordentlich aussieht. „Es war überhaupt nicht gemütlich“, sagt Friedrich Bartels. Zum Vergleich steht dem großen Schwarz-Weiß-Foto ein Bild von demselben Fleck Erde aus heutiger Zeit zur Seite – in Farbe. Alle alten Häuser sind verschwunden, nichts ist mehr wiederzuerkennen. Deshalb, erzählen die beiden geschichtsinteressierten Männer, lande so mancher Bildkalender auch bei Familienfeiern auf dem Tisch – wie ein altes Fotoalbum. Das erhofft sich das Duo auch von dem neuesten Exemplar. Aber zunächst einmal ist dieser sicherlich am besten an der Wand aufgehoben.

Wer einen der 300 Kalender im großen Querformat haben möchte, kann diesen ab sofort für 19 Euro kaufen bei der Buchhandlung Froben, der Kreissparkasse Ottersberg, der Buchhandlung Dzubiella, der Volksbank Ottersberg oder aber bei Günther Wiggers unter Telefon 04205 / 14 55. Betriebe können den Kalender laut Friedrich Bartels auch mit einem Firmenaufdruck bestellen.

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