Saxophonquartett „sonic.art“ reißt Fischerhuder Konzertpublikum mit Können und Witz von den Stühlen

Musikalisches Feuerwerk am Neujahrstag

Das Saxophonquartett „sonic.art“ riss das Publikum in Fischerhude mit.
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Das Saxophonquartett „sonic.art“ riss das Publikum in Fischerhude mit.

Fischerhude - Von Ilse Walther. Das Neujahrskonzert des Vereins „Freunde der Kammermusik Fischerhude-Quelkhorn“ ist mit den Jahren Kult geworden, und auch diesmal begann das Neue Jahr in Buthmanns Hof am Donnerstag mit einem musikalischem Feuerwerk. Zu Gast war das großartige, mitreißende Saxophonquartett „sonic.art“ in der internationalen Besetzung Ruth Velten (Sopransaxophon), Alexander Doroshkevich (Altsaxophon), Adrian Tully (Tenorsaxophon) und Annegret Schmiedl (Baritonsaxophon). Die unbändige Spielfreude des Quartetts fesselte das Publikum von Beginn an; die zahlreichen Gäste erlebten Saxophonkunst vom Feinsten, gespickt mit einer gewaltigen Portion Humor und mit feiner Empfindung für Stimmungen in der Musik.

Zum Auftakt verblüffte eine Bearbeitung des Italienischen Konzertes für Cembalo oder Klavier von Johann Sebastian Bach – in Saxophon-Besetzung ein ganz neues Hörerlebnis, fast schon mystisch. Ruth Velten erwies sich als köstliche Moderatorin, ihr Kollege Alexander Doroshkevich als kenntnisreicher Erzähler. Die beiden erklärten die modernen Werke, die dadurch zu echten Hörerlebnissen wurden. Das Ensemble ist mit dem deutschen Komponisten Gordon Campe befreundet, und dieser schrieb für das Quartett zehn Mini-Sinfonien über das Thema Zeit. Alle dauern gerade mal 9,58 Sekunden und zeigen den Künstler als einen geistreichen, humorvollen Tonschöpfer, der mit wenigen Passagen ungemein viel Witz in seine Kompositionen legt. Da wird Usain Bolts Rekordsprint in kurze Frequenzen umgewandelt, der Choral „O Ewigkeit du Donnerwort“ verballhornt, „Der Mond ist aufgegangen“ in kleine Luftgespinste verwandelt und ein „Hatschi“ in ein Riesenniesen. Die Interpretation durch das Quartett ist mitreißend witzig; da wird gekreischt, palavert, gequietscht, munter tonlich herunter gepurzelt, gepfiffen oder ganz gesanglich musiziert. Diese Technik, diese tollen Soli von allen vier – ein riesiger Spaß für die Zuhörer.

Bestechend auch eine musikalische Reise durch vier unterschiedliche Städte in der Komposition „Ciudades“: Cordoba voller Leben in turbulenten Läufen, Montevideo mit schwebender und schwirrender Wärme, das kriegsverwundete Sarajevo als wehmütige Tragödie mit melancholischen Glockenschlägen und Klagerufen. Und dann geht es nach Addis Abeba – die Musik treibt rhythmisch prägnant voran, wird quirlig, orientalisches Getümmel.

Von Philipp Glass bringen die Bläser ein sechssätziges Streichquartett, in dem die Künstler eine besondere Atemtechnik einsetzen, weil es ja in dem wie ein Perpetuum mobile wirkenden Werk keine Atempausen gibt. Alle sechs Sätze haben dieses ständige Vorantreiben eines kurzen Motivs, das eine enorme Spannung erzeugt – stimmungsreiche Musik in künstlerischer Vollendung geboten. Zum Schluss musiziert das Quartett den hinreißenden „Libertango“ von Astor Piazolla, und in einer Verschnaufpause begrüßt Alexander Doroshkevich liebevoll Familie und Freunde, die extra aus Minsk/Weißrussland angereist waren.

Für den langen, überaus begeisterten Beifall bedankten sich die Künstler noch mit dem farbigen Filmhit „Songs for Tony“.

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