Saisonstart im Schaugarten von Eschels Hoff

400 Pflanzen, die mehr sind als nur Dekoration

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Ludwig Fischer

Benkel - An der Sonne lag es nicht, dass am 1. Mai relativ wenige Besucher den Saisonstart auf Eschels Hoff in Benkel feierten. Eher an den kühlen Temperaturen. Prof. Dr. Ludwig Fischer, Projektgründer und Geschäftsführer der Garten- Landschaft-Kultur GmbH auf Eschels Hoff, zeigte sich aber zuversichtlich, was die Besucherzahlen für das neue Gartenjahr betrifft. „Blüten, die man essen kann“, lautete das Motto zum Saisonstart und dafür hatten Apfel- und Kirschbäume, aber auch Veilchen ihre ganze Pracht entfaltet.

Auch wenn die Verwendung von Blüten in der Küche im Trend liegt, „können sich viele Leute immer noch nicht vorstellen, dass man Blüten wunderbar als Akzent in Speisen einsetzen kann“, so Fischer. „Blüten von Zwiebelgewächsen wie Schnittlauch oder Knoblauch, von Rosen, ja sogar die pompösen Blüten von Dahlien dienen dabei nicht nur der Dekoration“, betont Fischer, der selbst gerne mit Kräutern und allem anderen, was im Garten wächst, in der Küche experimentiert. Auswahl hat er reichlich: Mehr als 400 verschiedene Pflanzen wachsen in dem auf Kräuter spezialisierten Benkeler Schaugarten auf 2300 Quadratmetern unterhalb des riesigen Bauernhauses aus dem 17. Jahrhundert.

Nach Themen gestaltet und mit Kieswegen unterteilt, verändert sich der Garten in jedem Jahr. „Manche Pflanzen müssen umgesetzt werden, weil sie zuviel Sonne nicht vertragen, andere brauchen immer mal wieder neue Erde. Im Minzgarten steht alles in eingelassenen Kübeln, damit das Wurzelwerk nicht durch das ganze Gelände wandert. Auch hier muss die Erde alle zwei Jahre ausgetauscht werden, damit alles frisch und grün gedeiht“, erzählt Fischer, der fast jeden Tag mehrere Stunden im Garten arbeitet. Auch Führungen tätigt er selbst und informiert Gartenfreunde dabei mit seinem großen Fachwissen über den richtigen Umgang mit Pflanzen, aber auch über ihre Verwendungsmöglichkeiten.

„Wir verfügen über eine große Pflanzenvielfalt auch in der freien Natur – was sich daraus machen lässt, ist erstaunlich und nimmt Bezug auf unsere kulturellen Traditionen. An einem einzigen Kraut lassen sich viele Seiten unserer Nahrungsgewohnheiten, unserer medizinischen Leitbilder, unserer Auffassung vom Schönen, unseres Glaubens und Aberglaubens nachvollziehen. Man kann auch erkennen, wie wandelbar unsere Bilder von Garten und der offenen Landschaft sind“, erklärt Fischer bei einem Rundgang durch sein Kräuterparadies, das wegen der anhaltend kühlen Temperaturen eigentlich erst im Werden ist.

Zum Schaugarten von Eschels Hoff, der eines der EU-geförderten Projekte der GesundRegion Wümme-Wieste-Niederung ist, gehört auch ein Café. Dort können Besucher am Wochenende nach einer Führung oder einem Rundgang durch den Garten nicht nur Kuchen und Torten der Landfrauen aus dem Ort genießen, sondern es finden auch Lesungen und musikalische Veranstaltungen statt – als nächstes am Samstag, 9. Mai, ab 20 Uhr ein literarisch-musikalischer Abend mit Poesie und freiem Jazz in spannungsreicher Zwiesprache, gestaltet von Autor Ludwig Fischer und Saxofonist Daniel Gebauer.

Eschels Hoff ist für Besucher samstags und sonntags von 14 bis 19 Uhr geöffnet sowie für Gruppen nach Absprache. Näheres zu Führungen und Programmdetails finden Interessierte unter www.eschelshoff.de im Internet.

kr

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