Der „rohe Charakter“ bleibt

Ottersberger Hochschule feiert Richtfest am millionenschweren Forschungstrakt

Richtfest feierte die Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen am Freitag zusammen mit den Handwerkern an dem millionenschweren Forschungstrakt. Wegen Corona hatte Hochschulleiter Ralf Rummel-Suhrcke (li.) die Festgesellschaft klein gehalten.
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Richtfest feierte die Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen am Freitag zusammen mit den Handwerkern an dem millionenschweren Forschungstrakt. Wegen Corona hatte Hochschulleiter Ralf Rummel-Suhrcke (li.) die Festgesellschaft klein gehalten.

Ottersberg - Die Gästeschar war coronabedingt winzig – die Freude aber spürbar groß, als die Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) am Freitagvormittag Richtfest an ihrem gut vier Millionen Euro teuren Forschungstrakt auf dem Campus Große Straße feierte. „Wir sind mehr als zufrieden mit der tollen handwerklichen Arbeit bei der Bauausführung und Bauleitung“, lobte der akademische Hochschulleiter Prof. Dr. Ralf Rummel-Suhrcke die am Rohbau beteiligten Unternehmen.

Deren Chefs und Mitarbeiter hatten sich mit Rummel-Suhrcke als HKS-Vertreter zum Feiern in kleiner Runde mit den gehörigen Abständen eingefunden. Polier Andreas Zöhrer vom Bauunternehmen Stehnke wünschte unter dem Richtkranz Glück und Segen, bevor Rummel-Suhrcke zu Kaffee und Brötchen einlud. Auf die Einladung offizieller Gäste hatte die Hochschulleitung situationsbedingt verzichtet. Auch der Berliner Architekt Andreas Oevermann sowie Björn Thümler, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, hatten ihre geplante Teilnahme wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

Voriges Jahr hatte Thümler der Hochschule persönlich den Förderbescheid über rund 3,15 Millionen Euro überbracht: Zu 90 Prozent wollten sich der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und das Land Niedersachsen an den mit 3,5 Millionen Euro kalkulierten Baukosten für den neuen Forschungstrakt der HKS beteiligen. Inzwischen wurde die Fördersumme um weitere 500 000 Euro aus EU-Geldern aufgestockt. Die Nachförderung hatte Rummel-Suhrcke wegen der gestiegenen Baukosten beantragt – mit Erfolg. Ihren Eigenanteil von knapp 400 000 Euro finanziert die private Hochschule aus dem Verkaufserlös des Altcampus am Wiestebruch, der schrittweise aufgelöst wird.

Studieren unterm Ottersberger Himmel – das ermöglicht wortwörtlich der grandiose Lichteinfall durch das Sheddach im obersten Stockwerk des Neubaus.

Denn der Forschungstrakt schafft nicht nur optimale räumliche Voraussetzungen für den noch jungen HKS-Forschungsschwerpunkt „Künstlerische Interventionen in Gesundheitsförderung und Prävention“, sondern ist auch der erste von insgesamt drei Bauabschnitten, mit denen die zwei Hochschulstandorte am Campus Große Straße zusammengeführt werden sollen. 2021 und 2022 sind hier der Neubau des Verwaltungs- und Seminartrakts sowie des Mehrzweckgebäudes samt neuer Aula geplant.

„Die Entwicklung des modernen Hochschulcampus geht dynamisch voran“, freute sich HKS-Leiter Rummel-Suhrcke über den beim Richtfest dokumentierten Baufortschritt. Auf 1264 Quadratmetern und drei Etagen entstehen in dem Forschungsgebäude Labore, Studios und Ateliers für interdisziplinäre künstlerische Arbeit und für Aufgaben des Forschungsteams. Zum Beginn des Herbst-/Wintersemesters im Oktober soll der Bau bezugsfertig sein. Froh äußerte sich Rummel-Suhrcke darüber, regionale Fachfirmen für die Arbeiten gewonnen zu haben, die im Zeitplan lägen und zur vollsten Zufriedenheit der Hochschule liefen.

Optisch soll der Bau „seinen rohen, industriellen Charakter behalten“ – außen durch eine petrolfarbige Metallfassade, innen mit einer frei bis ins dritte Stockwerk schwebenden Rohbetontreppe und spröden Wänden. Statt festgelegtem Flair und hinderlicher Deko sollen viel Licht, Luft und Freiraum kreative Denk- und Schaffensprozesse beflügeln.

„Jetzt warten wir auf den Dachdecker, und danach beginnt der Innenausbau“, kündigte Rummel-Suhrcke an.

Für die Eröffnung im Oktober hofft er, dass eine große Feier mit vielen Gästen dann wieder möglich ist. Und vor allem, dass die 310 Studierenden wieder vor Ort lernen und arbeiten können. In der Corona-Krise hat die Hochschule die Türen abgeschlossen und komplett auf Online-Lehre umgestellt. Das sei mit einem „hohen Lernfaktor für uns alle“ verbunden gewesen, laufe aber gut, sodass keine Studienzeit verloren gehe, sagte der HKS-Leiter.

Die Ottersberger Hochschule gilt europaweit als eine der namhaftesten Ausbildungsstätten für Kunsttherapie und bietet verschiedene Bachelor- und Masterstudiengänge zu Kunst, Theater und Tanz im Sozialen sowie zu Freier Bildender Kunst an.

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