Menschen mit Doppeldiagnose erhalten passenden Lebensort

Richtkranz überm Birkenhaus: Neues findet Platz

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Zimmermeister Andre Ruff (ganz rechts) gab dem Bau viele gute Wünsche mit auf den Weg.

Quelkhorn - „Dies ist für den Parzival Hof ein besonderer Tag, den wir alle gemeinsam feiern wollen“, begrüßte Stefan Bachmann, der Heimleiter auf diesem Hof in Quelkhorn, zahlreiche Gäste im Garten der Einrichtung für seelenpflegebedürftige Menschen.

Landrat Peter Bohlmann, Dennis Gläß vom Vorstand der Stiftung Kreissparkasse Verden, Horst Hofmann, Bürgermeister des Fleckens Ottersberg, Mitglieder des Vorstandes des Fördervereins „Leben und Arbeiten“, Bewohner, deren Eltern, Mitarbeiter und als wichtigste Männer der Tat die Handwerker.

Anlass war das Richtfest des Birkenhauses, der Keimzelle des Parzival Hofes. Es wird derzeit um- und ausgebaut, um als Folge des neuen Teilhabegesetzes ein ehrgeiziges Bauprojekt zu realisieren.

Ein Wohnobjekt für Menschen mit Doppeldiagnose entsteht, das fünf von ihnen einen Lebensort bietet, die schon seit vielen Jahren auf dem Parzival Hof wohnen und arbeiten. Zielsetzung ist, ihnen in der Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit zu widmen und zu ermöglichen, dass sie sich perspektivisch auch außerhalb der Akutpsychiatrie in angemessenen Lebensbedingungen bewegen.

„Wollen Antworten auf Fragen schaffen“

„Wir wollen nicht einfach größer werden, sondern Antworten auf Fragen schaffen“, betonte Stefan Bachmann. „Derzeit stehen wir vor der Situation, dass bisherige Umgangskonzepte, sozialtherapeutische Ansätze und räumliche Gegebenheiten nicht ausreichen, um eine gute Alltagsbewältigung zu gewährleisten“.

Der kunstvoll gebundene Richtkranz, mit vielen bunten Bändern geschmückt, war von den Zimmerleuten der Firma Ruff & Rolfs aus Achim-Baden schnell aus Dach gebracht. Sie hatten nämlich einen Kran zur Hand.

In traditioneller Zimmermannskluft gewandet, nahm Meister Andre Ruff sich viel Zeit für den Richtspruch, für den er kein Manuskript benötigte und alle Segenswünsche mit einband, die so ein Gebäude braucht, um seiner Bestimmung gerecht zu werden.

Landrat Peter Bohlmann zeigte sich außerordentlich beeindruckt von dem richtungsweisenden Projekt. Er sprach von den intensiven Beziehungen zwischen Landkreis und Parzival Hof und würdigte die stetige Weiterentwicklung der Einrichtung zugunsten der gehandicapten Menschen.

300.000 Euro kostet das Vorhaben

Dennis Gläß schloss sich diesen Worten an. Die Kreissparkasse unterstützt den Bau mit 15.000 Euro – ein warmer Regen für das Haus. Einen noch wärmeren gab es von der ZILE-Förderung für den ländlichen Raum, die einen Betrag von 127.000 Euro zur Verfügung stellte und das rund 300.000 Euro teure Vorhaben damit großzügig mitfinanziert.

Gemeinschaftliches Singen lockerte die Veranstaltung auf, und später hatte Stefan Bachmann noch eine Überraschung parat:

Das Birkenhaus soll nämlich einen neuen Namen bekommen. An der Findung dürfen sich alle Bürger beteiligen. Jeder schreibt seinen Wunschnamen auf und wirft den Zettel in eine Box. Bis zum 15. September müssen die Vorschläge abgegeben werden. Eine Jury entscheidet über den besten Vorschlag.

Der Gewinner, der dann Namensgeber ist, bekommt einen Gutschein für einen Abend zu Zweit im BergWerk in Quelkhorn. „Dort kann man richtig lecker essen“, warb der Heimleiter und löste damit schon mal großes Interesse aus. 

kr

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