Wo Leute happy rausspazieren 

René Grabowski leitet das Otterbad mit viel Leidenschaft

+
René Grabowski (26) leitet seit dem 1. Dezember mit viel Herzblut das Ottersberger Hallenbad.

Ottersberg - Von Petra Holthusen. Wenn nach der Aquafitness ältere Damen mit frischer Energie und neuer Beweglichkeit „happy hier rausspazieren“ oder ihn planschende Kinder umlagern, denen er alle Abzeichen vom Seepferdchen bis zum Gold „verpasst“ hat, dann weiß René Grabowski, dass er genau richtig ist hier im Otterbad. „Das Feedback unserer Gäste ist so genial“, sagt der junge Leiter des Ottersberger Hallenbads mit breitem Lächeln, „die Leute sind so dankbar für dieses Angebot.“

Vor vier Jahren war sich Grabowski gar nicht so sicher, ob er im Otterbad - in dem er als Posthausener Junge selbst mal schwimmen gelernt hat - tatsächlich als Schwimmmeister anheuern sollte. „Zwei, drei Tage überlegen“ musste er schon, als der frühere Badchef Kay Schulze ihn von der Bremer Bäder Gesellschaft abwerben und nach Ottersberg lotsen wollte. Denn hier stand mit der E-Werks-Krise das angegliederte Otterbad mächtig auf der Kippe. „Aber Kay und ich“ - beide kannten sich gut aus gemeinsamen Bremer Zeiten - „hatten schon immer die gleichen Ideen und Ziele“. Und sie beschlossen, „zusammen so viel zu reißen, dass das Otterbad wieder in sicheres Fahrwasser kommt“.

Also kam René Grabowski sozusagen nach Hause und fing im April 2015 im Otterbad an. Das hat der 26-Jährige bis heute keinen Tag bereut, wie er sagt, und dass er als Schulzes Stellvertreter nach dessen Weggang zum 1. Dezember die Badbetriebsleitung übernahm, war irgendwie logisch. Zumal die Sache mit dem sicheren Fahrwasser gut geklappt hatte. „Zusammen mit den Besuchern optimierte Öffnungs- und Kurszeiten und klare Strukturen haben zu einer besseren Auslastung geführt“, fasst Grabowski zusammen. Die Zahl der Badegäste ist mit jährlich 58.000 stabil, das Bad sieben Tage die Woche ausgelastet, und das Kursprogramm mit allein 23 Aquafitnessgruppen und sieben Schwimmkursen brummt. Längst hat das Otterbad eine politische Zukunftsgarantie und steht nun vor der millionenschweren energetischen Dach- und Fassadensanierung. Dazu sollen auch bauliche Veränderungen im Inneren Betriebsabläufe weiter optimieren und die Attraktivität nochmal steigern. Neben weiteren Sammelumkleiden, die nahtlose Wechsel beim Schulschwimmen und so die Unterbringung von mehr Klassen im Zeitplan ermöglichen, freut sich René Grabowski besonders auf die Vergrößerung des Kleinkinderplanschbeckens und dessen Ausstattung mit Sprenklern und Rutsche. Denn junge Familien, und deren Zahl wachse in Ottersberg, seien eine bedeutsame Zielgruppe des überschaubaren familiären Bads.

In den großen Bremer Bädern war das Arbeiten ein ganz anderes. „Acht Stunden am Beckenrand stehen und auf die Leute gucken“, machte Grabowski letztlich nicht so glücklich, wie er jetzt im Otterbad ist: „Hier machen wir alles selber.“ Aquafitness anleiten, Kindern das Schwimmen beibringen, Beckenaufsicht führen, die Technik steuern, die Frühschwimmer mit Handschlag begrüßen, die Kinder bei Mottopartys bespaßen... - „wir haben immer gut zu tun“.

Für Grabowski als Betriebsleiter kommt noch allerhand dazu - wie Marketing, betriebswirtschaftliches Management, für das er sich gerade im Meisterkurs rüstet, und Dienstpläne schreiben für sein kleines engagiertes Team, eine kniffelige Angelegenheit bei Schichtbetrieb an sieben Tagen die Woche.

Zum Team gehören neben den drei Schwimmmeistern zwei Servicekräfte für Kasse und Kursanmeldungen, von denen eine als ausgebildete Rettungsschwimmerin auch am Becken in der Halle aushelfen kann, sowie vier Reinigungskräfte, von denen immer eine im Haus ist. „Ich kenne kein Bad, das so sauber ist wie unseres“, sagt Grabowski stolz, „es gibt nie Beschwerden, aber viel Lob von den Badegästen.“

Der 26-Jährige, der in Posthausen groß geworden ist und heute dort mit seiner Freundin lebt, hat sein „Hobby zum Beruf gemacht“. Als Jugendlicher trainierte er jahrelang bei der DLRG, machte seinen Rettungsschwimmerschein - und stellte mehr zufällig fest, dass Schwimmmeister ja ein Lehrberuf ist. 2009 startete er seine Ausbildung bei den Bremer Bädern - und musste sich fortan „ein neues Hobby suchen“. Das fand er im Fitnessstudio: „Das ist gut kompatibel mit dem Schichtdienst.“ Als Fachangestellter für Bäderbetriebe, wie der Schwimmmeister korrekt heißt, arbeitete Grabowski im Osterholz-Tenever Hallenbad - bis der Lockruf aus dem Otterbad kam. Und dem zu folgen, „war die richtige Entscheidung, absolut“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Blackout in Berlin: Erste Haushalte haben wieder Strom

Blackout in Berlin: Erste Haushalte haben wieder Strom

Sieben Songs für Israel: Wer singt beim ESC?

Sieben Songs für Israel: Wer singt beim ESC?

Lawinenabgang in der Schweiz: Pistenhelfer gestorben

Lawinenabgang in der Schweiz: Pistenhelfer gestorben

Ein eindrucksvolles Gebäude - Amtshof Nummer 2

Ein eindrucksvolles Gebäude - Amtshof Nummer 2

Meistgelesene Artikel

Rassekaninchenzuchtverein F1 freut sich über Titelgewinne

Rassekaninchenzuchtverein F1 freut sich über Titelgewinne

Realschule Verden: Jahrgang 1992 bis 1996 plant Party

Realschule Verden: Jahrgang 1992 bis 1996 plant Party

Fünf neue Schutzgebiete im Landkreis

Fünf neue Schutzgebiete im Landkreis

„Wir singen immer noch!“

„Wir singen immer noch!“

Kommentare