Berliner A-cappella-Quartett gibt Jubiläumskonzert

Quelkhorn in love – mit den Aquabellas

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Das Berliner A-cappella-Quartett „Aquabella“ gab im rappelvollen Saal des Quelkhorner „Bergwerks“ ein umjubeltes Jubiläumskonzert.

Quelkhorn - Von Bernd Hägermann. Wer als Gesangsensemble sich „Aquabella“ nennt, verrät schon mal sein liebstes Element. Allerdings sind die Damen, die am Freitagabend im Quelkhorner „Bergwerk“ gastierten, mehr als nur ein hübsches Nixen-Quartett.

In diesem Jahr feiern die Aquabellas, die in unterschiedlichen Besetzungen auftreten – diesmal mit Nina Rotner, Nadja Dehn, Erika Spalke und Ensemble-Gründerin Bettina Stäbert –, ihr 20-jähriges Jubiläum. In diesen zwei Jahrzehnten waren sie viermal zu Gast im „Bergwerk“. Deswegen war es kein Wunder, dass sich im Publikum langjährige Fans versammelten, aber auch solche Zuhörer, für die „Aquabella“ eine Neuentdeckung ist. Eine lohnende, wie sich beim Jubiläumsprogramm „Jubilee“ herausstellte.

Veranstalter Jörg Gebauer und sein Team hatten alle verfügbaren Stühle aufgeboten, um den Besuchern ausreichend Sitzgelegenheiten zu geben. Dennoch mussten dafür auch einige Tische dienen. Und das alles, obwohl gleichzeitig im Fernsehen der Fußballklassiker England-Deutschland übertragen wurde. Für die Kicker war es ein freundschaftlicher Vergleich, für die Aquabellas ein Indiz für die Beliebtheit ihres weltmusikalischen Programms.

Reisen prägen die Musik des Quartetts

„Aquabella“ ist viel unterwegs. Aus den Reisen lässt sich künstlerisch schöpfen. Zum Beispiel für eine bulgarische Volksweise, im Westen weitgehend unbekannt, aber vom Vokal-Ensemble zum Auftakttitel erkoren und eine Konzerteröffnung, die richtungsgebend ist. „Aquabella“ setzt nicht auf schrille Choreografie oder stimmliche Effekthascherei, sondern offenbart das Kennzeichnende eines Musikstücks. Für die körperliche Untermalung reichen Blicke oder gestische Andeutungen. Nichts wirkt aufgesetzt, alles ist dem klanglichen Bild untergeordnet. 

Das gilt für das japanische Kirschblütenlied „Sakura“ ebenso wie für das Lied der Roma oder das ursprünglich von Ofra Haza gesungene „Im nin alu“ – und natürlich auch für jede Samba. Aber wie verhält es sich mit einem ostfinnischen Dialekt? Für „Aquabella“ kein Problem. Das Quartett macht daraus ein tänzerisch flirrendes und stimmlich kehliges Werben um die Liebste. Danach nur ein Satz von Bettina Stäbert: „Die ostfinnischen Jungs haben es einfach drauf.“

Ohnehin wurde viel von der Liebe gesungen an diesem Abend, von der erhofften, der erfüllten oder der verlorenen. Die Liebe ist das künstlerische Thema der Weltmusikerinnen. Dafür gab es mehr als Beifall. Aus dem Saal strömte Zuneigung zur Bühne. Womöglich sogar etwas Liebe.

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