Preisgekröntes Trio Imàge bietet mitreißenden Konzertabend in Buthmanns Hof

Chaos der Gefühle grandios musiziert

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Das Trio Imàge begeisterte in Buthmanns Hof.

Fischerhude - Von Ilse Walther. Auf Einladung der Freunde der Kammermusik Fischerhude-Quelkhorn gastierte am Samstag das Trio Imàge mit Gergana Gergova (Violine), Thomas Kaufmann (Violoncello) und Pavlin Nechev (Klavier) in Buthmanns Hof. Die Künstler sind mehrfache Preisträger diverser Musikwettbewerbe und präsentierten sich in Fischerhude als ungemein sympathische Musiker mit hohem künstlerischen Anspruch.

Sie begannen mit dem letzten Klaviertrio von Joseph Haydn, dessen zwei Sätze unterschiedlich in Stimmung und Inhalt sind – der erste schwermütig, ruhig in Moll; der zweite ein musikalischer Scherz, ein Wettstreit zwischen Dilettanten um die sauberste Höhe – vom Trio fein figuriert mit hübschen Floskeln musiziert. Mauricio Kagel (1931-2008) gehört zu den Lieblingskomponisten des Trios. Er schuf eine szenenreiche Musik mit ungewöhnlichen Klangeffekten. So muss der Pianist öfter die Saiten mit den Händen anschlagen, und auch Violine und Cello haben richtige Percussionpassagen, die sie hart mit dem Bogen auf die Saiten ihrer Instrumente schlagen. Kagel widmete sein Trio in drei Sätzen von 1984/85 dem Teufel und beschwor mit seiner Musik von dunkel pochend in intensivster Tiefe bis zu einem sehr hohen Flageolett der Violine eine ganz unwirkliche und unheimliche Stimmung. Die Musik wechselte häufig die Szenen, bot klangreiche Vielfalt, tobte voller Leidenschaft, schloss mit heiterem Pizzicato, dann atemlos stilles Pianissimo, ein unwirkliches Finale – ein Chaos der Gefühle, vom Trio Imàge grandios musiziert mit Spielkultur pur und Spannung bis zum Schluss.

Geigerin und Pianist stammen aus Bulgarien und sie hatten ein dem Trio gewidmetes Werk ihres jungen Landsmannes Marek Djakov mitgebracht, um ihre Volksmusik in anregender Besetzung dem Publikum nahe zu bringen. Der Komponist ließ sich von seiner Volksmusik inspirieren, und die beiden Sätze „Slow Melody and Song“ und die furiose Passacaglia-Toccata brachten eine gelöste Stimmung durch das perfekte, einfühlsame und farbige Musizieren – man fühlte sich wie auf dem Dorftanzboden. Ein hinreißendes Werk, hinreißend musiziert.

Mit dem berühmten Trio e-moll op. 90 „Dumky“ von Antonin Dvorák beendete das Trio Imàge diesen Abend, und das war vom emotional gesteigerten Beginn an Hörgenuss pur. Wie diese drei Künstler sich in die ganze Gefühlswelt Dvoráks hineinversetzten, war meisterlich und überzeugend; sie kosteten die wunderbaren Volksmusiksätze farbenreich und voller Spielfreude aus. Der Beifall wollte nicht enden nach dem mitreißenden Abend. Welch ein großartiges Trio!

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