Politik beschließt neue Kostentarife

Preiserhöhungen im Ottersberger Hallenbad

Kinder am Beckenrand des Hallenbads
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Für Kinder und Jugendliche werden die Preise im Otterbad nicht erhöht. Symbolfoto: DPA

Ottersberg – Für Kinder und Jugendliche ändert sich fast nichts, für Erwachsene aber wird das Schimmen im Otterbad nach der für September geplanten Wiedereröffnung des Hallenbads teurer. Das hat der E-Werksausschuss auf Vorschlag der Betriebsleitung in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Ottersberger Rathaussaal einstimmig beschlossen. Danach steigt zum Beispiel der Eintrittspreis für Erwachsene von 3 auf 4 Euro und die Bahnmiete für Gruppen von 20 auf 30 Euro pro Bahn und Stunde.

Der mit Ratspolitikern aller Fraktionen sowie Betriebsmitarbeitern besetzte Fachausschuss ist Entscheidungs- und Kontrollgremium für das gemeindeeigene Elektrizitäts-Werk, das auch Betreiber des Otterbads ist. Das Hallenbad ist seit Beginn der Corona-Pandemie geschlossen und befindet sich außerdem seit September in der Sanierung. Für 3,2 Millionen Euro wird das beliebte kleine Bad energetisch saniert und benutzerfreundlich umgebaut.

Badbetriebsleiter René Grabowski nutzte die Schließzeit unter anderem für eine Überarbeitung der Gebührensatzung des Otterbads. Denn die sei nicht mehr zeitgemäß, erklärte E-Werksleiter Helge Dannat bei Vorstellung der Neufassung im Betriebsausschuss. Nicht nur, weil die Eintrittspreise in Ottersberg unter dem regionalen Durchschnitt lägen, sondern auch wegen der hohen Investitionen in die laufende Sanierung und Schaffung eines modernen Bads für die Gäste.

Ein Hallenbad – das naturgemäß immer subventionsbedürftig ist – sei kein selbstverständliches Angebot der Gemeinde für ihre Bürger, betonte Dannat. Vor allem in einer Zeit des Bädersterbens. Dannat zitierte eine sorgenvolle Aussage der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG): „In Deutschland wächst eine Generation von Nichtschwimmern heran“, und Ertrinken sei schon heute die häufigste Todesursache bei Kindern. „Aber wir sind in der glücklichen Lage, dass wir hier ein Schwimmbad haben“, unterstrich Dannat.

Die moderat angepasste Preisgestaltung – „mit weiterhin stark rabattierten Mehrfach- und Jahreskarten“ – soll pünktlich zu der für September erhofften Wiedereröffnung in Kraft treten. Ein besonderes Augenmerk legen Dannat und Grabowski auf „die kostendeckende Durchführung des Schulschwimmens“. Dafür zahlen die Schulträger, allen voran die Gemeinden Ottersberg und Oyten, Bahnmieten, die nun deutlich erhöht werden. „Auf das Durchschnittsniveau der umliegenden Bäder“ steigen auch die Tarife für Schwimm- und Aquafitnesskurse.

Alles in allem „hoffen wir auf 50 000 Euro an Mehreinnahmen im Jahr“, so Dannat. Damit ließen sich nach den großen Investitionen in die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Otterbads zumindest „die Abschreibungen und Zinsen abdecken“. Allerdings hänge die gesamte Einnahmesituation ab Herbst davon ab, „wie die Leute das Bad nach Corona annehmen und wie der Betrieb wieder in Gang kommt“.

Die neue Gebührensatzung sei „mit Augenmaß gemacht“, betonte Dannat und kündigte zudem Ergänzungen in den allgemeinen Badebestimmungen an. So zählen Inhaber von Ehrenamtskarten künftig zum Kreis der Berechtigten, die Ermäßigungen in Anspruch nehmen dürfen. Außerdem wird jetzt festgeschrieben, dass Kinder unter sieben Jahren nur mit einer geeigneten Begleitperson ab 16 Jahren ins Bad dürfen. Das soll Dannat zufolge „Eltern davon abhalten, ihre Kinder einfach im Bad abzuladen“ und sich selbst aus der Verantwortung zu nehmen – in der Annahme, die Badeaufsicht am Becken werde sich schon kümmern ...

Die neue Gebührensatzung ist mit Augenmaß gemacht

 E-Werksleiter Helge Dannat

Die Ratsfraktionsvertreter im E-Werksausschuss befürworteten die angepasste Satzung und die neuen Kostentarife einmütig. Dass die Gebühren für Jugendliche nicht erhöht würden, sei „positiv aufgefallen“, sagte SPD-Sprecherin Annegret Reysen.

Durch den Wintereinbruch im Februar seien die Arbeiten auf der Bad-Baustelle um einige Wochen in Verzug geraten, berichtete E-Werksleiter Dannat. Der angepeilte Eröffnungstermin nach den Sommerferien sei aber nicht in Gefahr. Ungeplante Mehrkosten bahnen sich durch „aufgetretene Altlasten“ an, ergänzte Bürgermeister Tim Willy Weber, aber „wir haben das noch im Griff“. Und er gehe nicht von Kostensteigerungen „im sechsstelligen Bereich“ aus, so Weber.

Karten weiter gültig

Noch vorhandene Eintrittskarten für das seit einem Jahr geschlossene Otterbad verfallen nicht durch die Preiserhöhung zur geplanten Wiedereröffnung im September. Die Chipkarten können zur Umschreibung auf das neue Tarifsystem in den Briefkasten des E-Werks an der Grünen Straße 26 in Ottersberg eingeworfen werden. Darauf weist Badbetriebsleiter René Grabowski hin.

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