Lions-Club spendet Küchengeräte

Praktisch lernen zwischen Hof und Herd

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Voller Vorfreude auf das Essen sind die Zweitklässler der Grundschule Posthausen, nachdem sie mit Klassenlehrerin Doris Benger-von Ahnen (2.v.l.) sowie den Landfrauen Rika Westphal (5.v.l.) und Silke Bockelmann (rechts) eine gesunde Mahlzeit zubereitet haben. Wolfgang Götz, Vorsitzender des Lions-Hilfswerks, und Lions-Präsident Geert Mehlhop (3. und 4.v.l.) übergaben eine Spende für neue Küchengeräte, übergaben eine Spende für neue Küchengeräte, die Schulleiterin Sabine Göricke (links) sowie Christine Tewes (3.v.r.) und Annameta Rippich vom Förderverein Neua (2.v.r.), entgegennahmen.

Posthausen - Da wurde der Esslöffel plötzlich zum Ei – und das Rezept notgedrungen abgewandelt. Offenbar hatten sich einige Zweitklässler an der Grundschule Posthausen das erste Mal an einem Kochrezept versucht und konnten dementsprechend die Abkürzung „EL“ nicht einordnen. Mit dem Ergebnis, dass, statt zweier Esslöffel Mehl, zwei Eier in der Rührschüssel landeten.

„Das ist das Mindestalter, bei dem das möglich ist. Da können sie gerade so lesen“, erzählt Klassenlehrerin Doris Benger-von Ahnen. Zum ersten Mal beteiligte sich eine zweite Klasse der Bildungseinrichtung an dem Projekt „Vom Hof auf den Teller“, das der Förderverein für Nachhaltige Ernährung, Umweltbildung und Agrarwirtschaft (Neua), bestehend aus Vertretern der Landfrauenverbände und des Landvolks aus den Landkreisen Rotenburg und Verden, anbietet. „Mit den Drittklässlern machen wir das schon seit vielen Jahren“, so Benger-von Ahnen. Mit Gründung der Initiative „Vom Hof auf den Teller“ 2015 war Posthausen als eine der ersten Schulen mit im Boot.

Im Rahmen des Projekts gab es gestern an der Schule einen Aktionstag zum Thema „Milch“, den die Landfrauen Silke Bockelmann und Rika Westphal gestalteten. Das nahmen der Lions-Club Ottersberg/ Wümme und das Lions-Hilfswerk zum Anlass, um eine Spende in Höhe von 600 Euro für neue Küchengeräte zu überreichen. Derweil stürzten sich die Kinder unter Anleitung der Kochexpertinnen mit viel Elan auf die Zubereitung von Power-Wraps, Pizzabällchen, Kräuterquark und -butter sowie Milchreis und Obstquark zum Nachtisch.

„Das ist seit Jahren ein Selbstläufer“, freut sich Schulleiterin Sabine Göricke. „Die Kinder sind mit viel Spaß bei der Sache.“ Mit der Spende der Lions kann die Schule nun für zwei Teams eine neue Kochausstattung – darunter ein Waffeleisen, einen Standmixer sowie diverse Schüsseln und Töpfe – anschaffen. „Das wird hier sicher in guten Händen sein“, dankt Annameta Rippich, Vorsitzende des Fördervereins Neua und der Kreislandfrauen, für die Küchengeräte-Spende. „Die Landfrauen, die das Projekt leiten, haben alle eine Fortbildung durchlaufen, die Kenntnisse über gesunde Kinderernährung, Hygiene und vieles mehr vermittelt.“ Nach der gemeinsamen Kochaktion geben sie den Kindern Rezeptbücher an die Hand, damit sie das Erlernte zu Hause nachkochen können. Das alles geschieht nicht im luftleeren Raum: „Wir besuchen mit Kindern und Jugendlichen die Betriebe und erläutern ihnen, wie man die Produkte kochen und verarbeiten kann“, sagt Christine Tewes, Beraterin der Landwirschaftskammer Niedersachsen und ebenfalls Vorstandsmitglied bei Neua.

„Die Landfrauen fördern die Kenntnisse über die Produktion verschiedener Lebensmittel. Und wir sind der Meinung, dass zumindest Kinder im ländlichen Bereich wissen sollten, woher ihre Nahrungsmittel kommen“, betont Geert Mehlhop, Präsident des Lions-Clubs Ottersberg/Wümme. „Wir wollen diese Arbeit erleichtern und einen erzieherischen Wert beisteuern.“

Schulleiterin Sabine Göricke sieht die Weiterführung des Projekts an der Schule gesichert. „Das entspricht auch unserem Interesse, dass die Kinder hier ein tolles Angebot vorfinden.“ Wie die Erfahrung vergangener Jahre zeige, tragen die Schüler ihr neu erworbenes Wissen über regionale Lebensmittel auch in die Elternhäuser hinein.

Die Beteiligten bieten das Projekt „Vom Hof auf den Teller“ mit verschiedenen Schwerpunkten an: Milch, Getreide, Kartoffeln, Obst und Gemüse sowie – für höhere Jahrgänge – Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Für die Hofbesuche kooperiert der Förderverein Neua mit 25 landwirtschaftlichen Betrieben im Landkreis Verden und Rotenburg, sowohl mit konventionellen als auch ökologischen Landwirtschaftsunternehmen. Die Drittklässler aus Posthausen hatten zuvor einen Getreidehof in Mahndorf besucht. Für die Zweitklässler steht im November ein Besuch im Posthausener Milchviehbetrieb Henke an.

Weitere Schulen im gesamten Landkreis Verden beteiligen sich rege am Angebot „Vom Hof auf den Teller“ – unter anderem Bildungseinrichtungen in Sagehorn, Blender, Etelsen und Achim.

Über das Projekt

Als Ansprechpartner und Botschafter für die Landwirtschaft und eine gesunde Ernährung engagieren sich der Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden sowie die Landfrauenverbände Rotenburg und Verden seit Jahren in zahlreichen Projekten. Aus dem Landfrauen-Projekt „Kochen mit Kindern“ entstand das um die Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben erweiterte „Vom Hof auf den Teller“. Dafür wurde 2015 der Förderverein für Nachhaltige Ernährung, Umweltbildung und Agrarwirtschaft (Neua) gegründet. „Vom Hof auf den Teller“ will Kindern und Jugendlichen vielfältige und lebendige Erlebnisse rund um das Thema Landwirtschaft und Ernährung ermöglichen.

Weitere Infos

Christine Tewes, Telefon 04231/927616, christine.tewes@lwk-niedersachsen.de

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