Verkehrssicherheit ist das Thema von SPD-Kandidat Marcus Stadtlander

„Man kann da baulich so viel machen“

Marcus Stadtlander
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Marcus Stadtlander (51) aus Posthausen kandidiert für die SPD. Sein Engagement für die Gemeinschaft begann als Elternvertreter im Posthausener Kindergarten.

Posthausen – Sein erstes politisches Erfolgserlebnis verbuchte Marcus Stadtlander vor neun Jahren als Vater. Damals nahmen er und weitere Eltern Anlauf für eine Krippe im Posthausener Kindergarten: „Der Bedarf war da! Wir haben die Kinder gezählt, Fördergelder ermittelt, sind ins Rathaus marschiert, haben den Bürgermeister bequatscht und unseren Antrag im Ausschuss vorgestellt. Ende 2012 kam die Baugenehmigung – dann ging"s los.“ Und „das war toll“, sagt Stadtlander. Zügig, bedarfsgerecht und ausgerichtet an der Alltagswirklichkeit, so sollte Politik funktionieren, meint er. Dazu will der 51-Jährige künftig aktiv beitragen: Stadtlander kandidiert bei der Kommunalwahl am 12. September auf der SPD-Liste für den Gemeinderat Ottersberg und den Ortsrat Posthausen.

Stadtlander ist Ur-Posthausener und lebt mit Frau und drei Kindern (14 und 8 Jahre sowie 15 Monate alt) auf der elterlichen Hofstelle. Er arbeitet als Ingenieur im Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM), dem Forschungsinstitut der Universität Bremen, das durch sein Fallturm-Labor bekannt ist. Beim TSV Posthausen spielt Stadtlander seit Urzeiten Tischtennis, dazu kommen private Kartenspielrunden – und ganz viel ehrenamtliches Engagement in den Elternräten von Kindergarten und Grundschule und in den Vorständen der jeweiligen Fördervereine „Moorwichtel“ und „Gänseblümchen“.

„Mich kennen ganz viele hier – ob sie mich auch wählen, weiß ich natürlich nicht“, sagt Stadtlander mit einem Lächeln. Wofür er sich politisch einsetzen will, weiß er genau: für weniger Verkehr und mehr Sicherheit im Allgemeinen und Schulwegsicherung im Besonderen.

Die Schulstraße in Posthausen ist seit Jahren sein Thema als Elternvertreter: Viel zu viel und viel zu schnell sei der Verkehr vor Schule und Kita. Das belegten Stadtlander und seine Mitstreiter mit eigenen Geschwindigkeitsmessungen und -auswertungen: „An Tempo 30 hält sich kaum jemand. Es gibt nur eine Möglichkeit zur Beruhigung: mit Schwellen zu arbeiten, die für Busse, Trecker und Feuerwehrfahrzeuge passierbar sind.“ Da wolle der jetzige Ortsrat aber nicht recht ran. Verschärfend komme der an der Schulstraße geplante Neubau des Feuerwehrhauses hinzu: „Den Standort finde ich völlig unmöglich.“

Auch das Schützenhaus zieht an die Schulstraße. Heimathaus und Sportverein sind sowieso dort. Für Stadtlander entsteht hier „ein neuer Ortskern, und es ist dringendst erforderlich, mal alle Beteiligten an einen Tisch zu holen und zu diskutieren, was wir genau wollen“. Generell müsse für die Attraktivität des Ortes etwas getan werden: „Dass man zum Beispiel abends auch mal irgendwo hingehen kann.“ Oder dass der „massive Lkw-Verkehr, der zwischen A1 und A27 abkürzt und durch Posthausen fährt, unterbunden wird“.

Sichere Schulwege sind für Stadtlander auch gemeindeweit ein Thema. Etwa im Ortsteil Bahnhof, in den die Autos aus Richtung Autobahn mit 100 Sachen und mehr rauschen: „Man kann da baulich so viel machen.“ Als Elternvertreter habe er sich mit der Landesstraßenbaubehörde schon gestritten. „Das werde ich auch weiter tun“, sagt Stadtlander, „und wenn man jedes Jahr den gleichen Antrag wieder stellt!“ Geduld sei nicht seine Stärke, meint der 51-Jährige, „aber Ausdauer muss sein“.

Gucken, was man politisch erreichen könne und ob diese Arbeit Spaß mache, das würde Stadtlander in der nächsten Wahlperiode fürs Erste gerne mal „fünf Jahre ausprobieren“. Kommunalpolitik brauche Nachwuchs, weiß er. Also habe er sich für eine Kandidatur entschieden: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Er sei jemand, der „die Demokratie sehr hoch schätzt“, sagt Stadtlander. Deshalb sei er bei strittigen Themen immer dafür, die Bürger zu beteiligen und zu befragen. Und deshalb kandidiere er im christdemokratischen Posthausen für die SPD: „Nicht weil ich etwas gegen die CDU-Leute habe, sondern um den Bürgern nochmal eine andere Partei anzubieten. Sonst braucht in Posthausen ja bald keiner mehr wählen zu gehen.“

Von Petra Holthusen

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