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Landleben mit städtischen Akzenten

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Der Mensabau an der Grundschule
Der Mensabau an der Grundschule bietet für Posthausens Ortsbürgermeister Reiner Sterna auch Potenzial als öffentlicher Veranstaltungsort für die Dorfgemeinschaft. © Woelki

Posthausen – Die Moordörfer rüsten sich für die kommenden Herausforderungen. „Wir stellen uns der Zukunft“, sagt Posthausens Ortsbürgermeister Reiner Sterna mit Blick auf die Schaffung von Wohnraum und Arbeitsplätzen. „Wir bieten Wohnen und Arbeiten im ländlichen Raum mit städtischen Merkmalen durch das große Einkaufszentrum“, so der Ortsbürgermeister.

Posthausens Bild verändert sich. Nach dem alten Geschäftskomplex in der Ortsmitte, der einem modernen Bürogebäude gewichen ist, verschwindet mit dem früheren Traditionsgasthaus „Zu den drei Linden“ gerade ein weiteres Stück Dorfgeschichte. Angesichts des gesellschaftlichen Wandels „brauchen wir neue Impulse“, betont Sterna. So hat der Flecken Ottersberg auf Wunsch des Ortsrates Posthausen ein großes Baugebiet am Bremer Damm ausgewiesen, „damit wir jungen Familien und Arbeitnehmern, die im Einkaufszentrum tätig sind, eine Perspektive geben“.

Zwei Abschnitte mit insgesamt 52 Bauplätzen sind inzwischen bebaut. Nun ist der dritte Abschnitt mit weiteren Bauplätze geplant. Doch hier seien noch rechtliche Dinge zu klären, so Sterna. Auch in Wümmingen ließ der Ortsrat Flächen in Bauland umwandeln.

„Durch neues Bauland wächst die Bevölkerung Posthausens seit Jahren. Darauf haben wir reagiert. Wir bieten genügend Krippen- und Kindergartenplätze an. Der Standort der Grundschule ist auf Jahre gesichert. Für den Ganztagsbetrieb erweitert die Gemeinde die Schule gerade um eine Mensa“, berichtet der Ortsbürgermeister und ergänzt: „Posthausen hat eine gute Infrastruktur. Durch den A1-Anschluss kommen die Menschen, die gerne auf dem Land leben, schnell nach Bremen oder Hamburg. Oder sie finden in Posthausen einen Arbeitsplatz, weil weitere Unternehmen sich bei uns angesiedelt haben. Etwa die Tierklinik, die sehr erfolgreich betrieben wird und expandiert.“

„Wenn wir in Posthausen auch in Zukunft Unternehmen ansiedeln, die jungen Leuten Ausbildungsplätze anbieten, dann halten wir auch die nachfolgenden Generationen im Dorf.“ Deshalb will der Ortsrat ein Gewerbegebiet neben der Tierklinik ausweisen. Baurechtliche Hürden seien noch zu überwinden, sagt Sterna dazu.

Kümmern müsse man sich zudem um die älteren Generationen – also Menschen nicht nur bei der Betreuung ihrer Kinder, sondern auch bei der Versorgung ihrer Eltern unterstützen. „Das hat das Unternehmen Dodenhof erkannt, das auf dem Gelände des ehemaligen Gasthauses in der Ortsmitte eine Tagespflegeeinrichtung bauen will“, schildert Sterna.

„Durch die Corona-Pandemie sind die Vereine in ihren Aktivitäten stark eingeschränkt. Darunter leidet die Gemeinschaft. Vielleicht kann hier auch der neue Mensabau unterstützen, den ich mir auch gut als Ort für öffentliche Veranstaltungen vorstellen kann“, sagt Sterna.

Neben den baulichen Entwicklungen im Ortsbild beschäftigen den Ortsrat auch andere Dauerthemen – etwa Umnutzungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Hofstellen oder die Sanierung von Gemeindestraßen und Fußwegen. „Denn das Moor und damit der Straßenuntergrund sind ständig in Bewegung. Das schafft immer wieder Probleme, weil Straßenoberflächen aufbrechen. Ein drängendes Problem ist auch der Schleichverkehr von Lkw zwischen den beiden Autobahnanschlüssen von A1 und A27. Der Schwerlastverkehr nimmt zu und die Wohnqualität der Anwohner leidet. Da brauchen wir Lösungen“, weiß Sterna und fügt hinzu: „Wir als Ortsrat wollen etwas für die Menschen im Ort bewegen. Für die Umsetzung von Projekten brauche ich alle Ortsratsmitglieder und deswegen ist es mir wichtig, alle Ortsratsmitglieder in die Entscheidungsfindung mit einzubinden.“

Seit 2006 ist Reiner Sterna Ortsbürgermeister von Posthausen: „Auch wenn das Amt mit erheblichem Zeitaufwand verbunden ist, bereitet es mir Freude, weil ich von den Menschen positive Rückmeldungen erhalte“, sagt er und strahlt zufrieden.

Von Tobias Woelki

Das Neubaugebiet am Bremer Damm
Das Neubaugebiet am Bremer Damm ist voll. Der Posthausener Ortsrat plant die Ausweisung weiterer Bauplätze in einem dritten Erschließungsabschnitt. © Woelki
Der Abriss der ehemaligen Gaststätte „Zu den drei Linden“ läuft.
Der Abriss der ehemaligen Gaststätte „Zu den drei Linden“ läuft. In dem hier geplanten Neubau soll unter anderem eine Tagespflegeeinrichtung entstehen. © Woelki

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