„Dat Verlegenheitskind“ als Dauerlacher

Otterstedter Theatergruppe feiert Premiere: Pointiert op Platt

Nach allerhand Irrungen und Wirrungen gibt’s ein Happy End für die hübsche Mali und den verliebten Hein.

Otterstedt - Männer, die unter dem Pantoffel ihrer Frauen stehen und finanziell kurz gehalten werden, werden erfinderisch. So auch Amandus Quandt, dem es in der plattdeutschen Komödie „Dat Verlegenheitskind“ mit einem genialen Trick gelingt, 25 Jahre lang stets flüssig zu sein, indem er Alimente für seine vermeintliche uneheliche Tochter in die eigene Tasche steckt.

Bis die Sache auffliegt... Bei der turbulenten Premiere der Otterstedter Theatergruppe mit „Dat Verlegenheitskind“ am Wochenende im Gemeindehaus entwickelte sich das Lustspiel zum Dauerlacher. Wer die ersten Vorstellungen verpasst hat, kann das Versäumte nachholen: Weitere Vorstellungen sind am 21., 23., 24., 25. und 27. Februar sowie am 2. und 3. März zu erleben – jeweils ab 19.30 Uhr im Otterstedter Gemeindehaus. Karten gibt’s im Kaufhaus Bergstedt.

In Wirklichkeit hat Amandus (Frank Hinrichs) gar keine uneheliche Tochter. Monat für Monat versäuft er mit seinem Kumpel Peter Brandt (Hartmut Frese) das Geld. Natürlich sind die paradiesischen Zustände nicht von Dauer, was die Otterstedter Theatergruppe in der amüsanten Komödie von Jens Peter Asmussen äußerst vergnüglich auf die Bühne bringt – pointiert op Platt.

Amandus, ein gestandener Kerl, der nur leider seiner Gattin Karin (Lena Frese) nichts entgegenzusetzen hat, wähnt sich eigentlich auf der sicheren Seite. Streng, aber gutherzig legt Karin für die vermeintliche Tochter, der ihr schlitzohriger Mann den kleidsamen Namen Mali gegeben hat, an Weihnachten sogar noch einen 50-Mark-Schein auf die regelmäßigen Alimente drauf – ohne zu ahnen, dass ihr Gatte dieses Geld in Schnaps umsetzt.

Aber flugs wird sein „Verlegenheitskind“ erwachsen – und mit einem Mal gibt es da eine Mali (Antonia Holsten), die als junge Kellnerin in einer benachbarten Kneipe arbeitet.

Amandus Quandt und sein Kumpel Peter Brandt genießen so manche Flasche Korn, die mit Malis Alimenten bezahlt wird.

Sie freut sich, den immer entbehrten Vater kennenzulernen. Der freut sich auch und kann, frei von allen Vatergefühlen, die Hände kaum von der hübschen jungen Mali lassen. Ausgerechnet in sie hat sich sein legitimer Sohn Hein (Jonas Cordes) verliebt, aber Mali klärt ihn auf in dem Glauben, Amandus sei ihr Vater.

Es kommt, wie es kommen muss: Die Notlüge von damals lässt sich nicht länger aufrechterhalten und so nach und nach kommt alles ans Licht. Als dann auch noch Malis Mutter Emma (Heike Heitmann) auftaucht, wird es richtig turbulent: Sie erkennt in Amandus ihren scheinbaren früheren Lover nicht wieder, der angeblich so treu und brav 25 Jahre lang Alimente gezahlt hat.

Als jedoch Peter Brandt dazukommt, fällt es ihr wie Schuppen von den Augen: Er ist es, dem sie Mali zu verdanken hat. Schnell rechnet sie hoch, wieviel Geld ihr da entgangen ist, und kommt in der Summe auf 15 000 Mark, die sie von Peter fordert. Der lässt wie ein geprügelter Hund die Ohren hängen und wird von seiner Frau Gesche (Annegret Rugen) zur Strafe mit dem Besen gejagt.

Ein Happy End gibt es natürlich auch, denn Hein und Mali finden sich und dürfen nun „freen“...

Der Premieren-Applaus am Samstagabend vom ausverkauften Haus konnte sich hören lassen. Das Publikum war angesichts der Situationskomik und der Spielfreude der Theatergruppe schier aus dem Häuschen. 

kr

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