Ratsfachausschuss bringt Planung für Feuerwehr-Neubau am Standort Fährwisch auf den Weg

„Perfekt!“

Vom beengten Altbau hinter dem Rathaus, der heutigen technischen und räumlichen Anforderungen schon lange nicht mehr genügt, soll die Freiwillige Feuerwehr Ottersberg 2023 umziehen können in einen Neubau am Fährwisch.
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Vom beengten Altbau hinter dem Rathaus, der heutigen technischen und räumlichen Anforderungen schon lange nicht mehr genügt, soll die Freiwillige Feuerwehr Ottersberg 2023 umziehen können in einen Neubau am Fährwisch.

Ottersberg – Der bestmögliche Standort für das erforderliche neue Feuerwehrhaus in Ottersberg ist nach übereinstimmender politischer Meinung gefunden: Am Sportzentrum Fährwisch soll auf dem jetzigen Zirkus-/Osterfeuerplatz direkt an der Großen Straße in zwei Jahren für geschätzte 2,17 Millionen Euro ein neues Gerätehaus mit Platz für fünf Feuerwehrfahrzeuge und zeitgemäßem technischen Standard gebaut werden.

Dafür sprach sich der Bau- und Planungsausschuss des Gemeinderates in seiner Sitzung am Mittwochabend ohne Gegenstimmen aus. Im ersten Verfahrensschritt brachte das neunköpfige Gremium – bei drei Stimmenthaltungen aus der CDU-Fraktion – die erforderliche baurechtliche Beplanung auf den Weg. Die Bestätigung des Ausschussvotums durch den Gemeinderat nächste Woche gilt als sicher.

Für den zentralen, einsatztechnisch günstigen Standort Fährwisch hatte sich auch die Ortsfeuerwehr selbst ausgesprochen – ebenso die Gemeindeverwaltung um Bürgermeister Tim Willy Weber, nachdem ursprüngliche Bedenken wegen der Nähe zum Schutz- und Überschwemmungsgebiet der Wümme hatten ausgeräumt werden können. Geprüft worden waren insgesamt drei mögliche Standorte für den seit Jahren diskutierten Neubau: neben Favorit Fährwisch auch der Rathauspark und ein Acker an der Bahnhofstraße.

Am Sportzentrum will die Gemeinde möglichst Wand an Wand mit dem DRK, das eine größere Rettungswache benötigt, bauen und so Synergien eines gemeinsamen Rettungszentrums nutzen. Bisherige Gespräche dazu seien vielversprechend, sagte Bürgermeister Weber am Rande.

Die erste wegweisende politische Entscheidung traf der Bauausschuss am Mittwochabend coronabedingt in Form einer Videokonferenz: Nur Verwaltungsvertreter und Zuhörer von Feuerwehr und TSV Ottersberg waren im Rathaussaal präsent – die Sprecher der Ratsfraktionen waren aus ihren häuslichen Büros virtuell zugeschaltet.

„Die Ortsfeuerwehr wartet seit acht Jahren auf einen Fortschritt. Der Standort Fährwisch ist sehr gut ausgearbeitet, alle Belange sind plausibel berücksichtigt worden – somit ist der beste Standort für das neue Feuerwehrhaus gefunden“, erklärte Ortsbürgermeister André Herzog (SPD) zufrieden. „Das ist der richtige“, schloss sich Ludwig Schwarz (Grüne) an. „Perfekt! Gut gelungen!“, sagte Holger Wieters-Froehlich (FGBO) zur Standortwahl.

Irritiert zeigten sich die Vertreter der drei Fraktionen über die Stimmenthaltungen aus Reihen der CDU. Die ist im Grunde auch für das Feuerwehrhaus am Fährwisch, beharrt jedoch auf einem Gesamtkonzept unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Nutzer des Sport- und künftigen Rettungszentrums. Dieses Konzept habe die Verwaltung noch nicht geliefert, begründete der Ausschussvorsitzende und CDU-Fraktionschef Klaus Rebentisch seine vorläufige Enthaltung. Auch die Nachnutzungsplanung für den Feuerwehr-Altbau am Rathaus gehört für Rebentisch unter Kostenaspekten ins Gesamtkonzept.

Konfliktpotenzial angesichts der vielen Nutzergruppen von Sportplatz, Otterbad, Tennis- und Turnhalle sah CDU-Ratsherr Werner Bahrenburg bei den Parkplätzen: Für den Fußballverein TSV Ottersberg dürften durch den Feuerwehrhausbau keinesfalls Parkflächen entfallen – 60 neue Stellplätze müssten zwingend eingeplant werden, „um dem TSV zu signalisieren: Wir haben auch an euch gedacht“, forderte Bahrenburg.

Für FGBO-Sprecher Wieters-Froehlich ein „künstlich herbeigeredeter Parkplatz-Clinch“: Es gebe mehr als genug Parkplätze auf dem ganzen Gelände. Was der kommunale Gebäudemanager Heiko Szczesny mit Zahlen untermauerte: 95 Stellplätze zwischen Schulzentrum und Wümmehalle, 65 vor dem Otterbad, 30 an der Landesstraße, 30 im neuen Plan und weitere notfalls noch jenseits der Großen Straße an der Waldorfschule ...

„Wir sind in der Planung ganz am Anfang“, beschwichtigte Bürgermeister Weber, „Details und Gespräche mit allen Prozessbeteiligten folgen. Daraus resultiert am Ende auch ein neues Parkplatzkonzept für ein gutes und friedliches Miteinander.“

Von Petra Holthusen

Videokonferenz: Während die Verwaltung um Bürgermeister Tim Willy Weber (2.v.r.) und Zuhörer im Rathaussaal präsent waren, wurden Bauausschussvorsitzender Klaus Rebentisch und die Ratskollegen aus den heimischen Büros zugeschaltet.

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