Pastorin Constanze Ulbrich wechselt von Posthausen nach Sottrum

„Now or never...“

Pastorin Constanze Ulbrich
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Pastorin Constanze Ulbrich verlässt nach fast 20 Jahren die Lukas-Kirchengemeinde in Posthausen und übernimmt zum 1. Oktober die vakante zweite Pfarrstelle in der Sottrumer St.-Georgs-Kirchengemeinde.

Posthausen – „Die suchten eine solide Pastorin für alle Fälle – das kann ich!“ Außerdem liegt Sottrum nicht weit weg, und so spielte die Stellenausschreibung der dortigen evangelischen St.-Georgs-Kirchengemeinde der langjährigen Posthausener Pastorin Constanze Ulbrich passgenau in die Karten. Schon länger trug sie sich mit dem Gedanken, sich beruflich nochmal neu zu orientieren. Jetzt ist es soweit: Zum 1. Oktober wechselt Ulbrich in die Nachbarschaft nach Sottrum.

Seit fast 20 Jahren ist Constanze Ulbrich Seelsorgerin der Lukas-Kirchengemeinde in Posthausen, die knapp unter 1200 Mitglieder aus den zwölf Moordörfern hat. „Das war ja meine erste und bisher einzige Pfarrstelle hier“, und in den vergangenen Jahren keimte das Bedürfnis, auch mal eine andere Gemeinde kennenzulernen. Die Zeit ist reif für Veränderung, findet Ulbrich, die im Juli 50 Jahre alt wird. Denn „mit 60 brauche ich das auch nicht mehr zu machen“. Also: „Now or never...“ – nun oder nie.

Sottrum passt perfekt: Die Stellenausschreibung gefiel Ulbrich wegen der pastoralen Anforderungen, die sich mit ihren Vorstellungen und Fähigkeiten in Sachen Gemeindearbeit decken. Wichtig ist der Pastorin außerdem der Wechsel in einen anderen Kirchenkreis mit ganz neuen Gesichtern und Kollegen. Trotzdem ist St. Georg so nah an Posthausen wie es nur geht, und das ist von Bedeutung für Ulbrichs Ehemann und Amtsvorgänger in Posthausen, Pastor i. R. Peter Voigt, der hier verwurzelt ist und dem mit über 80 Jahren der Umzug in ein neues Pfarrhaus nicht leicht fällt.

Auch Constanze Ulbrich verlässt ihre Lukas-Gemeinde nicht leichten Herzens: „Ich bin schon traurig“, sagt sie. In fast 20 Jahren sind feste Bande entstanden. Andererseits: Neue Impulse könnten der Gemeinde auch gut tun: „Jogi Löw ersetzt man ja auch mal“, witzelt die Pastorin.

Ab 1. Oktober besetzt sie die vakante zweite Pfarrstelle in Sottrum neben Pastorin Hilke Bauermeister. Bis dahin will Constanze Ulbrich mit ganzem Herzen und unvermindertem Einsatz Pastorin in Posthausen sein. Nach ihrem jetzt anstehenden Urlaub fährt sie mit der Gemeinde auf die jährliche Familiensommerfreizeit, und auch die Einsegnung ihrer Konfirmanden Anfang September nimmt sie selber vor. Für den 11. September ist ihr Abschiedsgottesdienst samt Empfang in und an der Lukas-Kirche geplant. Ende September will Constanze Ulbrich mit ihrem Mann ins Sottrumer Pfarrhaus umsiedeln.

Gebürtig stammt Constanze Ulbrich aus Melle. Aufgewachsen in Gifhorn, studierte sie Theologie in Göttingen und Heidelberg. Nachdem sie eineinhalb Jahre in der Altenpflege gearbeitet hatte, startete sie ihr Vikariat in Hildesheim. Als 30-Jährige trat sie in Posthausen ihre erste Pfarrstelle an. In ihrer Freizeit fährt sie neuerdings gerne Rennrad. Wandern und Pilgern sind schon länger ihre Leidenschaft. Überhaupt sei sie „ein Outdoor-Freak“, sagt Ulbrich. Sie kommt leicht mit Menschen ins Gespräch, hört sich gerne Lebensgeschichten an: „Das finde ich überaus spannend, und ich kann sehr gut zuhören.“ Die Lust an Gesprächen und am Draußensein verbindet sie in einem besonderen Angebot an die Gemeinde: Mit Campingstühlen im Gepäck besucht sie die einzelnen Friedhöfe, lässt sich dort für eine Weile nieder und lädt Menschen zum Reden ein. Diese Gelegenheiten bieten sich den Posthausenern letztmals im August.

Nachbesetzung

Ab Ende September wird die Pfarrstelle in Posthausen auf unbestimmte Zeit vakant sein. Über das Verfahren zur Neubesetzung berät der Kirchenkreis-Vorstand am 1. Juli, wie Superintendent Fulko Steinhausen auf Nachfrage sagt. Obwohl die Pastorenstelle der kleinen Lukas-Kirchengemeinde nur eine halbe sei und die weitere Aufstockung durch den kirchlichen Förderverein noch ungewiss, sei es eine „durchaus attraktive Stelle“, so Steinhausen mit Blick auf die örtliche Lage und Infrastruktur Posthausens sowie auf die Tatsache, dass manche Seelsorger ausdrücklich nur eine Teilzeitstelle suchten. Bis zur Nachbesetzung werde Posthausen nicht allein gelassen: „Für Vertretungen wird natürlich gesorgt.“ Das Netzwerk der Pastorinnen und Pastoren in der Kirchenkreis-Region Nord sei sehr gut.

Von Petra Holthusen

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