Neues Leben im Kaufhaus Bergstedt

Regale im Otterstedter Dorfladen füllen sich

Marktleiterin Kerstin Rehfinger steht im Dorfladen Otterstedt
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Kerstin Rehfinger ist Teamleiterin im Dorfladen. Die Otterstedterin wechselt vom Rewe-Markt und geht die neue Aufgabe in ihrem Heimatdorf mit Begeisterung an.

Am 11. März öffnet der Otterstedter Dorfladen erstmals seine Tür für die Kundschaft. Zurzeit räumt das Verkaufsteam die Lebensmittelregale ein.

  • Am 11. März öffnet in Otterstedt der neue Dorfladen im alten Kaufhaus Bergstedt.
  • Mehr als 1000 Artikel für den täglichen Bedarf im Sortiment.
  • Frischeservice sieben Tage die Woche.

Otterstedt – 28 Jahre hat Petra Köster im alten Kaufhaus Bergstedt gearbeitet. Dass sie nach so langer Zeit noch eine „Käseschulung“ machen würde, hätte sie nicht gedacht. Nun war es soweit, schließlich ist es im neuen Dorfladen Bergstedt Otterstedt „ein ganz anderes Arbeiten“, sagt die Verkäuferin. „Wir haben jetzt über 30 Sorten Käse in einer Frischetheke“, und wie man welche Sorte am besten aufschneidet und appetitlich verpackt, will gelernt sein.

Kerstin Rehfinger kennt sich mit solchem Service aus: Sie hat hinter der Frischetheke im Rewe-Markt bedient. Jetzt wechselte die 55-Jährige zum Dorfladen-Projekt in ihrem Heimatort und übernimmt die Verkaufsleitung. „Das ist super hier“, sagt sie. Im fertig sanierten und eingerichteten Dorfladen läuft gerade das große Einräumen der Regale – am 11. März öffnet der Mini-Supermarkt mit dörflich-familiärem Flair.

Man muss nicht woanders hinfahren, man kann hier alles bekommen.

Marktleiterin Kerstin Rehfinger

Schon Mitte vorigen Jahres hatten die handelnden Akteure der von Einwohnern getragenen Unternehmergesellschaft Kerstin Rehfinger als Leiterin des künftigen Dorfladens im früheren Kaufhaus Bergstedt angeworben. „Eine gute Sache“ findet die Otterstedterin das genossenschaftliche Projekt fürs Dorf. „Damit kann ich mich gut identifizieren“, sagt sie und macht deshalb sogar Abstriche beim Gehalt. Dafür braucht sie jetzt „nur noch fünf Minuten mit dem Fahrrad zur Arbeit“. Und sie war von Beginn an in die Zusammenstellung des Sortiments eingebunden.

Öffnungszeiten

Ab dem 11. März hat der Dorfladen Otterstedt im ehemaligen Kaufhaus Bergstedt täglich geöffnet: montags bis freitags von 6.30 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 18.30 Uhr, samstags von 7 bis 13 Uhr und sonntags von 8 bis 10 Uhr. Der Dorfladen ist unter Telefon 04205 / 8675 erreichbar. An den ersten beiden Tagen am 11. und 12. März wird übrigens durchgehend zwölf Stunden lang geöffnet sein – ohne Mittagspause: „Dadurch können wir – trotz der Coronavorschriften – möglichst vielen Kunden den Laden zeigen“, kündigt das Team um Marktleiterin Kerstin Rehfinger an. Laut aktueller Coronaverordnung dürften sich derzeit höchstens 15 Kunden gleichzeitig in dem knapp 160 Quadratmeter großen Geschäft aufhalten.

Das bietet den Otterstedtern direkt vor ihrer Haustür alles an Lebensmitteln und Haushaltsartikeln für den täglichen Bedarf: „Man muss nicht woanders hinfahren, man kann hier alles bekommen“, betont Rehfinger.

Besonders wichtig war und ist ihr die Frischetheke: „Frischer Aufschnitt und eine Auswahl an Käse, das hat bislang im Ort gefehlt.“ Das aber gehört für die 55-Jährige unbedingt zu einem umfassenden attraktiven Lebensmittelangebot dazu. Fleisch und Wurst kommen aus der Region, ebenso wie Brötchen und verschiedene Sorten Brot sowie landwirtschaftliche Produkte frisch vom Hof.

Ein Bio-Sortiment findet Platz in dem riesigen antiken Holzregal, das aus Bergstedts Gründerzeiten stammt und eine ganze Wand einnimmt. Ein Regalfach ist hier reserviert für die warmen bunten Socken, die Frau Börsdamm aus Wilstedt seit ewigen Zeiten strickt und die weiterhin im Laden verkauft werden: „Das gehört einfach zu Bergstedt dazu“, bekräftigt Kerstin Rehfinger. So wie übrigens auch die wollenen Seemannspullis von Leuchtfeuer aus Lilienthal, die im Herbst wieder ins Regal kommen.

Wir haben ein gutes Grundsortiment zu einem guten Preis.

Marktleiterin Kerstin Rehfinger

Obst und Gemüse werden im Dorfladen prominent präsentiert: Gleich hinter dem (jetzt barrierefreien) Eingang steht in der Ladenmitte das massive Gestell für die Gemüsekisten, das Zimmermann Günter Meyer aus Eichenholz gefertigt und gestiftet hat. So wie er haben ungezählte Otterstedter einen Beitrag zum Dorfladen geleistet, ob als Teilhaber, Helfer oder Förderer. Auch zwei Bäume auf dem neuen Parkplatz sind Geschenke von Einwohnern.

Weite Teile der Regale und Kühlschränke im Laden nehmen Produkte der preiswerten Marke „Jeden Tag“ ein – passend zur Dorfladen-Maxime „Günstig. Frisch. Jeden Tag.“ Oder wie Kerstin Rehfinger sagt: „Wir haben ein gutes Grundsortiment zu einem guten Preis.“ Das Programm mit mehr als 1000 Artikeln sei jedoch nicht starr, sondern je nach Kundenbedürfnissen veränderbar: „Wir werden viel fragen: Was wollt ihr? Was braucht ihr?“

Zusammen mit Hildegard Wiese, Petra Köster und Erika Fischer, drei vertraute Gesichter aus Bergstedt-Zeiten, sowie der neuen Kollegin Britta Naujokat kümmert sich Kerstin Rehfinger sieben Tage die Woche um die Wünsche der Kundschaft. „Am Anfang werden wir immer zu viert im Laden sein. Dann schauen wir, welche Zeiten wie angenommen werden und welches Personal wann erforderlich ist“, sagt die Teamleiterin. Umschichtig auch sonntags zu arbeiten, sei für die Kolleginnen übrigens kein Problem. Petra Köster freut sich sogar darauf: „Das ist doch eine tolle Sache für Otterstedt, dass man bei uns sonntags nicht nur Brötchen, sondern auch spontan einen Becher Sahne für den Kuchen oder eine Sauce fürs Grillen holen kann.“

Eine echte Neuheit für Otterstedt sind die Einkaufswagen im Dorfladen: bequem zu schieben und mit viel Platz im Warenkorb. Muss auch, sagt Kerstin Rehfinger: „Die Leute sollen bei uns ja ihren Wocheneinkauf machen.“

Geschichte

Vor zwei Jahren taten sich Otterstedter Einwohner zusammen und gründeten eine genossenschaftlich ausgerichtete Unternehmergesellschaft mit dem Ziel, das alteingesessene Kaufhaus Bergstedt an der Hauptstraße als Dorfladen weiterzuführen und so die Einkaufsmöglicheit im Ort zu erhalten. Mehr als 300 Gesellschafter erwarben Anteile am Dorfladen und sicherten das Eigenkapital für das Projekt. Die Kosten für Kauf, Sanierung und Neueinrichtung des Ladens sind mit 600 000 Euro kalkuliert. Die Umbauarbeiten starteten im vorigen August, nachdem sich Heino und Monika Bergstedt als letzte Inhaber des 1884 von Gustav Bergstedt gegründeten und seitdem familiengeführten Gemischtwarenladens zur Ruhe gesetzt hatten.

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