Ottersberger Kammerorchester begeistert in Fischerhuder Kirche / Urkomische Zugabe

Konzentriert und klangschön

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Mitreißend musizierte das Kammerorchester unter der Leitung von Clive Ford.

Fischerhude - Die Reihe seiner Winterkonzerte beschloss das Ottersberger Kammerorchester am Samstagabend in der voll besetzten Fischerhuder Liebfrauenkirche. Wie immer bot das ambitionierte Laienorchester unter Leitung von Clive Ford ein abwechslungsreiches Programm – und zudem mit allen Werken Neuland. Dazu gehört eine große Lust am Stöbern und Finden – eine besondere Fähigkeit des kompetenten Dirigenten, der dazu eine unnachahmliche Art hat, voller Witz den Zuhörern das Neue nahe zu bringen.

Sein Orchester war bestens präpariert und musizierte konzentriert und klangschön mit liebevoll herausgearbeiteten Details. Die Bläser hatten besonders schöne Soli und die Streicher begeisterten mit ihrer blitzsauberen dichten Tongestaltung. Es war ein mitreißendes Musizieren unter dem mitgehenden Dirigat von Clive Ford. Passend war der Beginn mit der besonders schönen Ouvertüre zu „Giannina e Bernardone“ von Domenico Cimarosa. Die Musik riss in ihrer Frische und Farbigkeit mit großartigen Steigerungen und feinen Akzenten mit.

Als toller Solist präsentierte sich der junge Kontrabassist Jasper Junghans im Konzert für Streicher und Kontrabass von Antonio Capuzzi, das von Vater Martin Junghans bearbeitetet und um einen anspruchsvollen Bläsersatz und Pauke erweitert worden war.

Ferenc Farkas starb 95-jährig im Jahr 2000. Er war nicht nur Instrumentalist, sondern auch ein fleißiger Komponist. Seine „Piccola Musica di Concerto“ für Streicher gefiel im Konzert des Kammerorchesters besonders in ihrer Farbigkeit, ihrem Tempo und den Einflüssen der ungarischen Folklore. Die Streicher genossen hörbar diese Musik.

Andrea Vezzoli verbreitet seine Werke im Internet und Clive Ford und sein Orchester musizieren gerne etwas von diesem zeitgenössischen Komponisten – diesmal die 2015 entstandenen Variationen über ein Thema von Bela Bartók. Die sechs Variationen waren ein munteres, geistreiches Mit- und Gegeneinander – sehr gut geboten. Auch die Symphonie brève g-moll op. 58 von Theodore Gouvy gefiel in ihrer Vielseitigkeit.

Langer begeisterter Applaus belohnte das Orchester, und dafür gab es eine urkomische Zugabe: das witzige Schreibmaschinenkonzert, hinreißend und pointiert serviert vom Orchester und von Schlagzeuger Mauricio Lopez mit seinem eifrigen Tack-Tack und flotter Klingelei am Zeilenende auf einer richtigen Schreibmaschine.

iw

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