Feuerwehr Ottersberg absolviert ein alles andere als normales Einsatzjahr

Hoffen auf das neue Haus

Gefahrguteinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Ottersberg
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Zu einem Gefahrguteinsatz war die Freiwillige Feuerwehr Ottersberg im Juli auf das Werksgelände der Fertiggerichtefabrik gerufen worden, nachdem in einem Kühlraum gasförmiges Ammoniak ausgetreten war. Insgesamt rückte die Ortsfeuerwehr 2021 zu 52 Einsätzen aus.

Ottersberg – „Mit 52 Einsätzen und 1155 Stunden haben wir ein durchschnittliches Einsatzjahr abgearbeitet“, sagt Ortsbrandmeister Markus Witkowski. Vom Einsatzgeschehen mal abgesehen, war 2021 ein alles andere als normales Jahr für die Freiwillige Feuerwehr Ottersberg.

Weil die Retter und Brandbekämpfer als systemrelevante Einheiten jederzeit dienstbereit und handlungsfähig bleiben müssen, unterliegen sie besonderen Vorkehrungen zum Schutz ihrer Gesundheit. Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie mussten die Feuerwehrleute deshalb die meiste Zeit ihr physisches Zusammentreffen auf den Ernstfall beschränken. Ansonsten kam der Feuerwehr-Alltag, der von Kameradschaft und Hand-in-Hand-Arbeiten geprägt ist, weitgehend zum Erliegen. Übungsdienste fielen viele Monate lang flach, von Veranstaltungsaktivitäten wie Osterfeuer oder Laternelaufen ganz zu schweigen.

„Erst gegen Mitte des Jahres konnten wir unseren Übungsdienst in zwei Gruppen wieder aufnehmen. Ende November mussten wir jedoch unseren kompletten Dienstbetrieb der Einsatz-, Jugend- und Kinderfeuerwehr wieder einstellen“, berichtet Witkowski. Seitdem ist die Freiwillige Feuerwehr erneut im Lockdown – und bleibt es angesichts der kreisweit durch die Decke schießenden Inzidenzen auch fürs Erste.

„Für den ganzen Januar ist erst mal nichts geplant“, erklärt Witkowski. Danach schaue das Ortskommando von Monat zu Monat weiter, was erlaubt und möglich sei. Etwa drei Viertel der Einsatzabteilung sei bereits geboostert. Spätestens Ende Januar sollten alle Aktiven ihre dritte Impfung erhalten haben. Bei einigen scheitere es derzeit schlicht am passenden Impfstoff: Bei unter 30-Jährigen wird das zuletzt vor allem verfügbare Vakzin Moderna nicht eingesetzt, und „wir sind ja eine sehr junge Wehr“, unterstreicht der Ortsbrandmeister.

Umfassender Impfschutz ist in diesen Pandemie-Zeiten Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Einsatzdienst. „Wir tragen in den Fahrzeugen zwar Masken, aber das Einhalten von Abständen ist im Einsatz nicht immer möglich“, weiß Witkowski. Für zwei seiner Feuerwehrleute, die sich noch nicht haben impfen lassen, bedeutet das zurzeit, dass sie beim aktiven Dienst pausieren müssen.

Trotz des fehlenden Gemeinschaftslebens ist die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Ottersberg im Jahr 2021 sogar von 56 auf 61 Aktive angewachsen. Bereits im Jahr davor hatte die Ortsfeuerwehr sechs neue Ehrenamtliche in ihren Reihen begrüßen können, die sich in ihrer Freizeit hilfreich für die Allgemeinheit engagieren.

Insgesamt 5772 Dienststunden absolvierten die Einsatzkräfte sowie der Nachwuchs in Jugend- und Kinderfeuerwehr im abgelaufenen Jahr. Im ersten Pandemiejahr 2020 waren es nach Angaben des Ortskommandos 3580 Stunden gewesen. Unter den 52 Einsätzen, zu denen die Ortsfeuerwehr 2021 ausgerückt ist, waren sieben Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen und 18 Brände. Dazu kamen technische Hilfeleistungen und Fehlalarme.

„Immer größere Sorgen“ bereitet den Aktiven das alte Ottersberger Feuerwehrhaus hinter dem Rathaus, das für 45 Einsatzkräfte ausgelegt sei: „Mit aktuell 61 Kameraden mussten zusätzliche Räume zu Umkleidebereichen umgestaltet werden.“ Die Jugendfeuerwehr mit 17 und die Kinderfeuerwehr mit 25 Mitgliedern hätten neben dem allgemeinen Schulungsraum nur einen Raum von sieben Quadratmetern zur Verfügung. Für Abhilfe sorgte die Gemeinde, indem sie für den Feuerwehrnachwuchs zuletzt einen Container am Rathaus aufstellte.

Für die Einsatzabteilung ist es Witkowski zufolge „eine der größten Herausforderungen, dass wir über keine Duschen verfügen – eine Dekontamination nach dem Einsatz kann kaum erfolgen“. Die Ortsfeuerwehr hofft nun, „im Jahr 2022 einen entscheidenden Schritt Richtung neues Feuerwehrhaus“ zu machen.

Realistisch ist jedoch eher ein Baubeginn im Jahr 2024, wie Bauamtsleiter Ralf Schack auf Nachfrage erklärt: Die Planung für den ausgewählten Standort des Feuerwehrhaus-Neubaus vor dem Hallenbad am Fährwisch „braucht so ihre Zeit“. Die Bauleitplanung läuft, gestaltet sich jedoch wegen der angrenzenden geschützten Wümmewiesen aufwendiger als üblich: „Das wird ein Jahr in Anspruch nehmen“, so Schack. Dazu komme noch das politisch geforderte Gesamtnutzungs- und Gestaltungskonzept für das Sportzentrum Fährwisch.

Für die erforderliche Flächennutzungsplanänderung gebe es mittlerweile einen Vorentwurf. Dass manches nicht so flott geht wie erhofft, liegt nach Worten des Bauamtsleiters auch an dem Missverhältnis von Projektdichte und personellen Ressourcen im Rathaus: „Wir haben mehr als 70 Planungen auf dem Zettel.“

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