Ottersberger Bauhof bietet Laubsammeltage / Für Kleintiere etwas übrig lassen

Wohin mit den Blättern?

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Diese Eichenblätter haben sich zwar schon herbstlich bunt gefärbt, aber erst, wenn sie zu Boden fallen, fängt die Arbeit an. Denn Bürger müssen das Laub, das vor ihrem Grundstück herunterfällt, selbst zusammenfegen und entsorgen.

Ottersberg - Von grün, Gelb, Orange, bis hin zu leuchtendem Rot reicht das Farbspektrum der Herbstblätter. Das bringt die Sonne in diesen Tagen besonders zur Geltung. Doch wo der goldene Oktober seine Reize hat, besitzt er auch seine Tücken. Denn wohin mit den bald in Massen zu Boden fallenden Blättern? Der Ottersberger Bauhof bietet Abgabetermine und der Naturschutzbund gibt Empfehlungen.

An zwei Terminen, am 31. Oktober und 15. Dezember, jeweils von 8 bis 12 Uhr, können Bürger ihr Laub an zwei Sammelstellen abgeben: im Bauhof, Am Forth 4 und am Osterfeuerplatz in Quelkhorn. „Das bieten wir seit rund 15 Jahren als Service für die Bürger an“, sagt Bauamtsleiter Ralf Schack.

Denn wer an den anderen Tagen im Jahr innerhalb der Gemeinde größere Mengen an Gartenabfällen loswerden möchte, muss dafür ein paar Euros zahlen. Die Berechnung erfolgt pro Kubikmeter. Fünf Euro für einen Anhänger voll Laub, schätzt Schack.

Anders im benachbarten Landkreis Rotenburg: Da ist die Entsorgung generell kostenfrei für Bürger. Bewohner des Landkreises Verden können das Laub natürlich auch zur zentralen Deponie nach Beppen bringen. „Aber bei dem weiten Weg ist die Gefahr groß, dass es stattdessen einfach in Gräben gekippt wird“, meint Schack. Und dies wolle man aus Naturschutzgründen vermeiden.

Aber für welches Laub ist der Privatmann zuständig, was übernimmt die Gemeinde? In öffentlichen Grünanlagen, also in Parks, an Schulen, Kindertagesstätten oder Busbahnhöfen, sammelt der Bauhof das Laub. Doch, Achtung: Bäume, die im Wohngebiet im öffentlichen Raum stehen, werden nur während der Sommermonate vom Bauhof gepflegt. „Solange die Blätter am Baum hängen, gehören sie zum öffentlichen Raum. Sobald sie zu Boden fallen, sind sie Grünabfall und die Anwohner müssen sie entsorgen“, erklärt Schack.

An den Annahmestellen sammelt der Bauhof der Gemeinde das Laub erstmal bis zum Ende der Saison. Angenommen werden Laub-, Strauch- und Baumschnitt (letzteres bis zu einem Durchmesser von 15 Zentimetern). Es schade auch nicht, wenn etwas Boden dazwischen sei, meint Schack. „Wichtig ist, dass keine Plastikanteile drin sind.“

Denn nach der Lagerungszeit wird das Material geschreddert, schrumpft dann vom Volumen her auf ein Zehntel der Menge und kann anschließend als Düngemasse aufs Feld aufgebracht werden. Die Gemeinde Ottersberg stehe mit verschiedenen Landwirten aus der Region in Verbindung, die die so verarbeiteten Grünabfälle abnehmen.

Gewinn macht die Gemeinde damit keineswegs. Schack: „Das ist annähernd ein Nullsummenspiel.“ Fast 3000 Euro müsse die Gemeinde noch hinzugeben, etwa, um den Häcksler zu betreiben. Ralf Schack kann zwar zu dem an den beiden Sammelstellen abgegebenen Laub keine Mengenangaben machen, aber zur Verarbeitungszeit: „Es dauert ungefähr sechs Stunden bis alles geschreddert ist“, gibt Schack Auskunft.

Der Bauhof kehrt das Laub derzeit mit Gebläse („Damit schaffen unsere Mitarbeiter einiges mehr“) oder – ganz altmodisch – mit Muskelkraft und Harke zusammen.

Welche Methode jeder im eigenen Garten praktiziert, sehen auch Naturschützer offenbar nicht so eng: „Mein Eindruck ist, dass das Laubgebläse natürlich mehr Energie benötigt und daher nicht so ökologisch ist, aber sonst keinen Schaden anrichtet“, sagt Susanne Baumgartner vom Ottersberger Naturschutzbund.

Jedoch sei es ratsam, für den Winter etwas Laub zurückzubehalten, dass man dann, zusammen mit etwas Totholz, zu einem Laubhaufen aufschichten sollte. „Das bietet Schutz für Tiere, die im Bodenbereich leben“, sagt Baumgartner. Kleinsäugetiere wie Mäuse und Igel bis hin zu Insekten biete es im Winter einen Wind- und Kälteschutz und ermögliche damit den Erhalt der für das Ökosystem wichtigen Arten.

ldu

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