Spiegelung des Originals im Rathaus

Ottersberger Bahnhof in Miniatur übergeben

Ein Modell des Ottersberger Bahnhofes wanderte von der Geschichtswerkstatt des Kulturvereins im Rektorhaus ins Ottersberger Rathaus. Das Foto zeigt Konstrukteur Uwe Nowotnik mit Geschichtswerkstatt-Leiter Fritz Bartels und Bürgermeister Tim Willy Weber bei der Übergabe am Montag (v.l.).
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Ein Modell des Ottersberger Bahnhofes wanderte von der Geschichtswerkstatt des Kulturvereins im Rektorhaus ins Ottersberger Rathaus. Das Foto zeigt Konstrukteur Uwe Nowotnik mit Geschichtswerkstatt-Leiter Fritz Bartels und Bürgermeister Tim Willy Weber bei der Übergabe am Montag (v.l.).

Ottersberg – Ein Modell stand am Montagabend im Blickpunkt: Zu einer kleinen Feierstunde war eine überschaubare Zahl von Gästen ins Foyer des Rathauses gekommen. Anlass war die Übergabe eines originalgetreuen Modellnachbaus des Ottersberger Bahnhofes. Uwe Nowotnik hatte das Bahnhofsmodell auf Initiative von Jakob Mitzlaff, Edeltraud Nowotnik und Siegfried Hinz gebaut.

Seit Dezember 2019 war es in der Geschichtswerkstatt des Kulturvereins im Rektorhaus untergebracht. Jetzt findet das Modell einen dauerhaften Platz im Rathausfoyer. Coronabedingt war eine Übergabe im angemessenen Rahmen erst jetzt möglich.

„Der Bahnhof mit seinem markanten Rotsteinbau sollte ursprünglich näher am Ort Ottersberg im Bereich des Wiestebruches gebaut werden. Doch bereits damals bildete sich eine Art Bürgerinitiative, um den Bau des Bahnhofs am Ort zu verhindern“, erzählte Bürgermeister Tim Willy Weber. Vehement und erfolgreich hätten sich die Bürger gegen den geplanten Standort gewehrt. Immer wieder hätten sich Bürger mit Eingaben an die zuständigen Genehmigungsstellen in Stade und Hannover gewandt und schließlich erreicht, dass der Bahnhof nicht nahe des Wiestebruches, sondern am jetzigen Standort gebaut wurde.

Das Gebäude habe die Zeit überdauert und sei fast unverändert im Originalzustand geblieben. „Der Bahnhof ist gut erhalten“, betonte der Bürgermeister und erinnerte daran, dass einer seiner Amtsvorgänger die Politik damals überzeugt hatte, das Gebäude einem Studentenwohnprojekt zu überlassen. Dies habe dazu geführt, dass die Bausubstanz gut erhalten geblieben sei, „im Vergleich zu anderen Bahnhöfen an der Strecke Bremen – Hamburg“, sagte Weber, und erklärte: „Das Modell ist eine Spiegelung des Originals.“ Die Miniatur werde im Eingangsbereich des Foyers stehen.

Fritz Bartels, Leiter der Geschichtswerkstatt des Kulturvereins im Rektorhaus, hob in seiner Ansprache die Ideengeber hervor, allen voran Uwe Nowotnik. Zudem haben Sportlerinnen der sogenannten Heigl-Gruppe mit ihren Spenden einen Großteil der Vitrine finanziert, in der das Modell aufbewahrt wird.

„Der Bahnhof ist vor 147 Jahren entstanden. Das bedeutet, dass wir in drei Jahren Geburtstag feiern können“, stellte Bartels fest. In Erinnerung an die Historie des Bahnhofs sprach Bartels die Blütezeit des Viehhandels nach 1878 an. Später begrüßte und verköstigte Bartels zufolge der Vaterländische Frauenverein am Bahnsteig die Soldaten bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Viele seien nicht wieder zurückgekehrt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges seien viele Flüchtlinge und Ausgebombte am Ottersberger Bahnhof gestrandet, die von dort aus auf Höfe in der Umgebung verteilt wurden. „Damals in der Nachkriegszeit stieg die Zahl der Bevölkerung in Ottersberg sprunghaft – um mehr als das Doppelte – auf über 3000 Einwohner an.“ Bartels kündigte an, dass die Geschichtswerkstatt einen Vortrag über den Bahnhof plane. Schauplatz soll der Ratssaal oder die Güterhalle im Bahnhof sein. Wann und in welcher Form, sei derzeit unklar und richte sich auch nach den dann geltenden Corona-Maßnahmen.  woe

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