Vom Ottersberger Beckenrand ins Management der „Insel“

Otterbadchef Schulze wechselt in Betriebsleitung des Freizeitbads Winsen (Luhe)

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Kay Schulze (49) wechselt vom Ottersberger Beckenrand auf den Managerbürostuhl der „Insel“ in Winsen (Luhe): Am 1. Dezember übernimmt der jetzige Chef des Otterbads als Badmanager die Betriebsleitung des großen Freizeitbads in Winsen. 

Ottersberg - Von Petra Holthusen. „Okay, daran wird's scheitern“, schwante Kay Schulze. Zwar hat er ganz früher mal Nachrichtentechnik studiert, aber eben nicht wie gefordert Betriebswirtschaft oder Tourismusmanagement. Ansonsten jedoch „war die Stellenausschreibung wie für mich gemacht“ – und Schulzes Bewerbung scheiterte nicht: Am 1. Dezember übernimmt der jetzige Chef des Ottersberger Hallenbads als Badmanager die Betriebsleitung des Freizeitbads „Die Insel“ in Winsen (Luhe).

Zwar „hängt mein Herz am Otterbad“, sagt der 49-Jährige, aber „die Aufgabe in Winsen reizt mich total – diese Chance kann ich mir nicht entgehen lassen“. Mit dem Wechsel wächst Schulzes Klientel von jetzt 60 000 auf dann 230 000 Badbesucher pro Jahr und seine Mitarbeiterschar auf über 20. Er selbst wechselt vom Beckenrand auf den Managerbürostuhl, tauscht Badeshorts gegen Anzug. Dass der berufliche Aufstieg mit einem deutlich höher dotierten Gehalt verbunden ist, versteht sich, war für Schulze aber nicht ausschlaggebend, wie er betont.

Falls die ganze Sache überhaupt einen winzigen Haken hat, dann den, dass Schulze einen Wechsel für sich erst in zwei, drei Jahren geplant hatte. Eigentlich wollte er die anstehende millionenschwere Sanierung des Otterbads, an dessen Erhalt er selbst maßgeblichen Anteil hat, noch gerne begleiten.

Aber die neue Stelle des Badmanagers hatten die Stadtwerke Winsen (Luhe) eben jetzt ausgeschrieben. Und so las Schulze im Februar in seiner Fachzeitschrift von seinem Traumjob – von der Aufgabe der strategischen und nachhaltigen wirtschaftlichen Führung, Steuerung und Entwicklung des großen Freizeitbads „Die Insel“ mit Implementierung einer kundenorientierten und zielgruppenadäquaten Angebotspalette samt Vermarktung. Und das noch in der Nähe Hamburgs, wo seine Lebensgefährtin wohnt. Eine Stelle also „wie für mich gemacht“.

Auch ohne Managementstudium setzte sich Schulze in drei anspruchsvollen Bewerbungsrunden gegen alle Konkurrenten durch. Seine Erfahrungen aus 17 Jahren bei der Bremer Bäder GmbH und zuletzt fünf Jahren in der Betriebsleitung des Otterbads kamen ihm zugute, vor allem seine Ideen und sein Wissen über einen energie- und kosteneffizienten Bäderbetrieb, wie er ihn in Ottersberg mit entwickelt hat – entwickeln musste, weil der Erhalt des Hallenbads jahrelang Spitz auf Knopf stand. Dass die jährliche Unterdeckung des Otterbadbetriebs von 450 000 Euro seit 2015 auf 370 000 Euro gedrosselt werden konnte – nach Schulzes Worten vor allem durch zielgruppenorientierte Veränderungen bei den Öffnungszeiten und erhöhte Auslastung und Qualität bei Schwimm- und Aquafitnesskursen – ist mit sein Verdienst. Stolz macht ihn auch, dass niemand über zweimal leicht erhöhte Preise gemeckert hat: „Unsere Gäste zahlen das gern, weil sie wissen, was sie dafür bekommen, und ihnen der Erhalt des Bads einfach wichtig ist.“

René Grabowski ist der designierte Nachfolger

Ab Dezember bildet Schulze dann in Winsen (Luhe) als Badmanager die Schnittstelle zwischen dem Stadtwerke-Geschäftsführer und dem leitenden Schwimmmeister der „Insel“. Das Freizeitbad in Winsen hat Innen- und Außen-Schwimmbecken und eine Saunalandschaft. Als seine Bewerbung lief, „habe ich mir das als Badegast zweimal angeguckt“, erzählt Kay Schulze, „und gleich Ideen gehabt, was fehlt“. Zum Beispiel ein vernünftiges Kurssystem für Aquafitness, die eigentlich allerorten brummt wie verrückt. Ansonsten fühlte sich der Ottersberger Schwimmmeister fast wie zu Hause: „Alles sehr gepflegt, sehr sauber, das Personal sehr nett – wie bei uns.“

Eigentlich sollte er schon zum 1. September in Winsen anfangen, aber gerade dann beginnt die zweieinhalbmonatige Meisterschule für seinen jetzigen Stellvertreter und designierten Nachfolger als Otterbadchef, René Grabowski. Weil sich der Ottersberger E-Werksleiter und der Winsener Stadtwerke-Chef kennen, kam auf kurzem Dienstweg der Deal zustande, dass Kay Schulze erst zum Dezember wechselt. „Dann kann ich guten Gewissens gehen, ich lasse hier niemanden im Stich“, erklärt Schulze. Im Förderverein Otterbad will er gern weiter mitarbeiten, und es klingt fast ein bisschen entschuldigend, wenn er sagt: „So lieb ich meine Gäste, Mitarbeiter und das Umfeld hier habe und so sehr ich mich auf den Umbau im Otterbad gefreut habe – die Chance in Winsen muss ich jetzt einfach nutzen.“

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