Erdölunternehmen zahlen Wartegeld an Grundeigentümer

Ottersberg: „Cent-Scheichs“ spenden an die Diakoniestation

Im Namen der „Cent-Scheichs“ aus Ottersberg überreichten Hartmut Knüppelmann (links) und Christel Barning (rechts) die Spende an Werner Kühnemann vom Förderverein der Diakoniestation Ottersberg/Oyten.
+
Im Namen der „Cent-Scheichs“ aus Ottersberg überreichten Hartmut Knüppelmann (links) und Christel Barning (rechts) die Spende an Werner Kühnemann vom Förderverein der Diakoniestation Ottersberg/Oyten.

Ottersberg/Oyten – Darauf kann Ottersberg lange warten: Im Wümmeort wird man wohl nie Ölfelder oder Gasvorkommen finden. Aber trotzdem zahlen seit 1927, und damit seit mehr als 90 Jahren, Erdölförderer und ihre Nachfolgefirmen regelmäßig ein Wartegeld an Ottersberger Flächeneigentümer aus. Die Summe kommt einem guten Zweck zugute.

Mit dem Wartegeld erkaufen sich die Unternehmen das Recht, das „Schwarze Gold“ – für den unwahrscheinlichen Fall eines Fundes auf den betreffenden Grundstücken – fördern zu dürfen. Seit Jahrzehnten schicken die Erdölfirmen immer mal wieder Messtrupps aus. Gefunden haben sie bislang: nichts. Trotzdem zahlen sie. Und die Cent-Beträge summieren sich über die Jahre. So kamen über die Erdöl-Interessentengesellschaft Ottersberg, vertreten durch Christel Barning und Hartmut Knüppelmann, eine Summe von 920,37 Euro zusammen. Diese überreichten sie an Werner Kühnemann, den Vorsitzenden des Fördervereins der Diakoniestation Ottersberg/Oyten.

Barning und Knüppelmann kümmern sich um die potenziellen Ottersberger Erdölparzellen-Besitzer. Letzterer ist Bevollmächtigter der Erdöl-Interessengesellschaft. „Das ausgeschüttete Wartegeld hält sich aber in Grenzen, denn nur alle drei Jahre zahlt Exxon-Mobile das Wartegeld aus“, erklärt Hartmut Knüppelmann.

Insgesamt gibt es im Bereich Ottersberg 1 400 berechtigte Grundstücksinhaber. Die Beträge richten sich nach der Flächengröße in dem historischen Flächenmaß Morgen. Ein Morgen entspricht 2 500 Quadratmetern. Für jeden angefangenen Morgen gibt es 31 Cent. Die Gemarkung Ottersberg umfasst 5 567 angefangene Morgen. Das ergibt eine Summe von 1 721,51 Euro.

Im Jahr 1999 versammelten sich die „Cent-Scheichs“, also die Mitglieder der Interessentengesellschaft, und beschlossen, Beträge nur über zehn Mark, also jetzt fünf Euro, an die Grundstücksinhaber auszuzahlen. Die verbliebenen Gelder, so beschlossen damals die Teilnehmer der Versammlung, spendet die Interessengemeinschaft alle drei Jahre an den Förderverein der Diakoniestation Ottersberg/Oyten.

„Bereits vor mehr als 100 Jahren hatten sich Ottersberger Grundstücksinhaber dafür entschieden, die Erdöl-Schürfrechte durch die Gründung einer Erdöl-Interessentengesellschaft selbst zu vermarkten, statt sie an den Staat abzutreten“, erläutert Knüppelmann. Damit hatten sich die Ottersberger eine Geldquelle erschlossen, die seit Generationen sprudelt. Davon profitiert der Förderverein der Diakoniestation Ottersberg/ Oyten seit Jahren: Bisher hat er so insgesamt 6 558,64 Euro an Spenden erhalten.

Werner Kühnemann vom Förderverein der Diakoniestation bedankte sich bei Knüppelmann und Barning für die großzügige Spende. Von dem Geld werde die Station unterstützt und damit komme es letztlich den Patienten in der Pflege zugute.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Meistgelesene Artikel

Mattfeldt knapp im Bundestag: 1702 Stimmen vor SPD-Kandidat Michael Harjes

Mattfeldt knapp im Bundestag: 1702 Stimmen vor SPD-Kandidat Michael Harjes

Mattfeldt knapp im Bundestag: 1702 Stimmen vor SPD-Kandidat Michael Harjes
Anke Fahrenholz folgt in Thedinghausen auf Harald Hesse

Anke Fahrenholz folgt in Thedinghausen auf Harald Hesse

Anke Fahrenholz folgt in Thedinghausen auf Harald Hesse
Ditzfeld behält Chefposten im Achimer Rathaus

Ditzfeld behält Chefposten im Achimer Rathaus

Ditzfeld behält Chefposten im Achimer Rathaus
Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Kommentare