Aufgeschoben statt aufgehoben

Bürgerinitiative will weitermachen, auch wenn die DEA Messungen aussetzt

Protest-Zusammenkunft am Wochenende auf einem Privatgelände: Rote Farbe tragen Jugendliche und Erwachsene auf Bretter auf, um Holzkreuze für die Bürgerinitiative NoMoorGas zu bauen. - Foto: Woelki
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Protest-Zusammenkunft am Wochenende auf einem Privatgelände: Rote Farbe tragen Jugendliche und Erwachsene auf Bretter auf, um Holzkreuze für die Bürgerinitiative NoMoorGas zu bauen.

Ottersberg - „Der Antrag ist nicht aufgehoben, nur aufgeschoben“, sagt Anja Büssenschütt, Mitglied der Ottersberger Bürgerinitiative (BI) NoMoorGas, vor dem Hintergrund, dass die DEA (Deutsche Erdöl AG) die für Januar 2019 angekündigten seismografischen Messungen vorläufig aussetzen möchte. „Die DEA zieht den Antrag auf Genehmigung des Vorhabens beim LBEG zurück und stellt die Messkampagne auf den Prüfstand“, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Für die BI NoMoorGas ändere sich dadurch nichts: „Wir machen genauso weiter wie bisher“, betont Büssenschütt.

Bisher wollte die DEA von Ende Januar bis Ende Februar 2019 in den Bereichen Thedinghausen, Oyten, Ottersberg, Grasberg und Lilienthal durch aufwändige Bodenuntersuchungen Erdgas-Lagerstätten ermitteln. Wie die DEA weiter mitteilt, beabsichtige das Unternehmen, „einen intensiven Dialog zu führen, um Formate zu diskutieren und zu entwickeln, die bereits in den Planungs- und Antragsphasen eine breitere Einbeziehung der Öffentlichkeit erlauben“.

Zuletzt hatte sich die BI am Wochenende getroffen, um als Zeichen des Protests gemeinsam X-Zeichen aus Holz zu bauen. Gleich hinter der Eisdiele, auf einem Privatgelände an der Großen Straße, lagen haufenweise Paletten herum. Immer mehr Aktivisten kamen zusammen, um zu hämmern und die Paletten zu zerlegen. Nur aus einem Grund: der Protest gegen die mögliche Erdgasförderung in der Wümme-Region. Ob Jung oder Alt, alle packten an diesem Morgen mit an. Die meisten kannten sich gar nicht, es verbindet sie aber der Protest gegen die Erdgasförderung. Torsten Heckel organisierte die „X-Produktion“, das Zeichen des Widerstands im möglichen „Gasland“ zwischen Wieste und Wümme. Torsten Heckel brauchte nur wenig zu sagen. Es schien, als wüsste jeder, was er zu tun hat: Einige entfernten Nägel aus den zerlegten Paletten. Es roch nach Ölfarbe: Jugendliche und Erwachsene malten die Bretter rot an.

„Wir sind mehr als 40 Mitglieder in der Bürgerinitiative. Das X ist unser Zeichen des Widerstands“, erklärte Anja Büssenschütt. „Das Material an Holz, Farbe und Nägeln spenden uns Unternehmen aus dem Ort und der Umgebung. Oder die Leute bringen das Material selber mit. Inzwischen haben wir mehr als 2000 X-Zeichen gebaut. Jeder darf sich ein X mitnehmen“, schilderte Heckel.

Schließlich verbuchen die Aktivisten den aktuellen Schritt der DEA als kleinen Erfolg: „Die merken, dass es Widerstand gegen die Förderungspläne in der Region gibt“, sagt Büssenschütt. Es könne für die DEA finanzielle Verluste bedeuten, wenn sich etliche Grundstückseigentümer den Voruntersuchungen widersetzten. Letzlich bliebe dies aber die einzige Möglichkeit des Widerstands: „Wenn die erstmal was finden, haben sie laut Bergbaugesetz das Recht zu bohren“, so Büssenschütt. - woe/ldu

Mittwoch Info-Abend in Ottersberg:

Wer sich aus erster Hand informieren möchte, den lädt die Bürgerinitiative NoMoorGas für Mittwoch, 5. Dezember, ab 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in den Großen Saal der Rudolf-Steiner-Schule. Auf das Podium eingeladen hat die Bürgerinitiative den Ottersberger Bürgermeister Horst Hofmann, Oytens Bürgermeister Manfred Cordes, den CDU-Landtagsabgeordneten Axel Miesner, Olaf Mager vom Energieversorger DEA, einen Vertreter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sowie einen Vertreter des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Die Bürgerinitiative hofft auf eine rege Diskussion an dem Abend. Bei einer ähnlichen Veranstaltung jüngst in Grasberg erschienen 600 Gäste.

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