Open-Ears-Chor aus Ottersberg 

Absprache mit Armen und Händen oder auch per „Stille Post“

Ottersberg - Seit nunmehr dreieinhalb Jahren trifft sich der „OpenEars Chor“ aus Ottersberg zur wöchentlichen Probe im Gemeindesaal. Hier wird dann an den Liedern aus Rock, Pop, Jazz, Swing und Gospel gearbeitet, die schon so manch einer bei kirchlichen Veranstaltungen oder beim ersten „eigenen“ OpenEars-Konzert im Februar in der Wümmeschule hören durfte.

Holger Lechterbeck feilt unermüdlich an den richtigen Tönen, dem richtigen Sound, dem Beat und den „Moves“ für die Lieder.

Jetzt hatte er jedoch für einen Tag das Zepter abgegeben. Zu Besuch war laut Bericht des Chors Gitte, die ihre Erfahrungen in Improvisationstechniken in der Arbeit mit „OpenEars“ teilen wollte.

„Intelligent Choir“ nach Jim Daus, „Vocal Painting“ und „Organic Choir“ waren einige der Konzepte, die hier vorgestellt werden sollten. „Oje, Improvisieren ist ja so gar nichts für mich“, mag sich so mancher gedacht haben, war aber trotzdem zum Workshop angetreten.

Und das hat sich gelohnt. Bei der Improvisation ging es weniger darum, mehr oder weniger gekonnte „Einwürfe“ zu schmettern, sondern vielmehr darum, auf andere zu hören, Eigenverantwortung zu übernehmen und sich zu trauen.

Nach Übungen zur Auflockerung wurden einige Zeichen des „Vocal Painting“ vermittelt. Mit Armen und Händen werden etwa Lautstärke und Tempo geregelt, lange oder kurze Noten dargestellt, bestimmt, ob gesungen oder gesprochen wird oder bestimmte Stellen wiederholt werden.

Es war erstaunlich festzustellen, wie sehr man mit dem Einsatz dieser Zeichen bekannte Stücke verändern kann.

Viel Spaß bereiteten auch die „Circle Songs“. Nach Art der „Stillen Post“, werden dabei als „Patterns“ bezeichnete Gesangs- oder Sprachmuster im Kreis weiter gegeben– oder aber ein Chormitglied durchschreitet Innen- und Außenkreis, wobei er oder sie ebenfalls Patterns vorgibt. Irgendwann fügt sich alles dann zu einem kleinen Lied.

Dieser Workshop hat allen viel Spaß gemacht und am Ende hatte sich so manch einer mehr getraut, als er oder sie am Anfang für möglich gehalten hatten, heißt es im Pressebericht über die Veranstaltung.

Der Schwung hielt an, und so wurden bislang in jeder Probe ein oder zwei Elemente der Improvisationstechniken übernommen – sei es, dass wieder ein „Circle Song“ kreiste oder jemand als Lautstärkeregler das Regiment übernahm.

Der „OpenEars“-Chor hofft, durch die gelernten Techniken seine Gesangsqualität noch zu steigern. Wer das überprüfen möchte, darf gern beim Konfirmanden-Abendmahl am 29. April um 18 Uhr in der Ottersberger Kirche oder bei den Konzerten am 17. November um 19 Uhr auf dem Quelkhorner Parzivalhof sowie am 18. November um 18 Uhr in der Wümmeschule zuhören.

Wer Lust bekommen hat, selbst einmal mitzusingen, ist jederzeit herzlich willkommen zu den Proben: dienstags von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr im Gemeindesaal der Ottersberger Christophorus-Kirche.

Rubriklistenbild: © dpa

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