Geiseldrama zu dritt

Niederdeutscher Kriminalthriller in Fischerhude

Theaterveranstalter
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Mit dem Kriminalthriller „Utlevert“ („Umstellt“) feiert das niederdeutsche Theater SpielArt um seinen künstlerischen Leiter Thomas G. Willberger (Mitte) im September Premiere in Buthmanns Hof in Fischerhude. Gastgeber ist die Stiftung Heimathaus mit ihrem Vorsitzenden Tim Willy Weber (links) und Stellvertreter Michael Kallhardt.

Fischerhude – Rüdigers Versöhnungsfeier mit seiner Geliebten Ellen ist abrupt zu Ende, als eine maskierte Frau in die Wohnung eindringt und die beiden mit vorgehaltener Pistole als Geiseln nimmt. Auf der Bühne entspinnt sich ein bedrohliches Spiel mit psychologischen Finessen, erpressten Geständnissen, raffinierten Allianzen und einem inszenierten Tribunal gegen Rüdiger. „Sehr spannend und mit überraschenden Wendungen bis zur letzten Sekunde!“, verspricht Thomas G. Willberger, künstlerischer Leiter und Regisseur des niederdeutschen Theaters SpielArt. Mit dem Thriller „Utlevert“ („Umstellt“) wagt sich das Ensemble an ein neues Genre: Mit seinem ersten modernen Kriminalstück überhaupt feiert SpielArt Anfang September Premiere in Buthmanns Hof in Fischerhude.

Jeden Herbst bereichert der Theaterverein, dessen Akteure aus dem oldenburgischen und hamburgischen Raum kommen, mit seinen Gastspielen die regionale Kulturszene. Zu erleben gibt es innovative Eigenproduktionen aus dem Hause Willberger, die ambitionierten Amateuren von verschiedenen Heimatbühnen die Chance bieten, eine niederdeutsche Theaterinszenierung unter professioneller Leitung zu erarbeiten und sich darstellerisch und sprachlich weiterzuentwickeln. Weshalb sich SpielArt nicht nur als Tournee-, sondern auch als Ausbildungstheater versteht.

Und es hat einen kulturellen Auftrag, der unter anderem vom Land Niedersachsen gefördert wird. „Wir ergänzen tradierte Spielpläne durch erstmalige Übersetzungen hochdeutscher Theaterstücke“, sagt Willberger. „So präsentieren wir dem Publikum ganz neue niederdeutsche Stücke – und zwar auf hohem künstlerischen Niveau.“ Das ist für den Theaterprofi der entscheidende Teil des Auftrags: „Zu zeigen, dass die niederdeutsche Sprache der hochdeutschen in keinem Fall nachsteht.“

Mit dem Kriminalthriller „Utlevert“ erschließt sich SpielArt ein neues Feld der „niveauvollen Unterhaltung“. Das Stück des Autors Thies John hat Inske Albers-Willberger ins Niederdeutsche übertragen. Sie steht als Geiselnehmerin Anna auch zusammen mit Gabriele Brandt als Ellen und Rainer Oetjen als Rüdiger auf der Bühne. Dass diese Saison mit verkleinertem Ensemble ein Drei-Personen-Stück gespielt wird, hat auch mit Corona zu tun. Pandemiebedingt geschrumpft ist zudem die Zahl der regionalen Spielstätten, sodass zu Willbergers Bedauern statt knapp 20 diesen Herbst nur noch zehn Aufführungen stattfinden. Auch die niederdeutsche Kulturinstitution SpielArt hat in Corona-Zeiten mit Existenznöten zu kämpfen. Umso mehr freut sich der künstlerische Leiter, dass die Vorstellungen in Buthmanns Hof nicht in Frage stehen – zumal sich „Fischerhude als unser Premierenort etabliert hat“.

„Wir freuen uns auf die SpielArt-Premiere, für die das hier ein würdiger Ort ist“, sagt Bürgermeister Tim Willy Weber als Vorsitzender der gastgebenden Stiftung Heimathaus. Die Zuschauer erwartet laut Willberger ein etwa einstündiges, dramaturgisch dichtes Stück, das für einen kontinuierlichen Spannungsbogen ohne Pause durchgespielt wird. Für zusätzlichen Nervenkitzel arbeitet SpielArt erstmals mit eigens komponierten Musikelementen, die jeweils passend eingespielt werden.

Termine und Tickets

Die niederdeutsche Erstaufführung des Kriminalthrillers „Utlevert“ beginnt am Samstag, 4. September, um 20 Uhr in Buthmanns Hof in Fischerhude. Eine zweite Vorstellung gibt das Theater SpielArt am Sonntag, 5. September, um 15 Uhr an gleicher Stelle. Etwa 50 Zuschauer sind pro Aufführung nach den dann geltenden Corona-Regeln zugelassen. Die Theaterkarten kosten 12 Euro (8 Euro für Schüler und Studenten). Vorverkaufsstellen sind das Rathaus in Ottersberg zu den Öffnungszeiten dienstags, donnerstags und freitags sowie das Heimathaus Irmintraut an der Kirchstraße 2 in Fischerhude zu den Öffnungszeiten mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 11 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr (Telefon 04293/7186).

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