Angebliche „Kohltour der freien Menschen“

Neun Maskenverweigerer nach Hause geschickt

Angebliche „Kohltour der freien Menschen“
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Bei einer angeblichen „Kohltour der freien Menschen“ bewegten sich am Mittwochabend etwa 70 Teilnehmende lang gezogen durch den Ottersberger Ortskern.

Ottersberg – Etwa 70 Menschen, darunter Familien mit kleinen Kindern, sind am Mittwochabend einem offenbar über einschlägige Online-Netzwerke verbreiteten Aufruf zu einer angeblichen „Kohltour der freien Menschen“ in Ottersberg gefolgt. Die Polizei begleitete die als Spaziergang deklarierte, nicht angemeldete Versammlung mit einem stattlichen Aufgebot. Zu nennenswerten Zwischenfällen oder Verkehrsbehinderungen kam es Polizeiangaben zufolge nicht.

Im Verlauf des Marsches durch den dunklen Ortskern ignorierten einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotz mehrfacher Aufforderung die Auflage, eine FFP2-Maske zu tragen. Insgesamt neun Maskenverweigerer schloss die Polizei nach eigenen Angaben deshalb von der Versammlung aus und leitete Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen sie ein. Die ignoranten Regelverletzer erwartet jetzt ein Bußgeldbescheid vom Landkreis Verden: Sie werden mit jeweils 150 Euro zur Kasse gebeten, wie die Bußgeldstelle auf Nachfrage mitteilte.

Spaziergänge sind Demos

Versammelt hatten sich die etwa 70 Personen auf dem Parkplatz des Schulzentrums Am Brink, vermutlich um ihre Ablehnung von staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen auszudrücken. Das ist derzeit in Mode und führt offenbar zu einigem Tourismus in der Region. Den Kennzeichen der geparkten Autos nach war Ottersberg am Mittwochabend der Treffpunkt für Menschen aus verschiedenen Kreisen, deren Beweggründe jedoch buchstäblich im Dunkeln blieben. Da weder Parolen laut noch Plakate sichtbar wurden, war die politische Aussage gleich null.

Aber man scheint schon geübt, was das Prozedere angeht: Kaum hatte die Polizei durchgesagt, dass bei der Versammlung Maskenpflicht und Abstandsgebot einzuhalten seien und dass sich ein verantwortlicher Versammlungsleiter zu erkennen geben solle (was er nicht tat), setzte sich die Menge wie auf Kommando in Bewegung. Im Gänsemarsch ging es auf dem Bürgersteig die Grüne Straße und Große Straße entlang und im Bogen zurück zum Schulparkplatz – offenbar in der irrigen Annahme, sich als „Spaziergänger“ den Versammlungsauflagen entziehen zu können.

Hin und wieder drängten die den Marsch begleitenden Polizeibeamten einzelne Teilnehmende unterwegs auf das Einhalten der Maskenpflicht. Diese kleine Konfrontation zu provozieren und bei der Gelegenheit die Polizei stellvertretend für den Rechtsstaat verächtlich zu machen, schien für einige „Spaziergänger“ das hauptsächliche Ziel und der Reiz der Veranstaltung zu sein.

Nach etwa einer Stunde löste sich die Versammlung auf.

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