Ottersberger Geschichtsheft No. 10

Von der Kapelle zu den ersten Karossen

Ute Fetkenhauer und Friedrich Bartels
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Das Ottersberger Geschichtsheft No. 10 präsentieren Ute Fetkenhauer und Friedrich Bartels von der Geschichtswerkstatt des Kulturvereins im Rektorhaus.

Ottersberg – Die 350-jährige Historie der Schwedenkapelle, die ersten Automobile auf Ottersbergs Straßen und dazu weitere Geschichten von Elisabeth Uffelmann aus dem Alltag vor rund 130 Jahren – bunt ist das Themenspektrum des Ottersberger Geschichtshefts No. 10, das der Kulturverein im Rektorhaus jetzt herausgegeben hat. Viele Monate hat das Autorenteam der Geschichtswerkstatt an der reich bebilderten Publikation gearbeitet, deren Inhalte Friedrich Bartels und Ute Fetkenhauer im Pressegespräch vorstellten.

Ungeduldige Sammler haben sich ihr Exemplar bereits gesichert – für alle anderen ist das in 300er-Auflage gedruckte Heft ab sofort zum Preis von 3,50 Euro erhältlich.

Die ersten Seiten gehören dem zweiten Teil des historischen Abrisses über die Schwedenkapelle, wie alte Ottersberger ihr Gotteshaus im Ortskern heute noch nennen. Mithilfe der Kirchenchroniken hat Friedrich Bartels die 62 Jahre der Selbstständigkeit als Christophorus-Kirche beleuchtet. Mit Pastor Hans-Dietrich Ventzky stand Bartels zufolge 1959 erstmals ein eigens für die Ottersberger Gemeinde zuständiger Geistlicher auf der Kanzel. Kriege und die Nutzung des Kirchenraums als Stall oder Kornspeicher wie in den früheren bewegten Zeiten davor blieben der alten Kapelle in den vergangenen 62 Jahren erspart. „Vielmehr wurde viel Geld bereitgestellt, um das Kleinod in angemessener Form zu bewahren“, erklärt Bartels.

Die ersten Autos im Landkreis Verden sind das historische Faible von Reinhard Dietrich aus Achim-Bollen. Bildmaterial aus Ottersberg fand er im riesigen Fotoarchiv des Ortschronisten Günther Wiggers, und anhand der Aufnahmen „konnte er die früheren Fahrzeuge in unserem Ort genau bestimmen“, schildert Bartels beeindruckt. Während Reinhard Dietrich in aufwendiger Recherche die frühen Automobile und ihre technischen Details analysierte, steuerte die Geschichtswerkstatt Wissenswertes zu den Fahrzeugbesitzern bei.

Zu den bekanntesten historischen Aufnahmen gehört in diesem Zusammenhang das vor rund 110 Jahren entstandene Bild von Auguste Müller (1863-1940) in ihrem Automobil der Marke Adler. Für das Foto nahm die Ottersberger Apotheker-Tochter, die nach Kenntnis der Heimat-historiker nicht selber fahren konnte, hinter dem Lenkrad Platz und rückte der Chauffeur ein Stück beiseite. Das Auto steht vor der Villa Amalfi, die der Apotheker Franz Heinrich Müller seiner Tochter 1910 gekauft und die sie nach ihrem italienischen Lieblingsbadeort benannt hatte. Aus dem Kennzeichen des Automobils schlussfolgert Reinhard Dietrich, dass Auguste Müller die erste Person in Ottersberg war, die ein Auto besaß – noch vor den Ärzten im Ort.

Eine Chronik des Ottersberger Alltagslebens vor rund 130 Jahren hat Elisabeth Uffelmann (1866-1940) hinterlassen. Die Erinnerungen hat Günther Wiggers aus der altdeutschen Schrift übertragen. Ute Fetkenhauer hat sie aufgearbeitet und mit eigenen Anmerkungen für heutige Leserinnen und Leser verständlich gemacht. Das aktuelle Geschichtsheft präsentiert Teil 2 von Elisabeth Uffelmanns Geschichten, in denen es um die alten Ottersberger Lehrer, Originale wie Seedorps Mutter sowie frühere Hochzeits-, Tauf- und Beerdigungsrituale geht. Den Schlusspunkt setzt eine amüsante kleine plattdeutsche Geschichte aus der Feder von Elisabeth Uffelmann.

Dass diese Frau „mit wachen Augen und Ohren durch den Ort gegangen ist, genau hingeschaut und alles aufgeschrieben hat“, findet die heutige Hobby-Chronistin Ute Fetkenhauer „faszinierend“. Die Geschichten von Elisabeth Uffelmann „stammen mitten aus dem Leben und sind ein einzigartiges Zeitdokument“, betont Ute Fetkenhauer. Und „wenn diese Frau sich nicht die Arbeit gemacht hätte, wüssten wir heute vieles nicht.“

Dass solches Wissen bewahrt und weitergegeben wird, dafür sorgen heute wiederum die Ehrenamtlichen der Geschichtswerkstatt des Kulturvereins im Rektorhaus.

Hier gibt’s das Geschichtsheft

Das Ottersberger Geschichtsheft No. 10 verkauft der Kulturverein zum Preis von 3,50 Euro auf dem Ottersberger Wochenmarkt am Freitag, 3. Dezember, von 14.30 bis 17 Uhr sowie im örtlichen Rewe-Markt am Samstag, 4. Dezember, von 8 bis 12 Uhr. Außerdem gibt’s das Heft in der Gemeindebücherei. Bestellungen sind möglich bei Jochen Mahnke unter Telefon 04205/779998 und per E-Mail an rektorhaus@gmail.com. Zu haben sind auch noch der Bildkalender 2022 mit historischen Ansichten aus Ottersberg und die Ottersberg-Chronik.

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