Förderung für Ottersberger Hochschule

Neuer Forschungstrakt nahezu in trockenen Tüchern

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Birgit Honé (2.v.l.), Staatssekretärin in der Niedersächsischen Staatskanzlei, und Landesbeauftragte Jutta Schiecke im Gespräch mit Prof. Michael Dörner (rechts). Hochschulleiter Ralf Rummel-Suhrcke (l.) führte die Gäste herum.

Ottersberg - Von Lisa Duncan. Das Vorhaben, einen neuen Forschungsbereich an der Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Ottersberg zu errichten, scheint besiegelt: Mit EU-Geldern (1,6 Millionen Euro) und Fördermitteln des Landes Niedersachsen (rund 1,3 Millionen Euro) könnte der neue Trakt an der akademischen Einrichtung bald entstehen.

Das sicherte Birgit Honé, Staatssekretärin in der Niedersächsischen Staatskanzlei, bei ihrem Besuch an der HKS zu. Nur: Wann genau ein vereinter Campus an der Großen Straße 107 realisiert werden kann, ist aber noch unklar.

Seit einem Dreivierteljahr laufen die Gespräche über die Förderung. Honé, die in der Staatskanzlei unter anderem zuständig für Europa-Förderfonds ist, bescheinigte der HKS nun „ausgesprochen gute Förderaussichten“. Der Zuschuss käme dann vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Kunst und Unternehmen im Blick

Das avisierte Forschungsfeld beschäftigt sich mit dem Bereich Kunst und Unternehmen und soll „soziale Innovationen in der Arbeitswelt“ vorantreiben. „Das ist keine empirische, evidenzbasierte Forschung, wie man sie sonst aus der Wissenschaft kennt“, erläuterte Ralf Rummel-Suhrcke, akademischer Leiter und Geschäftsführer. Künstlerische Forschung erfolge „prozessorientiert“. 

Der Forschungstrakt soll Tanzräume, Medienräume für die Supervision und Ateliers für interdisziplinäre, künstlerische Forschung umfassen. „Das war auch eine Kunst, die Ämter davon zu überzeugen, dass das, was wir planen, Forschungsgebäude sind“, fügte Rummel-Suhrcke hinzu.

Derzeit fördert das Land zwei Hochschulen im Bezirk Lüneburg. Die Hochschule Ottersberg werde aber „mittelfristig die einzige sein, die wir unterstützen“, sagte Birgit Honé. „In der heutigen Gesellschaft gilt es, viele Herausforderungen zu meistern, etwa Inklusion und die Integration von Flüchtlingen.“ Soziale Arbeit werde an der HKS in Form von Kunst, Musik und Tanz gelehrt. 

Damit leiste die Hochschule „etwas, das die Gesellschaft dringend benötigt“, fand Honé. Wann immer sie an Schulen unterwegs sei, stelle sie fest, wie wenig Deutsch viele Flüchtlingskinder sprechen. Diesen Kindern sei Sprache über Tanzprojekte gut zu vermitteln. Da für die Förderung und Bauplanung auch das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg eine Rolle spielt, war die Landesbeauftragte Jutta Schiecke ebenfalls zu dem Termin erschienen.

„Hidden Champion“

Schiecke nannte die Hochschule Ottersberg einen „Hidden Champion“ der Region. Eine Forschungsarbeit, die Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringe, sei gerade für Unternehmen wichtig, „um sie für Herausforderungen zukunftsfit aufzustellen“.

Mit dem Neubau für den Forschungstrakt sei aber nur ein Bruchteil von dem umgesetzt, was die HKS für einen neuen, vereinten Campus an der Großen Straße 107 plant, führte Ralf Rummel-Suhrcke aus. Mittelfristig soll der Standort am Wiestebruch aufgegeben werden und damit sollen der Theaterbereich, die Verwaltung und Ateliers zum neuen Standort „hinüberwandern“. Zudem sollen dort weitere Büros, eine Aula und ein Seminartrakt errichtet werden.

Sechs Millionen Euro Bausumme

Ein Drittel der Gesamtbaukosten ist mit der EU- und Landesförderung fast abgedeckt. Die wird letztlich aber nur in den Forschungsbereich fließen, denn der Rest ist nicht förderfähig. „Es bleibt noch eine Bausumme von sechs Millionen Euro übrig“, so Rummel-Suhrcke. Dafür sei man derzeit mit aussichtsreichen Privatförderern in Verhandlung, suche aber noch nach weiteren. 

Für den Neubau möchte die Hochschule einen Architekten aus Berlin beauftragen. Rummel-Suhrcke zufolge könnte das Bauvorhaben, je nach Finanzierungslage, in zwei Bauabschnitten ausgeführt werden.

Weitere Planungen sind jedoch erst mal auf Eis gelegt: Das Land prüft den Förderantrag noch etwa zwei Monate, dann geht der Antrag zum staatlichen Baumanagement, das rund ein Jahr für die Prüfung benötigt. Ein Baubeginn wäre also frühestens im März 2019 möglich.

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