Opfer vor 30 Jahren in Ottersberg gefunden / Fall für „Aktenzeichen XY“

Neue Ermittlungen in Cold Case

Landkreis – In einem ungeklärten und mittlerweile fast dreißig Jahre alten Mordfall haben die Staatsanwaltschaft Verden und die Polizeiinspektion Verden/Osterholz die Ermittlungen erneut aufgenommen. Im Dezember 1991 war im Landkreis Verden an der Autobahn 1 zwischen Hamburg und Bremen ein getöteter Mann abgelegt worden. Umfangreiche Ermittlungen hatten damals nicht zum Ergreifen des Täters geführt.

Wer kennt diesen Mann? 1991 wurde er Opfer eines Tötungsdeliktes. Hinweise nehmen die Polizeiinspektion Verden/Osterholz unter Telefon 04231/8060 sowie jede andere Dienststelle entgegen.
  • Fast 30 Jahre ist ein ungelöster Mordfall alt, in dem Polizei und Staatsanwaltschaft Verden jetzt die Ermittlungen wieder aufnehmen.
  • Die Leiche war damals an der Autobahn nahe Ottersberg abgelegt worden. Weder Hintergründe noch die Identität des Opfers sind bekannt.
  • Mit Hilfe der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst sollen jetzt neue Zeugen gesucht werden.

Selbst die Identität des Getöteten ist bis heute unklar. Der Fall, der damals für großes Aufsehen sorgte, wird am Mittwoch, 10. Februar, 20.15 im ZDF, in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ dargestellt. Ziel der Ermittlerinnen und Ermittler ist, Zeugen zu finden.

Den schrecklichen Fund machte eine Anwohnerin am Dienstag, 10. Dezember 1991. Gegen 7.55 Uhr entdeckte sie auf einer Böschung der Landesstraße 155, unmittelbar an der A1, Anschlussstelle Ottersberg-Posthausen, den männlichen Leichnam. Die alarmierte Polizei hat kurze Zeit später ihre Arbeit am Tatort aufgenommen. Der vollständig bekleidete Leichnam wies Spuren von erheblicher Gewalt auf. Er war vermutlich mit einem Fahrzeug zum Fundort transportiert und dort über die Leitplanken die Böschung der Autobahn-Überführung hinuntergeworfen worden.

Die Ermittlungen der damals eigens eingerichteten Mordkommission hatten nicht zur Festnahme des oder der Täter geführt. Allerdings gebe es Anhaltspunkte, denen zufolge ein örtlicher Bezug in Richtung Hamburg denkbar ist, berichten Staatsanwaltschaft und Polizei in einer Pressemitteilung.

Bei dem Toten handelte es sich um einen 25 bis 35 Jahre alten Mann mit normaler Statur, 179 Zentimeter groß und 80 Kilogramm schwer. Er hatte braune Augen und ein südosteuropäisches Erscheinungsbild. Aufgefunden wurde er mit kurzem und sehr dichtem schwarzen und leicht krausem Deckhaar. Außerdem trug er einen Dreitagebart. Er war mit einem dunkelbraunen Stoffblouson, einem dunkelgrauen Strickpullover mit Rautenmuster auf der Vorderseite, einem grauen Oberhemd mit Knopfleiste und einer ausgewaschenen hellblauen Jeanshose gekleidet. Die Hose wies am Oberschenkel starke Schmutzanhaftungen auf. Ertrug weiße Turnschuhe mit Außenbeschriftung und Emblemen der Marke „Young & Young“, die auf der Außenseite der Sohle die Bezeichnung „Sports“ trugen.

Die Bekleidung des Opfers: Die Polizei sucht Zeugen, die dazu und zu den Ringen, die er trug, Angaben machen können.

Den Ermittlungen zufolge dürfte der Tote erst in seinem letzten Lebensjahr Bezug zu Mitteleuropa und Deutschland hergestellt haben. In seiner Kindheit und Jugend hingegen dürfte er in Osteuropa gelebt haben, möglicherweise im ehemaligen Jugoslawien, in der Türkei oder im Südkaukasus.

Mit dem erneuten Aufrollen des Falles kommen kriminaltechnische Methoden zur Anwendung, die damals noch nicht möglich waren. Insbesondere die DNA-Analysen eröffnen neue Möglichkeiten in den Ermittlungen.

Mit der TV-Ausstrahlung erhoffen sich Staatsanwaltschaft und die Polizei nun zudem Hinweise aus der Bevölkerung. Ihre wichtigsten Fragen lauten: Wer kennt die verstorbene Person oder kann Hinweise auf ihre Identität, Herkunft, Nationalität und ihren letzten Aufenthalt vor dem 10. Dezember 1991 geben? Wer kann Angaben zur Kleidung, Schuhen und seinen Ringen machen? Gibt es noch Personen (ältere Polizeibeamte oder sonstige Zeugen), die nähere Auskünfte über einen damaligen Stadtstreicher (1991) in Hamburg namens „Igor Stravinski“ geben können? Damals waren sich einige Zeugen, darunter Hamburger Polizeibeamte, sicher, in ihm den Toten wiedererkannt zu haben. Wer kann etwas zu einer Person und deren Verbleib namens „Ritzi“ sagen, die 1991 am Hamburger Bahnhof als Drogendealer agiert und möglicherweise auch Kontakte nach Frankfurt gehabt haben soll? Nach derzeitigem Ermittlungsstand könnte „Ritzi“ zusammen mit Menschen aus dem russischen und pakistanischen Raum aufgetreten sein.

Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5 000 Euro ausgelobt. Hinweise nehmen die Polizeiinspektion Verden/Osterholz unter Telefon 04231/8060 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Diese weißen Turnschuhe trug der unbekannte Mann.
Markanten Schmuck trug das Opfer.

Rubriklistenbild: © -Polizei

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