Neben Italiener am liebsten „ein Bäcker mit Frühstückscafé“

Drittes Ladenlokal im Geschäftshaus Große Straße 33 hat noch keinen Mieter

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Das Ladenlokal rechts außen im Geschäftshaus Große Straße 33 hat noch keinen neuen Mieter. In der Nachbarschaft gibt es die Sorge, dass eine Spielhalle Einzug halten könnte.

Ottersberg - Von Petra Holthusen. Es tut sich was im großen Geschäfts- und Wohnhaus Große Straße 33 in Ottersberg. Wo früher im unteren Bereich das Kunst- und Kultur-Café und später ein großes China-Restaurant zu Hause waren, herrschte eine Weile Leerstand, bevor zuletzt im März in einem Teil der Gewerbeimmobilie ein Fitnessstudio eröffnete.

Die beiden anderen Ladengeschäfte im Erdgeschoss sind nach der neuen Dreiteilung der insgesamt rund 600 Quadratmeter großen Gewerbefläche fast fertig renoviert, und in das eine wird italienische Gastronomie samt Lieferservice einziehen. 

Das berichtete auf Anfrage das Achimer Immobilienmaklerbüro Felske, das das Geschäfts- und Wohnhaus Große Straße 33 in Ottersberg im Auftrag der Eigentümer verwaltet und vermietet. Für das dritte Ladenlokal gebe es noch keinen Mieter, so war zu erfahren.

In der Nachbarschaft des Geschäftshauses geht nun die Sorge um, dass hier eine weitere Spielhalle eröffnen könnte – das vierte Lokal dieser Art auf engstem Raum. Rund um den Ottersberger Kreisel gibt es bereits eine Sportbar, ein Sportwettenbüro und eine Spielothek, weshalb der Bereich im Volksmund gern „Bermuda-Dreieck“ genannt wird. Die zugeklebten Fenster bieten auch in politischen Gremien immer mal wieder Gesprächsstoff. Dass an der Großen Straße eine weitere Spielhalle aufmachen könnte, bewog eine besorgte Mutter zu einem anonymen Schreiben an unsere Redaktion – „in der Hoffnung, dass dagegen angegangen wird“. Sie wohne mit ihren 17, 22 und 24 Jahre alten Kindern „in der Nähe der neuen geplanten Spielhalle“, schreibt die Mutter, und „als ob wir nicht schon genug Daddelhallen in Ottersberg hätten, kommt eine weitere dazu, genau vor meiner Haustür, wo mehr Wohngebiet ist als Gewerbe“. Sie könne nicht verstehen, dass „so was geduldet wird“, und äußert ihre Angst, „dass meine Kinder spielsüchtig werden“.

„Wir wissen von nichts“

Der Gemeinde Ottersberg ist von solchen Plänen nichts bekannt. Um eine Spielhalle eröffnen zu können, müsste über den Landkreis Verden als Genehmigungsbehörde in einem bauordnungsrechtlichen Verfahren eine Nutzungsänderung für das Geschäftsgebäude beantragt werden, die dann auch im Rathaus über den Tisch gehen würde, erklärte Vize-Verwaltungschef Jürgen Buthmann-von Schwartz auf Nachfrage. Eine entsprechende Anfrage läge aber weder im Kreis- noch im Rathaus vor: „Wir wissen von nichts.“

Dass in dieser Richtung bislang nichts Konkretes geplant sei, bestätigt das Immobilienbüro Felske: Zwar gebe es „Anfragen ohne Ende“ von mietwilligen Spielhallenbetreibern, die ihr Objekt teils trickreich als Kiosk oder Café ankündigten, aber eine Vermietung des dritten Ladenlokals im Haus Große Straße 33 werde es nur an seriöse Unternehmen geben. Dass dies am Ende dennoch eine Art Spielothek sein könnte, sei zwar nicht gewünscht, aber auch nicht zu 100 Prozent auszuschließen, wenn sich ansonsten der Leerstand zu lange hinziehe. Am liebsten hätten die Hausverwalter „eine kleine Bäckerei mit Frühstückscafé“, aber das sei nicht so leicht anzusiedeln. 

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