Moor-Ausstellung  

Dr. Michael Schirmer referiert: „Moor – Klimakiller oder Klimaretter?"

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Dr. Michael Schirmer vom Bremischen Deichverband am rechten Weserufer präsentierte im Buthmanns Hof einen Vortrag zum Thema „Moor – Klimakiller oder Klimaretter?“. Dabei stützte er sich thematisch unter anderem auf ein Buch des Fischerhuder Autors Jochen Bertzbach. 

Fischerhude - Von Bernd Hägermann. Das Interesse, Moore nicht sterben zu lassen, sie zu erhalten oder zu regenerieren, sollte ein globales sein. Andernfalls sind Moore, insbesondere wegen der durch den Torfabbau und die landwirtschaftliche Nutzung freigesetzten Klimagase Kohlendioxid und Methan, dazu noch Lachgas als drittstärkste Emission, wahre Klimakiller.

Das meint Dr. Michael Schirmer. Er lehrte über drei Jahrzehnte lang an der Universität Bremen und ist seit 2004 Deichhauptmann des Bremischen Deichverbandes am rechten Weserufer. Am Dienstagabend referierte Schirmer im Rahmenprogramm der Moor-Ausstellung in Buthmanns Hof zur Frage „Moor – Klimakiller oder Klimaretter?“ Die Antwort darauf ergibt sich aus dem menschlichen Verhalten.

Kohlendioxid hat die größte Wirksamkeit auf das Klima. Und um das Klima steht es nicht gut. „Wir haben den Klimawandel verursacht. Jüngere werden die Folgen zu tragen haben“, sagte Schirmer. Neueste Erkenntnisse zeigten, dass „Horrorgrenzen“ längst überschritten seien, aber kurzfristige Umkehrmaßnahmen nicht möglich.

Seit 1960 gingen die Temperaturen „ab durch die Decke“: „Diese Entwicklung“, sagte Michael Schirmer, „treibt Fachleuten den Schweiß auf die Stirn.“

In den vergangenen 130 Jahren habe sich die Erde um 1,2 Grad erwärmt, die Temperatur der Nordsee sei im Vergleich zu 1962 um 1,7 Grad gestiegen. Der Meeresspiegel steige stetig und nichts deute darauf hin, dass sich die Temperaturkurve abflachen könnte. „In 15 Jahren werden womöglich am Nordpol Paddeltouren angeboten“, befand Schirmer mit einer Mischung aus Realitätssinn und Sarkasmus.

Und die Moore? „Deren Vernichtung und die der Regenwälder sind global die zweitgrößte Quelle für Treibhausgase.“ Lebende aktive Moore

Torfabbau macht Moore zu Klimakillern

hingegen seien klimaneutral und langfristig sogar klimastabilisierend.

Das Moorland Deutschlands ist Niedersachen. Hier liegen 73 Prozent der Hochmoore und 18 Prozent der Niedermoore. 70 Prozent der niedersächsischen Moore jedoch werden landwirtschaftlich genutzt. „Durch Abbau und Nutzung werden Moore zu Klimakillern“, sagte Schirmer, der in diesem Zusammenhang anmerkte: „Es gibt allerdings starke Bestrebungen, Moore zu regenerieren oder Wiedergutmachung zu leisten.“

Er nannte einige Maßnahmen. Der Verzicht auf die Erneuerung von Abbaulizenzen gehöre ebenso dazu wie der Aufkauf von Flächen oder Flächentausche, die Vermeidung von Torfprodukten sowie die Entwicklung von Torfersatzstoffen.

Dr. Michael Schirmer, der vor etlichen interessierten Zuhörern sprach, beendete seinen Vortrag mit dem Satz „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos!“ und der Formel „Moore schützen = Klima schützen“.

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