Modersohn-Museum in Fischerhude zeigt „Otto Modersohn – das Frühwerk 1884-1889“

In der Natur das ersehnte Echte finden

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Otto Modersohn: „Hammewiesen mit Weyerberg“, 1889, Öl auf Leinwand, 26,3 x 41,6 cm.

Fischerhude - Nach zehn Jahren zeigt das Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude wieder Bilder aus dem Frühwerk von Otto Modersohn. Die Sonderausstellung „Otto Modersohn – das Frühwerk 1884-1889“ wurde am Wochenende eröffnet und ist bis 31. August täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von den frühesten Kinderzeichnungen und dem Beginn an der Düsseldorfer Akademie über die Studien- und Wanderjahre in Westfalen bis zu den Studien des ersten Sommers in Worpswede 1889.

Otto Modersohn war ein Maler, der sich schon in früher Jugend eingehend und leidenschaftlich mit Erscheinungsformen der Natur beschäftigte, der Insekten und Pflanzen sammelte, geduldig beobachten konnte und ausgesprochen früh stetig und viel zeichnete.

Als er 1884 an die Düsseldorfer Kunstakademie kommt, ist er enttäuscht von dem, was ihm dort an künstlerischer Auffassung entgegentritt. Akademische Glätte und virtuose Könnerschaft stoßen ihn ab – er träumt von anderen künstlerischen Zielen. „Einfachheit“ strebt er an, als Haltung, als malerisches Programm und als konkreten Anlass auf der Suche nach Motiven.

Die kleinformatigen Bilder, die Modersohn zwischen 1884 und 1889 malte, zählten für Dr. Günter Busch, den ehemaligen Direktor der Kunsthalle Bremen, „zum Schönsten und Besten, was die damalige deutsche Landschaftsmalerei des beginnenden Impressionismus überhaupt zu bieten hatte“. Es sind zumeist Arbeiten aus der Umgebung von Soest und Münster. Sie entstanden während der akademischen Ausbildung in Düsseldorf und Karlsruhe und bezeugen das große Talent des jungen Modersohn.

Als Otto Modersohn im Juli 1889 auf einer Reise mit seinem Studienfreund Fritz Mackensen das erste Mal Worpswede erlebt, ist er überwältigt vom starken Natureindruck dieser weiten, offenen und herben Landschaft. Der gemeinsame Aufenthalt wird immer wieder verlängert. Hans am Ende, der Studienfreund Mackensens, kommt aus München dazu, und es reift der Entschluss, ganz in Worpswede zu bleiben. Die Ziele sind klar: Man kehrt den Akademien, den „Kunststädten“ und damit allem Modischen und Konventionellen den Rücken, um in der Natur das ersehnte „Echte“ zu finden, das Nahe, das Einfache und doch Poetische.

Die Ausstellung umfasst 95 Gemälde, 52 Zeichnungen und 35 Skizzenbücher mit selten gezeigten Beispielen der frühen Zeichenkunst Otto Modersohns.

„Alles ist bei mir Sache des Gefühls, Empfindens, was bleibt mir noch, wenn ich dies nicht hätte! Alles, vom Anfang bis zum Ende, bilde ich nach meinem Gefühl. Der Maler wird der größere sein, der das freiere, größere Gefühl besitzt. Es wird das Gefühl gestützt und vergrößert werden durch Beobachtung, durch Studien der Natur und anderer Meister. Aber es ist geboren mit dem wahren Künstler“, notierte Otto Modersohn im März 1889 in seinem Tagebuch.

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