Rehkitzrettung Fischerhude erfährt große Unterstützung / 24 500 Euro von Postcode Lotterie

Mit Seeler, Sarah und neuen Suchdrohnen

Gerettet: Eines von 108 Kitzen, die die Fischerhuder Rehkitzretter voriges Jahr vor dem grausigen Tod im Mähwerk bewahrten.
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Gerettet: Eines von 108 Kitzen, die die Fischerhuder Rehkitzretter voriges Jahr vor dem grausigen Tod im Mähwerk bewahrten.

Fischerhude – 21 Einsätze flogen die Drohnen-Piloten der Rehkitzrettung Fischerhude im Mai/Juni vorigen Jahres in den Wümmewiesen der Region. Insgesamt 600 Hektar Grasland suchten die Tierschützer frühmorgens vor der Mahd mit Wärmebildkameras aus der Luft ab und lotsten die Rettungsteams per Funk durchs hohe Gras zu aufgespürten Jungtieren. 108 Rehkitze konnten durch diesen ehrenamtlichen Einsatz vor Verstümmelung und Tod im Schneidwerk eines Mähdreschers bewahrt werden, dazu ungezählte Junghasen und einige Brachvogelgelege.

Eine Erfolgsbilanz, die Initiatorin Sarah Meyer stolz und glücklich macht.

In der dritten Saison der Rehkitzrettung Fischerhude im bevorstehenden Frühjahr hoffen die engagierte Vereinsvorsitzende und ihre rund 25 freiwilligen Helferinnen und Helfer, noch mehr Tierkindern das Leben retten zu können – durch den Einsatz verbesserter Drohnen- und Kameratechnik. Für deren Anschaffung erhielt die Rehkitzrettung Fischerhude großzügige finanzielle Unterstützung von der Deutschen Postcode Lotterie, die den Verein „mit der unglaublichen Summe von 24 500 Euro fördert”, berichtet Sarah Meyer freudestrahlend.

Die Fischerhuder Tierschützerin hatte die Rehkitzrettung vor zweieinhalb Jahren angeschoben und war von Beginn an auf viel Zuspruch und Unterstützung gestoßen. In den Jahren zuvor war sie vor der ersten Mahd immer zu Fuß durch die Wiesen vor ihrer Haustür gestreift, um mit bloßem Auge im hohen Gras versteckte Kitze aufzuspüren. Drei Tiere hatte sie auf diese Weise 2018 vor dem grausigen Tod im Mähwerk bewahren können. Zu wenig, befand Sarah Meyer und startete einen Spendenaufruf für High-Tech-Unterstützung aus der Luft.

Das Echo war riesig: Gleich in der ersten Saison im Frühjahr 2019 konnte die Rehkitzrettung dank der Geldspenden von Privatleuten und örtlichen Firmen mit zwei Drohnen loslegen und rettete 29 Kitze. 2020 waren, auch dank einer Zuwendung aus der Bingo-Umweltstiftung, schon drei Drohnen am Start – und am Ende 108 Rehkitze in Sicherheit gebracht worden.

In die dritte Saison geht der junge Verein jetzt mit vier ferngesteuerten Fluggeräten und optimierter Technik: Mit den 24 500 Euro von der Deutschen Postcode Lotterie sowie einer Spende der Stiftung der Kreissparkasse Verden „schaffen wir Drohnen mit Wärmebildkameras an, die durch die bessere Kameratechnik höher als die bisher vorhandenen Drohnen fliegen können“, schildert Sarah Meyer. Außerdem „können nun unsere vier Piloten alle mit Coptern ausgestattet werden, sodass weniger Landwirten aufgrund des kurzen Zeitfensters, in dem die Rehkitzrettung am Morgen möglich ist, abgesagt werden muss. Wir können also mehr Rehkitze und andere Wildtiere retten“. Und weil die neuen Drohnen dreimal so hoch fliegen können wie die alten, „schaffen wir dreimal so viel Fläche“, sagt Sarah Meyer.

Die Vorbereitungen für die Kitzsuche mit Drohnen im Frühjahr laufen – Corona-Regelungen inklusive. „Nachdem wir bereits im vorigen Jahr eine Ausnahmegenehmigung vom Gesundheitsamt bekommen haben, stehen wir auch aktuell wieder in Kontakt mit den Behörden und haben erneut unser Hygienekonzept vorgelegt“, berichtet Sarah Meyer. Weil sich die Rettungsteams – jeweils ein Pilot mit drei Helfern – ausschließlich im Freien und mit viel Abstand zueinander bewegen, „sollte es aber keinerlei Probleme mit der Genehmigung geben“.

Weitere Helfer für die frühmorgendlichen Sucheinsätze sind jederzeit willkommen. „Es ist“, so versichert Sarah Meyer, „für alle ein tolles Erlebnis, wenn man solch ein kleines Wesen retten kann.“

Auch Prominente unterstützen die Fischerhuder Initiative – zumindest ideell. Neben Fußball-Ikone Uwe Seeler darf die Rehkitzrettung jetzt auch mit Sarah Connor als Förderin für ihre Sache werben. Die Popsängerin erfuhr über ihre Fischerhuder Verwandtschaft von dem Projekt und schrieb eine nette Karte: „Wie gut, dass ihr die Rehkitze rettet! Gruß an die Rehkitzretter in Fischerhude!“ – Sozusagen „From Sarah with love“ ...

Von Petra Holthusen

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