Ottersberger Repair-Café feiert im DRK-Heim gelungenen Neustart nach Corona-Regeln

Mit Lötkolben, Limo und viel frischer Luft

Viel Platz hat das wieder gestartete Repair-Café in den Räumen des DRK Ottersberg.
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Viel Platz hat das wieder gestartete Repair-Café in den Räumen des DRK Ottersberg.

Ottersberg – Das Licht auf ihrem Schreibtisch vermisst die ältere Dame aus Fischerhude sehr. Recht dunkel sei die Arbeitsfläche, seit der Schalter zum Anknipsen ihrer Tischleuchte kaputt sei. Da kommt es wie gerufen, dass das Repair-Café in Ottersberg nach langer Corona-Pause endlich wieder öffnen kann. Fachmann Rainer, umgeben von allerhand elektrischem Zubehör und Werkzeug, kümmert sich umgehend um die defekte Schreibtischlampe, deren hoffnungsfrohe Besitzerin im coronagerechten Abstand geduldig wartet. Das Radio, das nur noch ein Rauschen statt Musik von sich gibt, hat sie auch gleich mitgebracht. Darum werden sich Rainer oder sein Tischnachbar Michael im Anschluss kümmern.

Auch andere haben sehnlich auf die Wiederöffnung des Repair-Cafés gewartet, das seinen Neustart am Donnerstagnachmittag in den Räumen des Roten Kreuzes hinter dem Rathaus feierte. „Schon eine halbe Stunde vor Öffnung standen die ersten vor der Tür“, erzählt Initiatorin Sabine Bartram erfreut und überrascht zugleich. Immerhin war es an diesem Nachmittag für die Besucher extrem mühselig, sich den Weg zum DRK-Heim durch die Großbaustelle im gesperrten Ortskern zu bahnen.

Einmal im Monat reparieren Bürger für Bürger ehrenamtlich gegen eine kleine Spende zur Kostendeckung defekte Kleinelektrogeräte, Spielsachen, Hausrat und Textilien. Dinge, die es sich nicht mehr lohnt ins Fachgeschäft zu bringen, die aber zu schade für den Müll sind oder an denen das Herz der Besitzer besonders hängt. Gleichzeitig dient das Repair-Café als soziale Kontaktstelle. Für den Klönschnack nebenbei stellen die Initiatoren Kaffee und kalte Getränke bereit, für die die Besucher aktuell allerdings ihre eigenen Trinkbecher mitbringen müssen.

Auf das Kuchen-Angebot wird wegen der Corona-Situation im Moment ganz verzichtet. „Vielleicht gibt"s nächstes Mal einzeln verpackte Muffins“, überlegt Sabine Bartram. Nächstes Mal, das ist dann am Donnerstag, 19. November, von 15.30 bis 18 Uhr. Der letzte Termin dieses Jahres ist für Donnerstag, 10. Dezember, geplant.

Immer vorausgesetzt, Corona funkt nicht wieder dazwischen. Im März hatte die Pandemie das gerade erst in Fahrt gekommene Repair-Café ausgebremst. Im ursprünglichen Domizil im Rektorhaus war es fortan zu eng, um die gebotenen Abstandsregeln einhalten zu können. Die Suche nach einem Ausweichquartier gestaltete sich Bartram zufolge mühsam und erfolglos – bis mit Hilfe von Bürgermeister Tim Willy Weber die DRK-Räume für einen Nachmittag im Monat organisiert werden konnten. Dafür ist das zwölfköpfige Team des Repair-Cafés überaus dankbar.

Die großzügigen Räume erwiesen sich beim ersten Nachmittag als perfekt: Vorne geht"s für die Besucher rein – das DRK stellt hier sogar seinen Handdesinfektionsspender zur Verfügung –, und an den Konferenztischen können Kontaktbögen ausgefüllt und die Wartezeit mit einem Becher Kaffee überbrückt werden. Im großen Schulungsraum nebenan dürfen jeweils drei Besucher gleichzeitig ihre defekten Mitbringsel über den Tisch reichen und mit den ehrenamtlichen Helfern das Problem besprechen. Nach erfolgter Reparatur geht"s zur Hintertür wieder hinaus. Und „für die Durchlüftung lassen wir alle Türen die ganze Zeit offenstehen“, betont Sabine Bartram. Dass im Repair-Café das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht ist, versteht sich von selbst.

Kontakt

Informationen erhalten Interessierte per E-Mail an repair-cafe-ottersberg@gmx.de

Von Petra Holthusen

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