Tim Willy Weber bereitet sich auf seinen Amtsantritt als Ottersberger Bürgermeister vor

Mit dem Kopf schon im Rathaus

„Rutsche schon langsam rein“: Tim Willy Weber (49), ab dem 1. Juli hauptamtlicher Bürgermeister des Fleckens Ottersberg. Archivfoto: Holthusen
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„Rutsche schon langsam rein“: Tim Willy Weber (49), ab dem 1. Juli hauptamtlicher Bürgermeister des Fleckens Ottersberg.

Ottersberg - Von Petra Holthusen. Tim Willy Weber genießt gerade „das Privileg der freien Zeiteinteilung“. Noch. Die langjährige Geschäftsführertätigkeit beim Verein „Mehr Demokratie“ in Bremen so gut wie abgewickelt, bereitet sich der 49-Jährige jetzt auf seinen Amtsantritt als hauptamtlicher Bürgermeister des Fleckens Ottersberg am 1. Juli vor. Mit dem Kopf ist er schon im Rathaus, den Übergang in sein neues Berufsleben erlebt er als fließend, sagt Weber: „Ich rutsche da langsam rein.“ Dabei hilft ihm der noch amtierende Bürgermeister Horst Hofmann, der zur Jahresmitte in den Ruhestand geht und Weber schon mal stellvertretend zu dem einen oder anderen Gesprächstermin schickt, der in die Zukunft wirkt – etwa zur Erweiterung des Ottersberger Rewe-Markts oder zum Fischerhuder Zwist um den Tontaubenschießstand.

„Er macht die Übergabe gut“, betont Weber. In den vergangenen 14 Jahren war es meist nicht so gut bestellt um Kooperation und Harmonie zwischen Verwaltungschef Hofmann (CDU) und Kommunalpolitiker Weber, der im Gemeinderat die Fraktion der Freien Grünen Bürgerliste Ottersberg (FGBO) führte. Jetzt wechselt Weber die Tischseite und folgt Hofmann im Amt, nachdem ihn die Bürgerinnen und Bürger am 26. April in einer coronabedingten historischen Briefwahl für die nächsten sechs Jahre an die Spitze ihrer Gemeinde gewählt haben.

Durch seine ehrenamtliche politische Tätigkeit seit 2006 kennt der 49-Jährige sich aus im Rathaus und in den Themen, aber jetzt geht er mit den Fachbereichsleitern in der Verwaltung nicht mehr als Ratspolitiker ins Gespräch, sondern als künftiger Chef. Er werde gut aufgenommen, hat Weber das Gefühl nach ersten Zusammenkünften mit der Führungsriege – und stellt seinerseits anerkennend fest: „Die Spitze ist gut besetzt.“

Auch bei Landrat Peter Bohlmann und den Bürgermeistern in Nachbargemeinden hat sich Weber schon als „der Neue“ vorgestellt. In Amt und Würden ist er bereits als frisch gewählter Vorsitzender der Stiftung Heimathaus Irmintraut in Fischerhude – eine Aufgabe, die dem Bürgermeister des Fleckens Ottersberg qua Amt zufällt. So wie auch der Aufsichtsratsvorsitz bei der gemeindeeigenen Breitbandgesellschaft BIN.

Zu den wichtigen Aufgaben ab 1. Juli zählt für Weber, das institutionelle und öffentliche Leben nach der Corona-Krise „zurück in die Normalität“ zu führen. Wann kann das Otterbad aufmachen oder bleibt es gleich geschlossen für die Sanierung? Wie läuft der Regelbetrieb in den Kitas neu an? Kann Ottersberg den Markt Ende September feiern? Dafür wollen im Austausch mit vielen Beteiligten Antworten gefunden werden. Die finanzielle Entwicklung und mögliche Rettungsschirme für die Kommune angesichts coronabedingt drohender Steuer- und Gebührenausfälle will der künftige Bürgermeister „gelassen abwarten – das ist jetzt so“.

Als die „größte Herausforderung“ betrachtet es Weber, „mehr Begeisterung für den Ort zu wecken, Lust auf den Ort zu machen und Initiativen zu mobilisieren“. Im Wahlkampf sei zu spüren gewesen, „dass die Leute Ideen haben“. Bevor er selbst im Rathaus eigene Ideen präsentiert, heißt es für den neuen Chef am 1. Juli erstmal „ankommen und beschnuppern“. Er sei jemand, der zunächst „ein System lesen und verstehen“ wolle. Klar sei jedoch, dass „Personal gewinnen, Personal halten“ eine wichtige Aufgabe sein werde, einschließlich der Ausbildung eigenen Nachwuchses.

Sitzungsdienst, Verwaltungsarbeit, Außendienst- und Repräsentationstermine werden nach Webers Einschätzung 90 Prozent seiner Zeit beanspruchen. Als persönliche Herausforderung nimmt er die verbleibenden zehn Prozent, mit denen er seinem eigenen Anspruch gerecht werden will: „Schaffe ich es, Menschen zusammenzubringen, Initiativen anzustoßen? Komme ich in die Gestaltung oder nicht?“

Übrigens: Der künftige Bürgermeister stellt sich auf eine 70-Stunden-Woche ein.

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