Landwirtschaftsministerin beeindruckt

Otterstedter Dorfladen: „Wirklich schönes Angebot“

Barbara Otte-Kinast und Kerstin Rehfinger
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Barbara Otte-Kinast, niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (l.), ließ sich von Kerstin Rehfinger, Teamleiterin im Otterstedter Dorfladen, auch das Biosortiment zeigen.

Otterstedt – „Oh, Sie haben frischen Käse?“ Allem Anschein nach hätte Barbara Otte-Kinast, sichtlich angetan vom Sortiment, am liebsten erstmal in Ruhe eingekauft. Aber die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz war ja in dienstlicher Mission unterwegs, als sie am Dienstagnachmittag dem neuen Dorfladen im alten Kaufhaus Bergstedt in Otterstedt einen Besuch abstattete.

Die Initiative der Otterstedter, die sich für den Erhalt ihrer Einkaufsmöglichkeit im Dorf vor zweieinhalb Jahren zu einer genossenschaftlich ausgerichteten Unternehmergesellschaft mit mehr als 300 Anteilseignern zusammengeschlossen haben, ist eine Erfolgsgeschichte. Das hat sich bis nach Hannover herumgesprochen, sodass die Ministerin sich nun acht Monate nach der Eröffnung des Dorfladens mal selbst ein Bild machen wollte. Zumal das Land Niedersachsen das Projekt im Interesse der Nahversorgung mit 185.000 Euro gefördert hat.

Otte-Kinast war beeindruckt: „Ich habe mir das gar nicht so groß vorgestellt“, staunte die CDU-Politikerin, die gelernte Hauswirtschaftsleiterin und mit einem Landwirt verheiratet ist. „Ein wirklich schönes Angebot. Alles, was man braucht, ist da“, befand die Ministerin beim Rundgang mit Kerstin Rehfinger. Die Leiterin des mittlerweile zehnköpfigen Verkaufsteams führte den Gast durch den Laden und erläuterte das Sortiment. Das deckt nicht nur den täglichen Bedarf an Lebensmitteln und Haushaltswaren, sondern bietet neben dem hohen Anteil an Frischwaren auch viele Produkte regionaler Herkunft und/oder aus ökologischer Erzeugung. Ein Konzept nach dem Geschmack der Ministerin: Im Sinne einer nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft müsse sich „unser Einkaufsverhalten ändern“, davon ist Otte-Kinast überzeugt.

Vor der Fernsehkamera sprach Ministerin Barbara Otte-Kinast während ihres Rundgangs durch den Otterstedter Dorfladen unter anderem zum Thema Einkaufsverhalten.

Eine große Delegation hatte den hohen Besuch aus Hannover auf dem Parkplatz des Dorfladens empfangen. Vertreter des Beirats der dörflichen Unternehmergesellschaft und der örtlichen Politik, der Warenlieferanten, Fördergeldgeber und beteiligten Handwerksfirmen standen für die Projektpräsentation bereit. Die offizielle Begrüßung der Ministerin übernahm Rainer Hinrichs, früherer Ortsbürgermeister und ehrenamtlicher Geschäftsführer der vielköpfigen örtlichen Unternehmergesellschaft, die den Laden fürs eigene Dorf möglich gemacht hat. Beiratsvorsitzender Berthold Röhlmann rief kurz die Ziele in Erinnerung – unter anderem die Gewährleistung der regionalen Versorgung sowie Erhalt und Aufwertung des ortsbildprägenden früheren Kaufhauses Bergstedt. Das alles sei gelungen mit Kauf, Sanierung, Umbau und Neueinrichtung des Dorfladens in Regie und Verantwortung der Dorfgemeinschaft.

Und der professionell geführte Dorfladen brummt: Seit der Eröffnung im März zählte das Geschäft mehr als 40.000 Kunden – „obwohl der Dorfladen mit den drei Kilometer entfernten Discountern konkurriert“, wie Dietmar Plath, Sprecher des Projekts, betont. Durch den gewaltigen Zuspruch liege der Umsatz „auf Anhieb über 20 Prozent der Planung“. Die Zahl der Angestellten in Vollzeit-, Teilzeit- und Minijobs habe sich von anfangs fünf bereits auf zehn verdoppelt.

Apfelsinen, Bionudeln und Frischkäse: Am Ende ihres offiziellen Dorfladen-Besuchs kam die Ministerin doch noch zum Einkaufen und trug zufrieden ihren gefüllten Warenkorb zu Britta Naujokat an die Kasse.

Sowohl die Verkäuferinnen als auch viele Kundinnen und Kunden kommen mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Laden. „Deshalb ist der Dorfladen auch für die Umwelt und das Klima relevant“, erklärt Plath und rechnet vor: „Würde es den Dorfladen nicht geben, hätten die bis heute 40.000 Kunden zum Einkaufen mindestens ins drei Kilometer entfernte Ottersberg fahren müssen. Das entspricht 240.000 nicht gefahrenen Kilometern.“

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Für Otte-Kinast hat sich der Weg nach Otterstedt dreifach gelohnt. Erst konnte sich die Ministerin davon überzeugen, dass das Fördergeld gut angelegt ist, dann durfte sie bei Kaffee und Butterkuchen kurz entspannen – und zum Schluss auch endlich im Dorfladen einkaufen: Frischkäse und Bionudeln, dazu Hochzeitssuppe, Wurst und Marmelade aus regionaler Herstellung – prall gefüllt war der Korb, den sie lächelnd zur Kasse trug.

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