Theatergruppe Otterstedt feiert 40-jähriges Jubiläum am 15. Oktober mit „Danz op de Deel“ / Zum Geburtstag ein Einakter

„Miljöh“ ist dem Ensemble wie auf den Leib geschrieben

Die Theatergruppe Otterstedt besteht 40 Jahre. Der Geburtstag wird natürlich gefeiert. - Foto: kr

Otterstedt - 40 Jahre gibt es die Theatergruppe Otterstedt. Grund genug, dieses Ereignis am 15. Oktober gebührend zu feiern und zwar so, wie es für die umtriebigen Laienschauspieler typisch ist. Mit einem Theaterstück nämlich, das unabhängig von dem alljährlichen Saisonalstück eigens für das Jubiläum einstudiert wurde.

„Miljöh“ aus der Feder von Jens Exler steht auf dem Spielplan. Ein Einakter, bei dem es natürlich um Liebe geht. Schauplatz ist die chaotische Wohnküche der Familie Kleefeld, die als Spielort diesmal nicht im Gemeindehaus, sondern auf Albers Diele in der Loger Straße aufgebaut wird. Hugo Kleefeld ist Fernfahrer und etwas schlichter Natur. Seine Frau Else steht ihm nichts nach. Ihr Sohn Kai verliebt sich in die Tochter der vornehmen Möbelhändlerfamilie Möbius. Als sich beide Familien kennenlernen, treffen Welten aufeinander, denn Familie Möbius ist ein solches „Miljöh“ wie es bei den Kleefelds herrscht, nicht gewohnt, zumal sie erwarten, dass ihre Tochter einmal eine gute Partie macht.

Die Kleefelds bemühen sich um Contenance, ob es ihnen gelingt, soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Auf jeden Fall ist das Bühnenspektakel als Dauerlacher geplant und die plattdeutsche Sprache dient einmal mehr dazu, witzige Dialoge so richtig in Szene zu setzen. Auf der Bühne wird der harte Kern der Theatergruppe stehen. Hartmut Frese und Annegret Rugen waren schon 1976 beim ersten Stück dabei. „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, die Liebe auch zugegen ist“ wurde seinerzeit mit großem Erfolg aufgeführt. Es stammte sogar aus eigener Feder des neu gegründeten Ensembles. Für den Bühnenbau wurde der Kirchenvorstand mit ins Boot geholt, Vorhänge aus Bettlaken zusammen genäht, wobei die damals noch sehr jungen Schauspieler in vielen Bereichen aktiv von ihren Eltern unterstützt wurden.

Die große Resonanz auf die erste Spielzeit wirkte sich so motivierend aus, dass weitere Interessierte hinzu kamen und dabei blieben. Stücke aussuchen, Rollen verteilen, Proben, Bühne bauen, alles wurde gemeinschaftlich auf die Beine gestellt und so ist es bis heute geblieben. Seit 40 Jahren heißt es jedes Jahr im Februar: Vorhang auf für die Premiere, die immer ausverkauft ist. Der ersten Aufführung folgen aber weitere, so dass sich die wochenlange Probenzeit und der Kulissenbau lohnt. In den vergangenen 40 Jahren hat sich die plattdeutsche Bühne zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Leben in Otterstedt entwickelt. Die Aufführungen gelten als vergnüglicher Höhepunkt, den sich niemand aus dem Ort entgehen lässt und für den auch viele Freunde der plattdeutschen Sprache von überall her angereist kommen.

In vielen Ortschaften gab es in früheren Jahren Theatergruppen. Viele sind verschwunden, weil keine jungen Leute nachkamen. Das ist in Otterstedt anders. Kontinuierliche Nachwuchspflege, die schon beim Kindertheater anfängt und sich über das Jugendtheater fortsetzt, sorgt dafür, dass immer Schauspieler nachwachsen und die ganz früh mit der plattdeutschen Sprache vertraut gemacht werden. „Aber man muss daran arbeiten, dass schon Kinder und Jugendliche mit dem Theatervirus infiziert werden“, sagt Annegret Rugen, die sich auch als Regisseurin engagiert und hinter den Kulissen anderen zeigt, wie der richtige Zungenschlag klingen muss. Das Jugendtheater ist aus der Kindergruppe entstanden und führt inzwischen im dritten Jahr auf.

Wenn nach dem Einakter zum Jubiläum der Vorhang fällt, heißt es am 15. Oktober „Danz op de Deel“. Die Diele von Albers eignet sich hervorragend dafür. Ein DJ wird für die richtige Mucke sorgen, so dass Besucher das Tanzbein bis in die frühen Morgenstunden schwingen können.

Beginn ist um 19.30 bei freier Platzwahl. Der Eintritt kostet sechs Euro und kommt wie immer der Kirchengemeinde zugute. - kr

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