Mehr Netzentgelt , Sparen beim Verlustbringer Otterbad: E-Werk-Betriebsleiter optimistisch

Schwarze Zahlen für 2016 angepeilt

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Der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende und stellvertretende Oytener Bürgermeister Heiko Oetjen lobte als Moderator der Bürgerversammlung die teils harte, aber meistens sachliche Diskussion.

Ottersberg - Schon für 2016 peilt Helge Dannat, der neue Leiter des seit 101 Jahren bestehenden Ottersberger E-Werks, wieder schwarze Zahlen in der Bilanz an. „Wir sind auf einem guten Weg“, zeigte er sich am Mittwochabend – seinem Geburtstag – auf der Bürgerversammlung zur E-Werks-Krise optimistisch.

Dannat wies anhand von Schaubildern darauf hin, dass der Betrieb im Bereich Energiehandel preislich mit Ausnahme eines Jahres stets unter Landesschnitt und beispielsweise immer deutlich unter dem großen Energieversorger EWE lag.

„Gerade auch viele Gewerbekunden kehren von anderen zu uns zurück“, freute er sich.

Weiter verwies der Betriebsleiter aus Buchholz, der sein Amt in Ottersberg am 1. Juli 2014 übernahm, auf Änderungen bei den Netzentgelten. Hier seien dem Ottersberger Werk bei Nachverhandlungen mit der Bundesnetzagentur deutlich höhere Beträge zugestanden worden. Statt der zuvor rund 100.000 Euro jährlichen Verluste im Netzbereich sei ein Gewinn in etwa der doppelten Höhe zu erwarten, was natürlich auch den Eigenkapitalanteil wieder stärke.

„Wir sind ein Flächenversorger für ein Gesamtareal von knapp 80 Quadratkilmetern und daher mit Stadtwerken nicht zu vergleichen“, betonte Dannat. Das habe auch die Bundesagentur nun anerkannt.

25 Arbeitsplätze gehören zum E-Werk. Es versorgt rund 11.000 Einwohner mit Strom. 1400 waren es im Gründungsjahr 1914. 250 Photovoltaikanlagen wurden schon im Flecken installiert.

Etwa 58.000 jährliche Besucher verzeichnet das vom E-Werk mit betriebene Otterbad und macht trotzdem wie fast alle kommunalen Bäder deutliche Verluste. Um diese zu verringern, ist auch die Gründung eines Fördervereins im Gespräch.

Seit seinem Amtsantritt hatte Helge Dannat natürlich alle Hände voll damit zu tun, die fehlerhafte Buchführung des Vorgängers zu durchforsten, zu korrigieren und nicht vorhandene Jahresabschlüsse ab 2011 nachzuarbeiten. Dabei stieß er auch auf unsinnige Ausgabeposten wie 500 Euro jährlich für das Internetforum „Unser Stadtplan“. Dieses kündigte er umgehend.

Eine „schwarze Null“ ist beim Blockheizkraftwerk angestrebt. Hier sei etwa der Verdichter problemlos einzusparen, weil direkt hinterm Hallenbad schon eine Hochdruckleitung verlaufe, so der E-Werks-Chef.

Bürgermeister Hofmann betonte in Übereinstimmung mit Dannat noch, dass aus Fehlern auch insofern gelernt wurde, als jetzt zum Vertrauen in Mitarbeiter auch mehr Kontrolle getreten sei – etwa in Form von „Vier-Augen-Prüfungen“ bei der Haushaltsführung und eines Dienstanweisungs-Systems.

Einen Vorschlag aus dem Publikum, das Gehalt des Bürgermeisters zu halbieren und den Kommunalpolitikern die Sitzungsgelder zu streichen, bis das E-Werk wieder schwarze Zahlen schreibt, wollten die Betreffenden allerdings nicht kommentieren.

la

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