Nutzer- und Ausleihzahlen der Ottersberger Bibliothek steigen – Medienbestand sinkt

Mehr Leser – weniger Bücher

Steigende Zahlen bei Ausleihen und Lesern vermeldet das Team der Gemeindebücherei Ottersberg mit (v.li.) Sandra Burow, Leiterin Karen Marheine, Karin Frese und Birgit Gerdts in der betrieblichen Jahresstatistik 2019. Archivfoto: Holthusen

Ottersberg - Von Petra Holthusen. Rein rechnerisch klappt in der Ottersberger Gemeindebücherei alle drei Minuten die Tür und kommt jemand Lesehungriges auf der Suche nach Nachschub herein: 21 876 Besucherinnen und Besucher registrierten Büchereileiterin Karen Marheine und ihr Team im vergangenen Jahr bei 1111 Öffnungsstunden. Das geht aus Marheines betrieblicher Statistik für 2019 hervor.

Die Zahlen bescheinigen der Gemeindebücherei, die im historischen Schulhaus an der Wümmeschule am Brink beheimatet ist, eine steigende Tendenz bei Leser- und Ausleihzahlen. Insgesamt 55 830 Entleihungen von Medien weist die Statistik 2019 aus – 2018 waren es 54 700.

35 475 der Ausleihen erfolgten in der Bücherei in Ottersberg, 6314 in der Zweigstelle in der Grundschule Fischerhude, 9871 in der Filiale in der Grundschule Posthausen sowie 4170 als E-Books. In allen Bereichen stiegen die Zahlen an, nur in der Grundschule Posthausen war die Ausleihe rückläufig.

Von 1307 auf 1369 wuchs im vorigen Jahr die Zahl der aktiven Leserinnen und Leser an. Mehr als die Hälfte der Stammkundschaft – genau 749 Büchereinutzer – sind Kinder und Jugendliche. 861 der Leser sind in Ottersberg registriert, 225 in Fischerhude und 283 in Posthausen.

Im Verhältnis zu den Abgängen überwogen die Neuzugänge: „177 Leser haben sich im Jahr 2019 in Ottersberg neu angemeldet, das sind 41 mehr als im vorigen Jahr“, berichtet Bücherleiterin Marheine. In den Grundschulbüchereien habe sich die Zahl der jungen Nutzer nochmals um drei verringert.

Im Gegensatz zu den Leser- und Ausleihzahlen hat sich 2019 der Medienbestand verringert: von 25 095 auf 24 337 Bücher und elektronische Medien. Während der Bestand in Fischerhude stabil blieb und in Posthausen aufgestockt wurde, sank das Angebot in der zentralen Bibliothek in Ottersberg von 18 548 auf 17 738 auszuleihende Medien. Die Zahlen untermauern die Diskussion, die Karen Marheine voriges Jahr in der Ottersberger Politik angestoßen hatte, nämlich dass das von der Gemeinde für ihre Bücherei zur Verfügung gestellte Budget nicht ausreicht, um das Medienangebot für die Leser aktuell zu halten: Unter anderem fehle es an Geld für den regelmäßigen Ankauf gefragter literarischer Neuerscheinungen.

Um die Gemeindebücherei ideell und finanziell zu unterstützen, planen aktive Ottersberger inzwischen die Gründung eines Fördervereins (wir berichteten). Die Gründungsversammlung ist für Montag, 23. März, terminiert. Los geht’s um 19 Uhr im Rathaus, und die Initiatoren hoffen auf das Erscheinen und den Beitritt vieler Förderer. Mit der Organisation literarischer Veranstaltungen und dem Erwirtschaften eigener Erlöse sowie dem Einwerben von Spenden will der Förderverein den finanziellen Spielraum der Bücherei vergrößern und zur Verwirklichung attraktiver Medienbestände und Angebote beitragen.

Eine Besonderheit der Ottersberger Gemeindebücherei ist die angeschlossene Artothek, in der Kunstwerke ausgeliehen werden können, um sich daran eine Weile in den eigenen vier Wänden zu erfreuen. Der Bestand an gerahmten Gemälden und Grafiken, die zur Ausleihe zur Verfügung stehen, ist 2019 leicht von 130 auf 131 gewachsen – die Zahl der Ausleihen von 116 auf 144. Das ist der beste Wert der vergangenen sechs Jahre.

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