Benas-Biogasanlage am Kreuzbuchen lädt Neugierige zum Tag der offenen Tür ein

Wie aus Mais und Mist Gas wird

Die Benas-Biogasanlage am Kreuzbuchen zwischen Ottersberg und Otterstedt gehört bundesweit zu den größten und innovativsten Anlagen, sagt die Betreiberfamilie Heitmann. Am Samstag ist Tag der offenen Tür: Wer immer schon mal sehen wollte, wie aus Biomasse Gas wird, ist hier richtig. Foto: Benas

Ottersberg – Der Bau ihrer Biogasanlage am Kreuzbuchen zwischen Ottersberg und Otterstedt war für die Betreiberfamilie Heitmann keine leichte Geburt. Der Start 2005 war begleitet von viel Skepsis aus der Politik und noch mehr Kritik aus der Bevölkerung. Alles Schnee von gestern: Heute gehört die Ottersberger Anlage bundesweit zu den größten und innovativsten, wie Jürgen Heitmann und Christoph Heitmann als Geschäftsführer der Benas Biogasanlage GmbH stolz vermelden. Heitmanns haben in Zeiten, in denen alle von Energiewende sprechen, etwas vorzuzeigen – und das tun sie auch: Am kommenden Samstag, 13. Juli, ist Tag der offenen Tür auf der Biogasanlage am Kreuzbuchen.

Von 11 bis 17 Uhr haben interessierte Besucher Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Betriebs zu werfen. In öffentlichen Führungen durch die Anlage werden zukunftsweisende Technologien und die Erzeugung von Biogas erklärt. Dazu gibt’s Essen, Trinken und ein buntes Programm für Kinder.

Das Familienunternehmen Benas Biogasanlage GmbH gründeten Heitmanns 1999. Der Betrieb feiert also 20-jähriges Bestehen. Die erste Biogasanlage wurde bereits 1995 am Firmensitz in Vorwerk gebaut und bis heute stetig in ihrer Leistung aufgerüstet.

2004 begann die Planung für die größere Anlage in Ottersberg. „Nach mehreren Versuchen, einen geeigneten Standort zu finden, konnte im November 2005 mit dem Bau begonnen werden. Das erste Kilowatt konnte noch am 31. Dezember 2005 eingespeist werden“, berichten Heitmanns. Wie die Vorwerker wurde auch die Ottersberger Anlage als Cofermente-Anlage geplant und gebaut: Hauptsächlich Lebensmittelabfälle und biologische Reststoffe aus der Nahrungsmittelindustrie wurden zur Gaserzeugung verwendet. Aufgrund von politischen Gegebenheiten und Förderanreizen bei der Nutzung von ausschließlich nachwachsenden Rohstoffen, kurz Nawaro, stellten Heitmanns 2007 und 2008 beide Anlagen auf Nawaro als Input um.

Gleichzeitig wurde eine sogenannte Ammonium-Stripp-Anlage zur Gärproduktaufbereitung gebaut und stetig weiterentwickelt: Nach Worten von Christoph Heitmann kann die Anlage heute „aufbereitete Fasern liefern, welche in verschiedenen Industriebereichen Holz oder Plastik ersetzen können“. Für die Belieferung der Holzwerkstoffindustrie mit Fasern aus Gärprodukten realisierte die Benas GmbH mehrere Forschungsprojekte.

2011 bauten die Stadtwerke Bremen auf dem Ottersberger Betriebsgelände eine Gasaufbereitungsanlage.

„Mit dem Bau des neuen Endlagers 2017 und der neuen Blockheizkraftwerke 2018 gehört die Ottersberger Anlage zu den größten Anlagen in Deutschland und kann einen entscheidenden Beitrag zur Netzstabilität leisten. Die Kombination aus Stromproduktion und Gasaufbereitung zu Erdgasqualität macht die Anlage einzigartig auf ihrem Gebiet“, sagen die Geschäftsführer. So könne bei einem Stromüberangebot im Netz bei Sonne und Wind im Überschuss die Anlage abgeschaltet werden und das Gas für bis zu 24 Stunden zwischengespeichert werden: „Wenn dann der Wind abflaut oder die Dämmerung einsetzt und die nicht regelbaren erneuerbaren Energiequellen die Einspeisung reduzieren, kann die Anlage wieder gestartet werden und ihren regulären Betrieb wieder aufnehmen.“ Die Biogasanlage habe ein „absolutes Höchstmaß an Effizienz“ erreicht.

Die Ottersberger Biogasanlage verfügt über ein Gärvolumen von rund 40 000 Kubikmetern und ein Gasspeichervolumen von etwa 32 000 Kubikmetern. Zum Betrieb gehört auch eine große Fahrsiloanlage zur Bevorratung mit Silage aus Silomais, Gras und Roggen. Den jährlichen Input beziffern die Betreiber auf rund 170 Tonnen Silomais, 55 Tonnen Mist, 35 Tonnen Getreide und 13 Tonnen Gras. Wie die Biomasse in die Gärbehälter kommt und zu Gas wird, können die Besucher am Samstag mit eigenen Augen nachverfolgen.  pee

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