Nach Renaturierungsaktionen

Die Lachse sind wieder da - dank guter Wasserqualität der Wümme

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Barrierefreier Zugang: Nach dem Rückbau der Wehre, wie hier am Backsberg, sind auch die Lachse in die Wümme zurückgekehrt – sehr zur Zufriedenheit des Fischereivereins Fischerhude-Quelkhorn.

Fischerhude - Es war schon eine kleine Sensation, die Mirko Pracht da verkündete: Im Rahmen seines Jahresberichtes teilte der Gewässerwart des Fischereivereins Fischerhude-Quelkhorn am Samstagabend in der Mitgliederversammlung des Vereins mit, dass im vergangenen Jahr von Anglern des Vereins unter anderem zwei Lachse gefangen worden seien.

Eine Aussage, die so manchen Angler des Vereins aufhorchen ließ. Dass wieder Lachse in die Wümme aufsteigen, hatten einige bereits seit längerem vermutet. Einen Beweis dafür gab es bis zum vergangenen Herbst allerdings nicht. Umso größer war jetzt die Freude über die Rückkehr dieser Wanderfische. Die beiden gefangenen Exemplare wurden natürlich wieder zurückgesetzt, so wurde in der Versammlung betont, schließlich stehen die Wanderfische unter strengem Schutz.

Lachse gelten als die Könige unter den Salmoniden „Dass welche gefangen wurden, ist vor allem dem Rückbau der Wehre zu verdanken“, so Pracht. Für Salmoniden wie die Meerforelle und den Lachs, aber auch für einige andere Wanderfische sei der Weg zu ihren Laichplätzen in den Oberläufen der Flüsse wieder frei. Sie könnten ungehindert zu ihren Laichgründen aufsteigen und dort ihre Eier ablegen. Meerforellen würden bereits seit einigen Jahren wieder regelmäßig in der Wümme gefangen, Lachse allerdings bis voriges Jahr nicht.

Barben sind auch da

Zeigte sich in der Jahresmitgliederversammlung zufrieden über den Zustand der Wümme: Helmut Blohm, Vorsitzender des Fischereivereins Fischerhude-Quelkhorn.

Neben den Lachsen ließen weitere Fischarten aufhorchen, die im vergangenen Jahr von Fischerhuder Anglern gefangen wurden. Dazu gehören auch zwei Barben. Auch Barben sind Fische, die sehr hohe Ansprüche an die Wasserqualität und vor allem an ihre Laichhabitate haben. Letztere sollten einen kiesigen Untergrund und schnell strömendes, sauerstoffreiches Wasser aufweisen. Bedingungen, die die Barben in einigen Bereichen in den renaturierten Abschnitten der Wümme wieder vorfinden und offenkundig auch annehmen.

Auch der Vorsitzende des Fischereivereins, Helmut Blohm, zeigte sich in der Mitgliederversammlung vor den über 50 anwesenden Anglerinnen und Anglern zufrieden, dass die Anstrengungen des Vereins Früchte tragen. 

Die Anstrengungen sind auch finanzieller Natur: Mehrere tausend Euro nimmt der Verein jedes Jahr für Besatzmaßnahmen in die Hand – im vorigen Jahr allein mehr als 4000 Euro für Aalbesatz. Unterstützt wurden die Angler dabei einmal mehr von der Brüning-Gruppe aus Fischerhude und dem Landessportfischerverband Niedersachsen. Darüber hinaus wurde die Wümme im vergangenen Jahr mit Karpfen, Schleien und Zandern besetzt.

40 Jahre Fischereiverein

Neben den fischereilichen Aspekten spielte in der Jahreshauptversammlung das darüber hinaus gehende Engagement des Vereins, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen begeht, eine wichtige Rolle. Vor allem die Beteiligung des Fischervereins an den Maifeiern in Fischerhude ist den Mitgliedern ein wichtiges Anliegen. 

Der mitgliederstärkste Verein des Ortes beteiligte sich im vergangenen Jahr wieder mit einem eigenen Wagen am Mai-Umzug und stellte zahlreiche Freiwillige, die beim morgendlichen Aufräumen engagiert Hand anlegten und den Festplatz von Unrat befreiten. Das Engagement soll auch in den kommenden Jahren aufrechterhalten werden. In einer Abstimmung ermächtigten die Mitglieder den Vorstand, auch künftig die Mitglieder des Vereins für die Fischerhuder Maifeiern einplanen zu dürfen.

kr

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