Kunstverein ehrt Sammler und Leihgeber Karl-Günter Hintmann mit Ausstellung

Private Preziosen

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Kunstsammler Karl-Günter Hintmann (li.) ist dem Fischerhuder Kunstverein als Leihgeber und Gönner lieb und teuer, was jetzt in Buthmanns Hof mit einer Ausstellung seiner schönsten Bilder honoriert wird.

Fischerhude - Wann auch immer der Fischerhuder Kunstverein in Buthmanns Hof eine Ausstellung von Werken regionaler und überregionaler Maler veranstaltet, sind Leihgaben des renommierten Kunstsammlers Karl-Günter Hintmann dabei. Landschaften und Stillleben von bekannten und eher nicht so bekannten Künstlern hat der leidenschaftliche Sammler in vielen Jahren zusammengetragen.

Unter seinen Preziosen befinden sich auch viele Fischerhuder Werke von Rudolf Franz Hartogh, Bertha Schilling, Emma Eibler und anderen. Hintmann hütet die Gemälde wie seinen Augapfel, beweist aber immer wieder Großzügigkeit, wenn es darum geht, Ausstellungen des Kunstvereins zu bereichern und abzurunden. Als Dankeschön für dieses Entgegenkommen und als Geschenk zu seinem 70. Geburtstag widmet der Kunstverein dem Sammler eine Ausstellung, die seine schönsten Bilder im Galerieraum in Buthmanns Hof der Öffentlichkeit zugänglich macht. Bis zum 14. Juni können sich Kunstfreunde an diesen Werken erfreuen, die sonst Privatsache sind.

Am Sonntag bot Wolf-Dietmar Stock, Vorsitzender des Kunstvereins, im Beisein Hintmanns für einen kleinen Kreis von Interessierten eine sachkundige Führung durch die Ausstellung der Privatsammlung, die dienstags bis samstags von 14.30 bis 17.30 Uhr zu sehen ist und sonntags von 11.30 bis 17.30 Uhr.

Die Aufmerksamkeit ziehen gleich zwei leuchtende Werke von Bertha Schilling (1870-1953) auf sich. Zum einen der alte Quelkhorner Mühlenberg samt Mühle zu Beginn des 20. Jahrhunderts, umwogt von Getreidefeldern. Herrliche Farben, dominiert vom Blau des Himmels und dem satten Gelb des Getreides, verweisen auf die Kunst der Malerin, Natureindrücke plastisch darzustellen. Daneben hängt ihr Bild von der Klosterwahrlake um 1915. Üppige Wildpflanzen wie Weidenröschen und Wasserdost säumen das Gewässer, imposant eingegrenzt von Weiden und Schwarzerlen. „Sie war schon eine Meisterin“, sagte Wolf-Dietmar Stock und ging ausführlich auf die künstlerische Biografie von Bertha Schilling ein, die sich zu ihrer Zeit als alleinstehende Frau in einer Männerdomäne behauptete. Frei von den Konventionen der damaligen Gesellschaft lebte sie ein schaffensreiches Dasein, geprägt von ihrem Können und künstlerischen Anspruch.

Bilder von Emma Eibler (1868-1958) griffen das Thema auf. Auch sie zeigte sich als Malerin emanzipiert und eigenständig. Für ihre überschwänglichen Blumenbilder und floralen Stillleben schöpfte sie im romantischen Fischerhude aus dem Vollen. Auch Bilder von Rudolf Franz Hartogh, Wilhelm Heinrich Rohmeyer und dem Tiermaler Kurt Glauber zeichnen in der Ausstellung Eindrücke von künstlerischer Perfektion, wie sie von den Kunstschaffenden an der Wümme gepflegt wurde.

Kunstsammler und -kenner Karl-Günter Hintmann, ehemaliger Schulleiter und in der Nordheide zu Hause, bereicherte die Führung immer wieder mit Erklärungen zu den einzelnen Bildern, mit Anekdoten zu den Künstlern und mit Erzählungen vom Zustandekommen seiner Sammlung. Das Kunstverständnis und Interesse seines aus Bad Bramstedt stammenden Großvaters, der ebenfalls Sammler war, hatten ihn früh mit der Malerei vertraut gemacht und seine Liebe dazu geweckt. Die Schätze des Großvaters bildeten den Grundstock von Hintmanns Privatsammlung, die bis heute immer wieder durch das eine oder andere Bild ergänzt wird.

Schwerpunkte seiner Sammlung in dem anspruchsvollen Rahmen des Fischerhuder Kunstvereins so ansprechend präsentiert zu sehen, freute Karl-Günter Hintmann sichtlich, ebenso wie die Führung, die Wolf-Dietmar Stock mit vielen wissenswerten Details ausschmückte.

kr

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