KuKuC startet mit Hausdichter Gerd Geiser vergnüglich ins Veranstaltungsjahr

Nonsens aus spitzer Feder

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Wenn Gerd Geiser, Hausdichter des KuKuC, aus seinen satirischen Werken liest, bleibt kein Auge trocken.

Ottersberg - Komiker, Poet, Kabarettist und einer der unverzichtbaren Motoren des Ottersberger Kunst- und Kulturvereins KuKuC – Gerd Geiser ist alles in einer Person.

Als Hausdichter des KuKuC oblag es ihm am Samstagabend, die Veranstaltungsreihe 2016 des Vereins zu starten, und dafür hatte Geiser eine erwartungsvolle Zuhörerschar im alten Festsaal des Ottersberger Amtshofs um sich versammelt. „Tulpen aus Amsterdam“ huldigte der Musiker Rainer Frerich-Sagurna auf dem Saxophon und lieferte sich mit Geiser zu Beginn des vergnüglichen Abends zunächst einen Schlagabtausch über die Programmlänge, wofür beide unterschiedliche Pläne hatten.

Geiser, seit einiger Zeit in Horstedt bei Sottrum beheimatet, gab dem Publikum Einblick in das dörfliche Leben seines neuen Zuhauses, wobei er es an – in Verse gefassten – Sarkasmus nicht mangeln ließ. Horstedt sei ja ein bisschen abgelegen, meinte er, und so sei es nicht verwunderlich, dass der Pizza-Service das Dorf schneller erreiche als beispielsweise ein Rettungswagen. Aber man könne eben nicht beides haben: Dörfliche Idylle im Grünen und städtische Infrastruktur.

Den morgendlichen Gang in die Bäckerei, der einzigen weit und breit, hatte Geiser in Verse gefasst. Im Backshop gäbe es jetzt alles „to go“, was aber nicht heiße, dass damit eine schnelle Abfertigung der Kundschaft gemeint sei. Der Vielfalt der Brötchensorten werde immer größte Aufmerksamkeit geschuldet. Schließlich sei es keine einfache Entscheidung, zwischen Dreikorn-, Vierkorn- oder Mehrkornbrötchen zu wählen. Zwischendurch werfe der eine oder andere Brötchenholer noch einen Blick auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle, wodurch sich die Schlange vor dem Laden manchmal bis zur Kurve der Dorfstraße direkt vor das Gebäude der Fahrschule hinziehe. Das Publikum schlug sich vor Vergnügen auf die Schenkel und honorierte den feinen Wortwitz mit spontanem Applaus.

Ohrgängige Saxophonimprovisationen griffen die satirischen Inhalte der Verse auf und leiteten zu den verschiedensten Themen über. Gelegentliche Ausflüge in die Tierwelt und einige Gedichte, die noch zu Zeiten des KuKuC in seiner Urzelle an der Großen Straße entstanden waren, flocht Gerd Geiser in neue Werke ein und startete immer neue Angriffe auf die Lachmuskeln seines Publikums. Absurditäten rund ums Pferd, von denen es einigen Exemplaren so schlecht gehe, dass sie vor die Apotheke kotzen müssten, entführten das Publikum auf einen Reiterhof. Kuriose Erlebnisse mit recht eigenwilligen Zossen hatten Gerd Geiser zur Feder greifen lassen.

Irgendwie bekam jeder sein Fett weg und dabei ließ er auch die viel frequentierte Einkaufsstadt, die alles hat, nicht aus. Die Parkplatzsituation des großen Kaufhauses im Moor hatte es ihm besonders angetan. Wahrscheinlich, weil er in der Weihnachtszeit stundenlang rundum fahren musste, bevor er sein Fahrzeug abstellen konnte. Aber es waren ihm angesichts dieses Dilemmas Lösungen eingefallen. Man könnte, so folgerte Geiser, die Wümme bei Hellwege ausbaggern und für Kreuzfahrtschiffe tauglich machen. Der nahe Flugplatz in Hellwege sei ebenfalls ausbaufähig. Dort könnte ein Terminal für Fluggäste entstehen, die mit einem Shuttle-Service ins Einkaufsparadies kutschiert würden – Hotels für Übernachtungen natürlich inklusive...

Das Tempo, mit dem Gerd Geiser seine gereimten Visionen vortrug, machte beinahe schwindelig im Kopf – schien dem Publikum aber sehr zu gefallen. Während die Zuhörerschaft sich vor Lachen bog, verzog der Dichter selbst keine Miene, freute sich aber dann doch ein wenig spitzbübisch über seinen Erfolg.

kr

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