Kostensenkung im Otterbad in politischer Beratung / Bürger bieten Hilfe an

„Wir brauchen einfach Zeit“

+
Beliebt: Badeparty im Otterbad.

Ottersberg - Bei einem klaffenden Loch von 2,12 Millionen Euro, die dieses Jahr im Gemeindehaushalt fehlen, hält es der Flecken Ottersberg mit einem japanischen Autobauer: Nichts ist unmöglich. Andersrum gesagt: Alles ist denkbar. Auch eine Schließung des Otterbads. Hallenbäder sind von Natur aus Verlustbringer; das in Ottersberg hat einen jährlichen Zuschussbedarf von rund 400000 Euro. Klar, dass die Ortspolitiker die beliebte Sport- und Freizeitstätte auf den Prüfstand stellen – sogar stellen müssen. Kann sich Ottersberg das Bad weiter leisten oder nicht?

Bei der Beantwortung dieser Frage hilft dem Rat zurzeit Helge Dannat, Betriebsleiter des gemeindeeigenen Elektrizitäts-Werks. Der Eigenbetrieb führt das Hallenbad als Träger in seinem Wirtschaftsplan und erhält die Verluste von der Gemeinde erstattet.

Nicht in Euro und Cent messbar ist die Lebensqualität, die das Bad den Einwohnern quer durch alle Generationen bietet. Das politische Bewusstsein dafür ist jedoch geschärft. Spätestens seit dem Besuch, den der E-Werksausschuss und der Verwaltungsausschuss des Gemeinderates dem Bad im Rahmen einer gemeinsamen nichtöffentlichen Sitzung Anfang Juni abstatteten. Damit alle genau wissen, wovon sie sprechen, wenn es um die Zukunft des Otterbads geht, stellte Badbetriebsleiter Kay Schulze den Politikern zunächst die Einrichtung und ihr Innenleben, die Belegung und Angebote vor.

Die betriebswirtschaftliche Seite sowie Möglichkeiten, Einsparungen zu erzielen und Einnahmen zu erhöhen, erläuterte E-Werksleiter Dannat. „Wir arbeiten weiter daran, die Kosten zu senken“, versicherte Dannat auch gestern auf Nachfrage. Er hatte schon verschiedentlich in öffentlichen Sitzungen betont, dass an der Wirtschaftlichkeit des Hallenbads durchaus noch positiv zu drehen sei. Aber: „Wir brauchen einfach Zeit.“ Zeit, um konkrete Vorschläge umzusetzen.

Ein Vorschlag ist die Idee eines Unterstützervereins, unter dessen Dach sich auch Bürgerinnen und Bürger für ihr Bad engagieren könnten. Der Wunsch, tatkräftig und/oder finanziell zu helfen, ist durchaus da – das signalisieren laut Dannat die Anrufe und Nachfragen von Menschen, die sich um „ihr“ Bad sorgen. Nur der Handlungsrahmen dafür fehlt bislang.

Zwar legte Dannat der Politik im Rahmen einer möglichst vollständigen Gesamtbetrachtung auch da, was zum Beispiel an Sanierungskosten in den kommenden Jahren zu erwarten ist oder welche Folgen, auch finanzieller Natur, eine Schließung nach sich ziehen würde („So einfach ist das nicht; wo bleibt das Schulschwimmen, wer übernimmt die Immobilie...?“) – vor allem aber machte er Mut, weiter an der Wirtschaftlichkeit zu arbeiten „und in zwei oder drei Jahren mal zu gucken“. „Erstmal geht es weiter mit dem Bad“, so Dannat. Gleichzeitig würden die aufgeworfenen Fragen weiter intensiv im Betriebsausschuss erörtert.

Thema in öffentlicher Sitzung ist das Otterbad am Mittwoch, 24. Juni, wenn ab 19.30 Uhr im Rathaussaal der Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Ottersberger Gemeinderates tagt. Neben dem Jahresabschluss 2014 stehen dann weitere Beratungen zum Haushaltssicherungskonzept 2015 auf der Tagesordnung. Das Konzept musste der Rat wegen des ausgewiesenen Fehlbetrags von 2121800 Euro zusammen mit dem Haushaltsplan beschließen. Aber nicht für alle der elf aufgeführten Maßnahmen gibt es bisher eine konkrete Handlungsstrategie. Umgesetzt wurden bislang eigentlich nur die Steuererhöhungen. Auf Januar 2016 verschoben werden musste wegen der verzögerten politischen Beratung die Erhöhung der Kindertagesstättengebühren. Noch keine Abstimmung zwischen Rat und Verwaltung gibt es über den Verkauf von kommunalen Grundstücken und Gebäuden – und eben über mögliche weitere Einsparungen beim Otterbad bzw. über die möglichen Folgen einer Schwimmbadschließung, die bei besagter gemeinsamer Sitzung von E-Werksausschusses und Verwaltungsausschuss informell vorgestellt und andiskutiert wurden. Darüber soll im Finanzausschuss nun weiter beraten werden.

pee

Mehr zum Thema:

IS bekennt sich zu Londoner Anschlag

IS bekennt sich zu Londoner Anschlag

Südkorea setzt "Sewol"-Bergung fort

Südkorea setzt "Sewol"-Bergung fort

Elternleid und Altersliebe: Neue Hörbücher

Elternleid und Altersliebe: Neue Hörbücher

Apotheke auf dem Balkon: Heil- und Würzpflanzen für den Topf

Apotheke auf dem Balkon: Heil- und Würzpflanzen für den Topf

Meistgelesene Artikel

Beatclub rockt die Verdener Stadthalle

Beatclub rockt die Verdener Stadthalle

Glockenspiel: Zwei Jahre Pause beendet

Glockenspiel: Zwei Jahre Pause beendet

Chemieschüler-Elite des Landes zu Gast

Chemieschüler-Elite des Landes zu Gast

Ohne Giro-Gebühren auf Wachstumkurs

Ohne Giro-Gebühren auf Wachstumkurs

Kommentare